Der Terrorist aus dem zweiten Stock- eine Kurzgeschichte

Liebe Nachbarn,

wer letzte Woche in den Fahrstuhl pinkelte sei dahingestellt. Auch habe ich keine Erklärung für die gesprengten Briefkästen an Silvester und zu dem Altpapier sei gesagt, ich bin stets bemüht mein Altpapier zu zerkleinern. Es gab vielleicht ein oder zwei Fälle, wo ein Karton nicht nach DIN??? zerlegt worden ist. Jedoch gab es nie den Fall, zumindest nach meinem Wissen, dass jemand im Hause sein Altpapier nicht losgeworden ist. Sollte dies wider Erwarten doch so gewesen sein, stehe ich gerne zur Verfügung und biete meine uneingeschränkte Hilfe an.

Auf ihre Frage, wo das Schild geblieben ist, kann ich nur antworten, dass ich das Hausschild für den Räumdienst noch nie gesehen habe, aber natürlich freue mich tierisch auf den nächsten Schnee oder Glatteis, auch wenn ich „leider“ berufstätig bin, weshalb mir manchmal die Zeit und Energie fehlt alles hundertprozentig zu erledigen. Meine Hausordnung jedoch habe ich bisher ausnahmslos erledigt und werde dies auch weiterhin tun. Wenn ich Hausordnung hatte, garantiere ich Ihnen, dass bei der Übergabe keine Zigarettenkippe, Getränkedosen, Sperrmüll oder ähnliches auf dem Gehsteig zu finden waren Selbst Insekten trauen sich nicht in eine derart sterile Umgebung. Gerne bin ich bereit den Gehsteig gegebenenfalls nass zu wischen, um bestmögliche Ergebnisse zu erzielen. Die Anschaffung einer Kehrmaschine wäre vielleicht auch zu überlegen.

Um weiteren Missverständnissen vorzubeugen, möchte ich mitteilen, dass mich keine Schuld an der Ermordung von J.F. Kennedy trifft. Wie auch, ich war ja noch nicht mal geboren und bin ein grosser Fan von diesem Mann. Auch bin ich nicht verantwortlich, für die schlechte Lage in unserem Vaterland, in Europa und sonst wo, wo ich noch nie war und auch nicht hin will. Es tut mir wahnsinnig Leid, dass immer mehr Kriege unseren geliebten Planeten bedrohen. OK, für die Umweltverschmutzung trage ich bedingt durch meine Vorliebe für Fastfood eine gewisse Mitschuld, doch ich verspreche öfters selbst zu kochen oder bei meiner Mutter zu essen.

Sie können Gewiss sein, dass ich Willens und in der Lage bin, alles zu tun was nötig ist und hilft meinen besorgten Nachbar Ihre Ängste und Nöte zu lindern, sofern es in meiner Macht steht. Ich werde eure Sorgen in meine Gebete mit aufnehmen und falls nötig, mich weiteren Religionen anschliessen, um ein besseres Karma zu erhalten. Ich wünsche Ihnen eine angenehme Nachtruhe und verspreche nur noch jeden zweiten Tag meine Rockerfreunde mit nach Hause zunehmen.

Mit freundlichen Grüßen
Der Terrorist aus dem zweiten Stock

Autor: terencehorn

Auf meinem Blog poste ich Storys aus den 90ern. Zumeist witziges und spontanes Zeugs rund um Betäubungsmittel, Mädchen und den Wahnsinn im allgemein.

16 Kommentare zu „Der Terrorist aus dem zweiten Stock- eine Kurzgeschichte“

  1. Ich werds ausdrucken und an das schwarze Brett im Hausflur heften. Schön pointierte Satire. Du solltest dich mit humorigen Kurztexten einmal an den schweizer „Nebi“ wenden, aber bitte nicht auf mich berufen, sonst wirds nix 😉

    http://Nebelspalter.ch

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      1. Ich hatte immer an den Chefredaktor geschrieben und wenn dem die Texte zusagen, bekommst du jeden Monat ein Brifing, woraus hervorgeht, welches Thema das Hauptthema sein soll. Ich wünsch dir Glück. Auch bei einer Absage solltest du es hin und wieder nochmal versuchen .. Antwort bekommst du aber auf jeden Fall umgehen. Kannst ja auch mailen.

        marco.ratschiller@nebelspalter.ch

        *daumendrück 🙂

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    1. Wie gesagt, es ist schwer heute bei Zeitschriften, aber versuchen sollte man es. Ich rechne immer mit Absagen, dann sind sie leichter zu ertragen, bild ich mir jedenfalls ein ^^

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    1. Liebesgedichte etwa sind auch ausgelutscht: Wir waren zusammen, wir haben uns geliebt, doch du bist gegangen und jetzt bin ich allein und sitze hier und denk an dich ..

