Montagslyriker – Die Auferstehung des Mondes

Mond Nacht

Ein Sommer verendete vor unseren Augen, so schmerzhaft wie zuvor. Geblieben sind dahin schmelzende Tage, deren Sinnlosigkeit in der Dunkelheit verreckte. Trostlosigkeit schleicht in welke Köpfe, die Gedanken sind verhangen.

Jegliche Hoffnung verloren, nahmen Prinz Prospero und Terence Horn von Juni bis Oktober Anlauf, um dem Trübsinn ins hässliche Gesicht zu treten. Mit scharfer Zunge, den Bleistift gespitzt, sitzt der Schalk auf ihren Schultern. Bissiger als je zuvor.

Nachtpoetin von „Poetisches Leben“ veröffentlicht freies Gedankengut auf:
>>> https://poetischesleben.wordpress.com

1. Nenne den Schmerz beim Namen. Wer ist der Dämon, der dich zum Schreiben verführte?
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– In mancher Erfahrung, die ich in der Vergangenheit gemacht hatte, steckt wohl ein kleiner Dämon, das ist wohl wahr, aber das ist insofern nichts besonderes, weil es vermutlich sehr vielen Menschen ähnlich geht. Hin und wieder tauchen diese Erinnerungen blitzartig, völlig überraschend auf; sie erwischen mich am falschen Fuß, sozusagen. Vielleicht hängt es mit dem Vollmond zusammen :-)) . Aber na ja… die Schwermut kommt und geht, wie es ihr eben passt… Ich lasse sie über mich ergehen und greife nach den Worten, die an solchen Tagen wie ein Bienenschwarm in meinem Kopf herumschwirren, um sie aus dem Kerker meiner Gedanken, meiner Emotionen zu befreien. Der Rest meines poetischen Schaffens entsteht durch Inspiration, also wenn mich die Muse küsst und mich in ihre Arme nimmt. Deshalb lautet der Untertitel meines Blogs (Poetisches Leben): „In den Armen der Muse“.
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2. Wer dich kennenlernen will muss wissen, dass du …
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– eine ehrliche Haut bist und dass du es nicht leiden kannst, wenn dich jemand nach seinem Geschmack verbiegen will. Dein Lieblingsmotto ist: „Be yourself!“, weil du der Ansicht bist, dass der schwerste und allergrößte Betrug ist, wenn man sich selbst betrügt und das auch noch innerlich spürt und weiß. Du denkst, dass dies der Psyche schaden kann und dieses Verhalten später durch Schuldgefühle oder Reue möglicherweise sich rächen könnte. Und das fühlt sich bestimmt nicht gut an!
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dass du…
– auf dem Pfad des Lebens schon des öfteren hingefallen und am Abgrund gestanden bist, aber du hast dich bis jetzt immer aufgerappelt und hast dich wenn auch mit schweren Beinen, von dem Abgrund entfernt – oft auch ohne Hilfe, aus eigener Kraft, zusammen mit vielen anderen, die mutig ihren Weg fortsetzten, anstatt liegen zu bleiben.
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dass du…
– Bücher liebst und eine Vorliebe für Poesie hast. Wenn du vielleicht auch nicht jeden Tag etwas schreibst, aber ohne in einem Buch gelesen zu haben, vergeht kein Tag in deinem Leben.
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dass du…
– versuchst, im Hier und Jetzt zu leben, ohne Angst und Sorgen der Zukunft wegen. Dass du versuchst, alles was deinen Weg kreuzt, anzunehmen und zu akzeptieren, auch wenn es dir schwer fällt. Früher hast du gegen vieles innerlich angekämpft und Widerstand geleistet, aber das hat nichts besser gemacht; im Gegenteil. Du denkst, dass man mit dem Alter etwas gelassener und auch geduldiger wird und darüber bist du froh.
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dass du…
– versuchst, deine Aufmerksamkeit in erster Linie auf Dinge zu lenken, mit denen du in deinem Leben zufrieden bist, weil du der Ansicht bist, dass Unzufriedenheit noch mehr Unzufriedenheit und Disharmonie erzeugt. Alles schon mal da gewesen…! 🙂
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3. Welche Götter verehrst du?
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– Ich habe keine spezielle, weil es einfach zu viele gibt, die mir sehr gut gefallen; ich möchte mich da auch nicht festlegen, denn mein Geschmack ändert sich hin und wieder, im Laufe der Zeit.
Vielleicht so viel: bei Büchern und Kino bzw. TV bevorzuge ich eher das Tiefgründige, das Psychologische, in dem die Abgründe der menschlichen Seele offenbart werden bzw. auch Zeitgeschichte und Dokus. Themen also, die den Geist zum Nachdenken anregen, Fragen über das Leben selbst, die Gesellschaft, oder über Moral im Allgemeinen aufwerfen. Ich bin eigentlich eine „Vieldenkerin“, wobei ich heute viele Dinge um mich herum viel gelassener und toleranter betrachte, als früher. Das ist wahrscheinlich ein Segen 🙂 . Motto: Leben und leben lassen.
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4. Was tust du, um dein Werk bekannt zu machen?
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Nichts. Ich fülle meinen Blog täglich – wenn möglich – mit meinen poetischen Gedanken und Inspirationen; ich schreibe, weil es mir persönlich Freude macht und ich das Bedürfnis habe, mich und meine Gefühle mit Worten des Herzens auszudrücken. Wenn es Leser gibt, denen es gefällt was ich „fabriziere“, sie es irgendwie berührt, finde ich es schön, wenn nicht, ist es auch gut. Ich habe keinen besonderen Ehrgeiz, damit berühmt zu werden; im Gegenteil: Ich fühle mich in der Anonymität der Blogosphäre ganz wohl und zur Zeit möchte ich daran auch nichts ändern.
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5. Und nun, zeige dich!

