An jedem gottverdammten Montag – Der Künstler und heldenhafte Kämpfer für Rock ’n’ Roll Gerhard Emmer

Gerhard Emmer

„If you think you are too old to rock’n’roll then you are.“

Lemmy Kilmister

So steht es geschrieben, hoch oben, in den Wolken über New York. Gerhard kennt sich gottverdammt nochmal mit Musik aus und berichtet darüber auf seinem Blog https://gerhardemmerkunst.wordpress.com/ und ein gottverdammter Künstler ist er auch noch: http://www.gerhardemmerkunst.de/ , also gottverdammt nochmal, der Mann ist genau der Richtige, um uns den gottverdammten Montag zu retten.

Gerhard beantwortet die fünf Fragen des Lebens:

1. Welches gottverdammte Buch kannst du nicht vergessen?

Gerhards Bücher

Da gäbe es einige, es sind natürlich Werke, die in der ein oder anderen Form ins Extreme gehen, um sich unvergesslich zu machen. Die extrem langweiligen vergisst man Gottlob in der Regel schnell wieder.

Zu den erwähnenswert unvergesslichen würde ich auf alle Fälle Reise ans Ende der Nacht von Louis Ferdinand Celine zählen, aufgrund dieser abgrundtief radikalen, oft an absoluten Nihilismus grenzenden Kritik an allem, was der Zivilisation heilig ist. Celine war – leider doch sehr widerlich – erklärter Antisemit und Hitler-Verehrer, aber er hat mit diesem Buch unbestritten große Literatur geschaffen.

Tingle, tingle, tangle toes
she’s a good fisherman,;
catches hens,
puts ’em inna pens….
wire blier, limber lock,
three geese inna flock….
One flew east,
And one flew west,
And one flew over the cuckoo’s nest.

Einer flog über das Kuckucksnest“ von Ken Kesey würde ich auch unbedingt zu den unvergesslichen zählen, allein weil ich es schon so oft gelesen habe (aktuell gerade wieder), dieses unvergleichliche Plädoyer für die Freiheit des Individuums und gegen die Überwachung und Reglementierung durch Institutionen ist in Zeiten der NSA-Skandale nach wie vor erschreckend aktuell, obwohl das Buch bereits weit über 50 Jahre auf dem Buckel hat. McMurphy als geistiger Ahnherr von Edward Snowden, sozusagen. Die Zeiten sind finster wie eh und je…

Als passionierter Krimi-Leser muss ich in dem Zusammenhang die Werke von James Ellroy erwähnen, meisterhaft erzählter, knallharter und mit Gesellschaftskritik am amerikanischen Albtraum nicht sparender Stoff, von ihm kann man eigentlich alles empfehlen und vieles wird nach Lektüre auch unvergesslich bleiben…

Da ich mich in der Kategorie wohl auf ein einziges Buch festlegen muss, wähle ich letztendlich Der Krieg am Ende der Welt vom peruanischen Literatur-Nobelpreisträger Mario Vargas Llosa, irgendein Kino-Kritiker hat mal über den Film „Antichrist“ von Lars von Trier geschrieben, der Streifen enthalte eine derart grausame Szene, die der Kinobesucher seiner Lebtag nicht mehr vergessen wird, in diese Richtung geht auch das Buch von Vargas Llosa, in der exzellent erzählten, bildgewaltigen, absolut lesenswerten Geschichte über einen religiösen Fanatiker und seine Kommune, die final vom  brasilianischen Militär gewaltsam aufgelöst wird, wimmelt es von Beschreibungen unglaublicher Brutalität, die in der Tat schwer zu verdrängen sind.

