Zum 100. Geburtstag des amerikanischen Poeten Charles Bukowski

Henri Chinaski, der Mann aus Andernach

OK, ich muss mal wieder der Erste sein. Und, ja, ein frohes Neues wünsche ich, hoffe ihr seid gut rübergekommen, neues Glück, neue Chancen, jeder was er verdient, das Spiel des Lebens geht weiter. Ihr macht das schon, da bin ich mir sicher und nun gehts auch los …

Gebräunte Körper, strahlende Stars, Glitzer und Glamour, der endlose Pazifik vor der Haustür. Dem Smog zum Trotz, kann man es sich schön machen, in Los Angeles, Kalifornien. Nehmen wir also an, er liegt nicht unter einer Marmorplatte, mit der Aufschrift „Don’t try“. Gehen wir davon aus, er steigt gegen Mittag aus seinem Bett, zündet sich eine Kippe an, frühstückt gut, geht anschließend in den Garten, mäht den Rasen, malträtiert ein, zwei Stunden seine Schreibmaschine, trinkt seine tägliche Ration. Natürlich viel weniger als früher, lebt sein Leben. Was hätte er noch geschrieben, an sensationellem Material?

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Kölner Liebesgöttin auf dem Weg nach Amsterdam – Eine Kurzgeschichte

„In Köln ist voll der geile Rave.“

Schnupfi hielt mir den Flyer drei Zentimeter vors Gesicht, wedelte penetrant damit herum.

„Alter, komm mal klar!“ bedrängte er mich, stach mir den Wisch glatt ins Auge. Ich wurde sauer, nahm ihm den Flyer ab und schmiss ihn in den Abfalleimer.

„Wir checken freitags den Rave und am Samstag Amsterdam.“ quatschte Schnupfi unbeirrt weiter. Stoffel, der seinen Comic beiseitelegte, weil an lesen nicht mehr zu denken war, brachte die Idee: „Wir rufen Momo an. Die wohnt doch in Köln. Vielleicht können wir bei ihr übernachten und vielleicht feiert sie ja mit.“

Hetero, lesbisch meinetwegen vegan, Momo gab einem das Gefühl zuckersüß zu sein. Eine Liebesgöttin, die hier und da ein wenig naschte. Ich kannte Momo seit der Grundschule und hab’s probiert, wie jeder andere auch. Nutzte aber nichts, Momo stand auf Männer, mit Muskeln und so. Das war’s dann für mich.

Stoffel griff zum Hörer, wählte die Nummer und fing an zu quatschen und quatschte und quatschte und quatschte, bis er endlich auflegte.

„Können wir vergessen! Am Wochenende sei schlecht, sie muss lernen und so Zeug.“ Informierte er uns.

„Und für die Info quatscht ihr fast eine Stunde?“ echauffierte sich der enttäuschte Schnupfi. Stoffel sah aus, als läge er mit Bauchschuss vor einem heruntergewirtschafteten Salon in Tombstone, Blut spuckend, der letzte Wunsch wurde ihm verweigert. Momo war nicht wie wir, Momo stand auf Ziele, Ehrgeiz und so Zeug. Deswegen war sie ja nach Köln gezogen, um dort eine spezielle Schule zu besuchen, in der es keine Noten gab, dafür Theater, Astralleiber und Malkästen. Verrückt!

„Jetzt mal ganz ruhig, versetzt euch in Momos Lage. Stell dir vor, du fliehst aus dem traurigsten Kaff, in die große weite Welt, lässt den Provinzscheiß hinter dir und fängst ein neues Leben an. Du lebst dich ein, vergisst das Schlammloch aus dem du kamst und findest neue Freunde. Das Paradies auf Erden, alles schön und gut, bis irgendwann, aus heiterem Himmel, ein paar dieser Reptilien auf die Idee kommen, ihren Sumpf zu verlassen, um ein komplettes Wochenende bei dir abzuhängen. Was würdest du tun?“

Leben und Sterben mit Charles Bukowski (1920-1994)

Der amerikanische Schriftsteller Charles Bukowski über die Vergänglichkeit

Bukowski lebte am Limit, jahrelang in einer Grenzregion zwischen Leben und Tod. Schlägereien, Magendurchbruch, Alkoholvergiftungen, sonstiger Scheiß, der ihn in die Knie zwang. Kein Wunder also, dass einige Lebensweisheiten rund um Leben und Tod dabei herauskamen. Einige möchte ich heute vorstellen und schon mal ankündigen: Der Meister feiert nächstes Jahr 100. Geburtstag genau wie Fritz Walter (Superheld von 54) oder Marcel Reich-Ranicki (der urige Literaturnörgler), Federico Fellini (La Dolce Vita), Yul Brynner (die bestaussehendste Glatze aller Zeiten), Mario Gianluigi Puzo (Der Pate) und natürlich Karol Józef Wojtyła (besser bekannt als Johannes Paul II). Wie ich gehört habe soll es einiges an Veröffentlichungen, Partys und so weiter geben. Wir dürfen also gespannt sein, was da 2020 auf uns zurollt.

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Interview bei Leserkanone, das endgültige Büchergericht

Terence Horn

Leserkanone.de-Exklusivinterview vom 18.05.2019

Nicolle Kreutzner interviewt Stephan Rossmann, veröffentlicht auf Leserkanone. Warum „Joshua – die Liebe Gottes“? Wer ist dabei? Wer sind die Helden? Wie gehts weiter? … einfach mal reinlesen:

Stephan Rossmann Interview bei Leserkanone

C’est la vie Philippe Djian

Der Lesestoff der Franzosen

Betty Blue ist tatsächlich das erste Buch, welches ich gelesen habe, dass mir wirklich etwas bedeutete. Davor gab es “Die Drei ???”, der ein oder andere Schinken meiner Eltern, viel gelesen habe ich sowieso nicht, den Namen Bukowski nie gehört. Da war also dieser coole Typ, mit dieser tollen Frau, der sich gerade so durchs Leben schummelte, nicht viel erwartete und noch weniger bekam. Er stand aufrecht, während sie schwankte, ausschlug, zu den Sternen, dem Tod entgegen. Das war schon was, eine Geschichte, eine erste Vorbereitung auf das, was die Zukunft bringen sollte.

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Die Bücher des Lesestoff-Künstlers Heinz Strunk

lämmer auf dem Weg zur Schlachbank

Erstklassiger Lesestoff von Heinz Strunk

Ein Kumpel brachte mir ein Hörbuch vorbei. Davon hatte ich noch nie was gehört. Hörbuch? Warum sollte sich jemand stundenlang volllabern lassen, wenn er in der Zeit Musik hören kann? Naja, ich hab’s dann doch gemacht, auf dem Weg in die Toskana, drei Wochen Urlaub. Vier oder fünf CDs „Fleisch ist mein Gemüse“ von Heinz Strunk, zwei Stunden Stau, und ja, der Typ konnte erzählen, einen bei der Stange halten und tatsächlich, was haben wir gelacht. Eine echt witzige Geschichte, von einem pickligen Jungen, der bei einer Tanzkapelle anheuert, um sich den Unmenschlichkeiten des Lebens zu stellen.

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Poster am Samstag

Lesestoff für die ganze WeltPoster Ave Maria

Was man so macht bei schlechtem Wetter. Ran an den Rechner, Photoshop, Kunstwerke alter Meister runterladen, bearbeiten und was Neues erschaffen. So geht schlechtes Wetter. Also haltet die Ohren steif und genießt das Wochenende. Übermorgen ist schon wieder alles vorbei.

Euer
Terence