      Aber jeder Autor schreibt sein Liebesgedicht anders, jedes Liebesgedicht ist wie ein Stern im Nachthimmel, erzählt dasselbe wie alle Sterne, aber ist doch einmalig.

      Und Sex ist ja auch immer das Gleiche, aber jeder macht es anders und du kämst nie zu sagen, deine kleine Murmel sei ausgelutscht: Du hast immer noch ein paar Tröpfen für jedes Schleckermäulchen. Nicht wahr, liebe Julia (Grüßli an den Romeo) ❤

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  2. Die Lektüre geht gut rein. Wenn du das bis zum Ende durchhältst in diesem Stil, bist du ein Genie. Bei deiner ersten Muschi hab ich meine erste Muschi regelrecht gerochen. Ich verstehe nicht, wo man in dem Buch Schreibfehler finden soll: Für mich läuf beim Lesen ein plastischer Film ab, da komm ich gar nicht auf die Idee, dass hier Sprache, also Sätze, Worte und Satzzeichen stehen. Das Buch ist wie eine Reise in die Vergangenheit im beschwingten Rausch. Ich kauf mir manchmal einen guten Absinth: Der ist teuer und deshalb trink ich mit Genuß und langsam, damit er lange hält. So mach ichs auch mit deinem Buch und frag mich manchmal, warum ich so viele schlechte Bücher im Leben gelesen habe. Nach den ersten 40 Seiten gestern konnt ich kaum einschlafen. Ich selbst war in der Vergangenheit. Bachschule Offenbach, erste Liebe, erster Sex, erster Alk .. Dein Buch schenkt mir viel zurück, denn jede Generation hat dies erlebt, jede anders und jede hatte ihre Illusionen und Erwartungen ans Leben. Also erstmal Daumen hoch, auch wenn ich so schnell keinen Nutelladeckel mehr auslecken kann .. 😉

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    1. Bin inzwischen bei Didi angelangt und muss dich nochmal loben: Du hast die verschiedenen Typen und Charaktere in deinem Buch gut erkannt und umrissen. Das ist wichtiger, als wenn etwa ein Thomas Mann drei Seiten lang die Beschaffenheit eines Sitzmöbels skizziert .. Ja, diese Verkäufer brauchen wirklich ständig Stoff, dann läuft es wie geschmiert, wie von selbst: Wenn du denen den Treibstoff wegnimmst, bringen die keine einzige Schraubenmutter mehr an den Mann 🙂

      Jetzt hab ich den halben Roman gelesen und mich keine Sekunde gelangweilt. Wenn du willst, schreib ich dir bei amazon ne Rezension, die wirklich mal fundiert ist. Aber ich muss dann dort auch ein wenig kritisieren zum Schein, sonst denken manche Leser, ich sei gekauft, nur hab ich noch nix gefunden, das sich dazu eignet, denn sogar die Umschlaggestaltung ist erste Sahne 😉

      Gruß Sven

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      1. Servus Sven,

        auf jeden Fall. Hau was raus, da würde ich mich freuen. Hab eh vor ein paar von deinen Kommentaren als Referenz zu nennen. DU sollest Buchkritiker werden. Das kannst du echt gut!

        Beim Umschlag weiß ich nicht so recht. Die Lucia ist zwar heiß, aber ich hab in mittlerweile das Gefühl, viele halten mein Buch für einen reinen Liebesschinken.

        Gruß
        Terence

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      2. Ich muss erstmal fertig lesen, dann sehen wir weiter 🙂

        Hast du eigentlich noch ne gute Stereoanlage? Früher hatten sie ja alle diese Marantz-Receiver und Thorens-Plattenspieler mit Shure V4-Nadelsystem und Nassabspielung und die ganze Wohnung lag voller LPs, die am Trocknen waren, wenn der Abend lang und der Afghane schwarz war ..

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