2. Zeig uns deinen gottverdammten Lieblingsfilm!

Es gibt etliche Regisseure, die ich absolut schätze: Truffaut, Peckinpah, Cassavetes, Kurosawa, Leone, Bunuel, Scorsese, um die wichtigsten zu nennen, mein Lieblingsfilm seit Veröffentlichung ist aber „Apocalypse Now“ von Francis Ford Coppola:

Der Film ist mit Schauspielern wie Martin Sheen, Marlon Brando, Robert Duvall und Dennis Hopper hervorragend besetzt, er hat mit „Dispatches“ von Michael Herr und „Herz der Finsternis“ von Joseph Conrad zwei ebenso hervorragende literarische Vorlagen, „The End“ von den Doors ist die perfekte Filmmusik für den Streifen, die Geschichte ist stringent und spannend erzählt, sie zeigt den Irrsinn des Krieges im Allgemeinen und das Scheitern des amerikanischen Engagements in Vietnam im Speziellen, welches hinsichtlich Legitimation höchst zweifelhaft war und diese spätestens seit dem Massaker von My Lai vollends verlor, auch dieses wird im Übrigen im Film im sogenannten „Sampam-Zwischenfall“ thematisiert. Die Bilder, der Schnitt und die Kameraführung sind auch nach über 35 Jahren absolut beeindruckend.

3. Spiel uns dein gottverdammtes Lieblingslied?

OK, ich mach’s kurz: „Baba O’Riley“ von The Who, weil’s 1980 mein erstes großes Konzert war und die Who irgendwie über all die Jahrzehnte immer meine Lieblingsband blieben. Alle anderen Lieblingslieder tauchen irgendwann auf meinem Blog auf (wenn sie nicht schon dort zu finden sind).

4. Was für gottverdammte Drogen nimmst du?

Musik, Literatur, TSV 1860 München (Kalter Fußball-Entzug vor ein paar Jahren kläglich gescheitert), Kannenweise schwarzen Tee und ab und an einen gepflegten Drink, bevorzugt Bier und kubanischen oder nicaraguanischen Rum.

Zum Thema Drogen hat Benjamin von Stuckrad-Barre in einem Zeit-Interview Udo Lindenberg vor kurzem recht treffend zitiert:

„Das kenne ich alles, das ist super mit den Drogen, aber, weißt du, Überleben ist auch nicht schlecht.“

;-))

5. Zeig uns dein gottverdammtes Leben!

Mein Leben ist wie jedes andere Leben auch ein Gären zwischen Geburt und Tod

 

diesen Satz hat Raimund Harmstorf als Wolf Larsen in der Wolfgang-Staudte-Verfilmung vom „Seewolf“ zum Besten gegeben, ich weiß nicht, ob das in der literarischen Vorlage von Jack London auch vorkommt, aber das trifft es im Wesentlichen ganz gut…

Gottverdammt nochmal, der Montag ist gerettet!

Yeah Baby! Gefällt mir, die 60er und 70er, Hippies, starke Songs und coole Filme und natürlich die Apokalypse …

„Ich liebe den Geruch von Napalm am Morgen. Es riecht irgendwie wie Sieg“

Genau mein Geschmack, also schaut mal bei Gerhard vorbei. Seine Bilder sind große Klasse http://www.gerhardemmerkunst.de/ und seine Musik und die Bücher und … gottverdammt, tu es!

Bist du ein gottverdammter Montagsretter?

WTF! Du könntest derjenige sein, der gottverdammte Checker der uns den gottverdammten Montag rettet. Also hau in die Tasten und leg los.

 

Autor: terencehorn

Auf meinem Blog poste ich Storys aus den 90ern. Zumeist witziges und spontanes Zeugs rund um Betäubungsmittel, Mädchen und den Wahnsinn im allgemein.

7 Kommentare zu „An jedem gottverdammten Montag – Der Künstler und heldenhafte Kämpfer für Rock ’n’ Roll Gerhard Emmer“

  1. Wenn man erst einmal über die ersten Gottverdammt drüber ist, liest es sich doch besser als zuvor erwartet, mit interessanten Details. Die mich zum Teil auch an meine Jugendzeit (Musik, Filme, etc.) erinnern.
    Wünsche dir eine weiterhin gute Woche 🙂
    VG Dieter

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  2. Ja, die Bilder gefallen mir wirklich sehr gut, aber ich muss gestehen, dass ich mich mit dieser Kunstart nicht so auskenne, auch wenn ich sonst über ein fundiertes Halbwissen verfüge 🙂

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