Montagslyriker – Liebe und tu, was du willst!

Frau mit komischer Frisur

 

Prinz Prospero und Terence Horn ziehen ihr Katana, Samurai und Unterwerfer der Barbaren. Seite an Seite schlagen sie eine Bresche in dein Hirn.

Selbstgefällige Helden, die bei Sake relaxen, mit Sayuri scherzen. Stärken dir den Rücken – Wortsonate – ins rechte Licht rücken.

Dein Wort klingt herrlicher als des Meisters Symphonie, jeder Vers ist ein Orchester. Stimmen wir ein, Wortschöpfend im Chor, am Montag um sieben, so steht es geschrieben.
>>> https://wortsonate.wordpress.com

1. Nenne den Schmerz beim Namen. Wer ist der Dämon, der dich zum Schreiben verführte?

Ich hätte es anders formuliert. Was hat mich zum Schreiben gebracht? Schreiben war und ist für mich ein Sammlungsort, der die Gedanken zusammenfügt. Irmgard Keun hat mich immer inspiriert.

2. Wer dich kennenlernen will muss wissen, dass du …

ein hochsensibeler Mensch bist, der wie ein buntes Zebra agiert. Mit all meinen vielen Fähigkeiten fallen mir ständig neue Ideen ein.

3. Welche Götter verehrst du?

Für mich etwas zu hochgegriffen. Neben Irmgard Keun ist es Virginia Woolf, deren Werke entdeckungsreich sind.
Beeindruckt hat mich dieses Jahr auch das Shakespeare-Projekt, wo seine Klassiker in moderne Geschichten umgeschrieben wurden.

4. Was tust du, um dein Werk bekannt zu machen?

Veröffentlichung und so fallen noch flach. Ich fange erst gerade wieder an zu schreiben.

5. Und nun, zeige dich!

Streng genommen schreibe ich keine Gedichte, ich übersetze die Gedichte die mir gefallen. Mein jetziges Arbeitsprojekt ist „Chika Sagawa“. Ich mag ihre Gedichte und ich denke es war eine spannende Zeit in der sie lebte. Ich würde sagen mein Blog sagt viel über mein Schreiben und meine Buchinteressen aus. Durch einen literarischen Fernkurs bin ich bei der japanischen Literatur hängen geblieben.

Anmerkung: Blau ist eine grundlegende Farbe in den Gedichten. Ich denke es hat mit den kunsthistorischen Schriften des Blauen Reiter zu tun. Chika Sagawa hat in ihren Arbeiten auch den Expressionismus verwendet.
http://www.br.de/fernsehen/ard-alpha/sendungen/schulfernsehen/blaues-pferd-moderne-kunst-marc-100.html

Rehe im Wald

Farben und Formen

Sich durch Silberwellen schieben
Eine Prozession von Menschen läuft hindurch.

Zerbrochene Erinnerungen funkeln hervor,
Über den Bergen, den Bäumen und den Sternen.

Eine Faltengardine am Fenster
Ist zerkräuselt, dann auseinandergerissen.
Ein einzelner Kranz bewegt sich hin und her
Im glänzenden Licht erzeugt von der
Marmorstadt.

Jeden Tag, dünne Fingerspitzen wie Blätter
Fertigen Karten an.

Chika Sagawa

 

Pferd auf der Weide

Abreise

Nächtliche Münder öffnen sich, Wälder und
Uhrentürme sind ausgespuckt.
Die Sonne geht auf und unter entlang
Der Straße des blauen Glases.
Die Stadt ist in gleichmäßige
Scheiben von Musik durch Autos und Röcke geteilt.
Anschließend tauchen sie hinein in das Schaufenster.
Die Früchte verbreiten den Duft des Morgens.
Gerade dort vervielfacht sich die Sonne in blau.
Menschen werfen Ringe in den Himmel
Um die Sonne einzufangen.
Chika Sagawa

Mühle am Bach

Insekten

Insekten vermehren sich mit der
Geschwindigkeit einer Stromschnelle
Begierig aufgenommen von der wallenden Erde

Wenden ihr feines Kostüm, die urbane Nacht schläft wie eine Frau.

Nun hänge ich meine Hülle zum Trocknen heraus
Meine schwielige Haut ist kalt und metallisch.

Niemand weiß um dieses Geheimnis meines halbverdeckten Gesichtes.

Die Nacht lässt die verletzte Frau, ungehindert ihren gestohlenen Ausdruck verzückt wenden.

Chika Sagawa

Pferd auf Wiese

Das Blaue Pferd

Ein Pferd kam rasend den Berg herunter und wurde verrückt. Von diesem Tag  an aß sie blaues Essen. Der Sommer verfärbte die Augen der Frau und hüllte alles in blau, taumelte dann vergnügt auf den Marktplatz.
Die Gäste auf der Terrasse rauchten viele Zigaretten sodass sich kleine Ringe wie Frauenlocken am Himmel bildeten.
Ich werfe oft meine Erinnerungen weg wie ein Handtuch. Wenn ich nur die Liebe und das Bedauern und die Lackschuhe vergessen könnte!
Ich bin verschont geblieben um gemeinsam aus dem zweiten Stock zu springen.
Das Meer erhebt sich zum Himmel.
Chika Sagawa

„泣いて暮らすも一生笑って暮らすも一生。“
Weinend oder lachend, ein Leben bleibt ein Leben.

 

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>>> Die bisherigen Teilnehmer

 

Autor: terencehorn

Auf meinem Blog poste ich Storys aus den 90ern. Zumeist witziges und spontanes Zeugs rund um Betäubungsmittel, Mädchen und den Wahnsinn im allgemein.

28 Kommentare zu „Montagslyriker – Liebe und tu, was du willst!“

  1. Ich besitze ein Buch: Erzählungen nach Shakespeare mit Bildern von Janusz Grabianski. Da hab ich zum ersten Mal den Sturm gelesen, wo der Prinz Prospero auftritt, den viele Edgar Poe zuordnen. Der Prinz Prospero nach Shakespeare ist aber einer, der seine Leute testet, um ihre wahre Gesinnung herauszubekommen. Shakespeares Prospero ist ein verantwortungvoller Beschützer und kein sadistischer Psychopath wie in Poes Geschichte. Aber darum geht es nicht:

    Hier haben wir es mit Gedichten zu tun, die einfach nur beschreiben, ohne persönlich zu werten. Sie leben von der Darstellung und sagen nichts oder wenig zu der Sache: Die Sache selbst wird zum Zentrum des Gedichtes. Und der Leser mag nun herauslesen, was zwischen den Zeilen steht. Und da steht eine ganze Menge. Das stellt eine Art Lyrik dar, die das oberflächliche Geschehen beschreibt – auch in Metaphern – um das Unterschwellige, das Ungesagte erst richtig zum Ausdruck bringen zu können. Du liest einen Satz – und in deinem Hirn rotiert es. Beseelte Lyrik, die tiefer geht und viele Leser begeistern wird.

    Einfach genial angelegt und poetisch vollendet. Ich verbeuge mich ❤

    Gefällt 1 Person

    1. Oh, Oh, da würde ich vorsichtig sein. Letztes jahr haben die unser Haus mit Eiern bombardiert. Und nur weil einer der Geizhälse in unserem Haus, wo die geklingelt haben nicht aufgemacht hat. Naja, wir haben es dann abbekommen. Ich mach das Fenster auf und will rausschreien, da erwischt mich fast so ein Ei, aber hallo. Vor allem kriegste das Zeug nicht mehr weg, wenn das mal eingetrocknet ist.

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