Unter Tieren

Ich glaube, es fiele mir nicht schwer, unter Tieren zu leben.
Sie sind so still und genügsam.
Lange kann ich dabei verweilen, ihnen zuzusehen.
Sie rackern sich nicht ab, sie jammern nicht, wie schlecht sie dran sind.
Sie welzen sich nachts nicht im Bett, um ihre Sünden zu beklagen.
Sie öden mich nicht an, indem sie mir ihre Pflichten gegenüber Gott darlegen.
Keines von ihnen ist unzufrieden, keines infiziert vom Wahn,
etwas besitzen zu müssen,
keines beugt vor seinen Artgenossen das Knie,
auch nicht vor irgendeinem, der seit Jahrtausenden tot ist.
Keines hat einen Ruf zu verlieren,
keines von ihnen ist unglücklich über diese Welt.

Walt Whitman, einer der ersten Selfpublisher. Sein bekanntestes Werk „Grashalme“ überarbeitete er sein ganzes Leben. Nun wurde ein bisher unveröffentlichter Roman von ihm entdeckt. Wir dürfen gespannt sein.

Montagslyriker – Shakespeare, Brecht, Kafka, Frisch, Hesse etc.

Frauen arbeiten in einem Weinberg

Am Montag um sieben,
so steht es geschrieben,
stellt sich ein Montagslyriker vor sein Publikum,
zeigt sein Können, sein Werk,

seine Kunst.
Gibt Einblick,
für unseren Durchblick,
lässt hoffen,
zweifeln,

schenkt Vertrauen.
Die Sonne geht auf,
die Sonne geht unter,
die Montagslyriker stehen irgendwo dazwischen
, am Tag,
in der Nacht,
so ist es mit dem Mond abgemacht.
Seit so frei und
begrüßt in unserer Mitte:

Christin von Margenburg

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Falco

Eine Auswahl von Zitaten das Johann „Hans“ Hölzel, genannt Falco:

„Ich bin ein leidenschaftlicher Raucher, ich rauch schon, seit ich atmen kann, inzwischen hat’s sogar meine Mutter gemerkt.“

„Ich lebe nur einmal, und so wie ich lebe, ist einmal genug.“

„Wenn ich schon mal zu früh sterben sollte, dann wie James Dean – auf einer Kreuzung, im Porsche. Zack. Aus.“

„Wenn ich morgen meinem Gott gegenüberstehe, kann ich sagen: Ich bin unschuldig! Ich hab niemanden was getan, ich hab niemanden g’legt, ich hab niemanden betrogen, ich hab niemanden weh getan … außer mir selbst. Und das wird er mir hoffentlich verzeihen.“

„In Wien, musst erst sterben, dass dich Hoch leben lassen. Aber dann lebst lang.“

kein Champagner, kein Pardon

Dein Körper war hier und dort,
die Tussi von der Rückbank, mit dem gefärbten Pelz,
der leichten Art, dem einladenden Blick,
ich hab dich, nein, geliebt hab ich dich nicht.

Für dich musste ich nicht lügen, jemanden betrügen,
du warst so frei, ganz ungezwungen,
gab’s nichts zu bereuen, nichts zu verzeihen,
kein Champagner, kein Pardon.

Amor und Psyche

Zu keiner Zeit wurde ein Saphir klarer geschliffen, stilles Wasser reiner getrunken. Liebe meines Lebens, mögest du an meiner Schulter ruhen, bis die Sonne erlischt. Du bist gütig, glaubst und gibst mich niemals auf. War ich je berauschter, als von deinem Licht? Ich verstehe dich nicht, ich liebe dich.

Ein Jahrtausend durchgefeiert, stand ich deinem Liebreiz zögernd gegenüber,
ein Aprilscherz, bis du dem gelockten Zweifler ein Zeichen gabst
. So jung und unschuldig, mit dem neckischen Muttermal.

Wie groß war deine Freude, wenn wir uns unter altem Gebälk trafen, unsere Verabredung mit Bob schier platzte, und ich es trotzdem schaffte. Du warst nie weit weg, deine Liebe, hält an meinen Macken fest.

Hand in Hand zogen wir in den staubigen Kessel, die rußgeschwärzte Wohnung, an den Backstein verkleideten Platz, in unsere rot gestrichene Liebeshöhle. Refugium der ewigen Gärtner, die heilige Datscha mit Muscheln verziert.

Für deine Gunst reiß ich den Himmel entzwei, pflück die hellsten Sterne und setz den Teufel vor die Tür. Ein Evangelium überreich ich dir, mein jüngstes Gericht, du zähmst die Apokalypse für mich. Feuer, Wasser, Leben, Licht, meinem Trübsinn brichst du das Genick. Ich hör dich, fühl dich, schmeck dich, ich liebe dich.

Tapfer bekämpften wir widerborstige Bestien vor Siena, erklommen Collioures Festungen und schwammen mit Delfinen, während die Geier über uns kreisten. Auf Händen trug ich dich durch den Schwarzwald, die Pyrenäen hoch.

Ein unverschämt gut aussehender Wassermann festigt unser Band, verschweißt die Ringe, feiert sehnlichste Nächte hindurch und überschüttet uns mit Glück. Dankbar für den, wir sind auf Erden. An ihn verlor ich dich gerne.

Du bist so leicht zu durchschauen, während ich von deinen Lippen lese.
Unmöglich dich zu bereuen, deine Liebe, tausche ich für kein Königreich.
Trink mich, nimm mich, töte mich, ich liebe dich!

 

Montagslyriker – Zerrissene Gardinen in klarer Saphirnacht

Frau im japanischen Kimono

 

Ein Hurra auf die Schönheit, die ihr liebstes Wort in zarte Farben hüllt.
Im roten Wüstensand fand ihr Herz ein schattiges Plätzen, gefühlt mit guten Freunden, verdienter Ruhe und weiter Sicht.

Die Malerin, Lyrikerin und Fotografin
Sibylle Sophie entstaubt die Montagslyriker

>>> http://www.Sibylle-Sophie.de

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