Worte auf der Flucht

Dem Schreibenden entfliehen die Worte
aus dem Gefängnis seines Geistes
ihre Ketten sprengend
suchen sie den Weg in die Freiheit…

Endlich aus der Finsternis der Seele befreit.

© Nachtpoetin

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Die Fragen nach dem Warum

Die Fragen nach dem Warum verhallen in der Leere
das Leben bleibt mir mit der Antwort schuldig – wie immer
das Leben will nicht, dass ich alles sofort begreife
es lässt sich Zeit, es quält mich mit Warten und Geduldigsein…

Das Leben voller Fragen ohne Antworten
man muss vertrauen und glauben – wenn man es kann
die Sehnsucht nach dem Verstehenwollen
drangsaliert den Verstand;
ein Schritt nach dem anderen, ohne zu verstehen,
was, warum geschieht auf dem Weg,
den man einst ahnungslos gewählt…

Wie ein Sichvorantasten im grauweißen, milchigen Nebel,
jeder neue Schritt ergibt eine neue Frage ans Leben
dann die Frage aller Fragen, die Wichtigste unter allen:
Warum die Fragen nach dem Warum unbeantwortet bleiben…

Man verliert sich im Schweigen und ahnt,
man muss das Leben leben, Jahr für Jahr, ohne Antworten,
die Fragen nach dem Warum lebendig begraben.

© Nachtpoetin

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Geschenke des Sommers

Das Lachen im Sommerwald verhallt,
die flimmernde Hitze flüstert ihre letzten Worte
das Grün der Bäume fällt leise zu Boden
die langen, hellen Stunden
dämmern den Schatten entgegen…

Wie schön waren die Tage des Sommers,
die kurze, tiefschwarze Nacht voller Sterne
das Morgenrot des Himmels in aller Frühe
der Gesang der Vögel durch das offene Fenster
das leichte Sommergewand bis spät in die Nacht…

Die Sehnsucht der verschwitzten Stadt nach einem Gewitter,
die Melodie des warmen Regens, wenn er endlich kam
seine großen, glänzenden Tropfen auf den Fenstern,
auf den Blättern der Bäume – wie gut duftete die Frische!
Im Wald, im Garten, auf der Sommerwiese…

Unvergesslich bleiben diese Tage,
die Wärme der Sonne
die Lebendigkeit der Sinne,
die Stunden im Freien,
in Straßencafés, an Plätzen
das Lachen der Menschen,
die Gemütlichkeit in lauen Nächten…

Der Sommer schenkt uns
seine schönsten Bilder zum Abschied,
lebendige Erinnerungen,
bis wir ihn nächstes Jahr wiedersehen.

© Nachtpoetin

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Kinder einer anderen Zeit

Waren wir nicht alle Kinder,
von den Geheimnissen des Waldes gerufen
um zu entdecken, zu sehen, zu bewundern
die Farbenspiele, das Flüstern der Bäume,
die Melodien des Vogelgesangs
die Oase der Natur zur jeder Jahreszeit
Blätter, Moos und Äste
mit der kleinen Kinderhand zu berühren,
auf den Spuren von
unsichtbaren Feen, listigen Waldbewohnern,
um schaurige und lustige Geschichten zu erfinden…

Zwischen dicken, uralten Baumstämmen
Versteck zu spielen,
während wir ehrfürchtig
zu den hohen Baumkronen hinaufblickten
bis zum blauen Himmel klettern wollten,
um jeden Winkel der Welt von oben zu betrachten
Antworten auf alle Fragen zu bekommen,
unsere Neugier zu stillen…

Ja, das waren wir, die Kinder unserer Zeit
neugierig und wissbegierig,
noch ohne das virtuelle Leben von heute,
aber unsere Lungen gefüllt
mit Frischluft und dem Duft der Natur,
um uns herum Kinder und beste Freunde
aus Fleisch und Blut;
Lachen, Toben
bis zur Erschöpfung im Freien…

So war das einst,
wir waren Kinder einer anderen Zeit,
die als vergilbte Erinnerung
in unseren Herzen geblieben,
bis wir in den Armen der ewigen Stille
für immer eingeschlafen…

© Nachtpoetin

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Eine für alle, alle für eine

Als die Freundschaft noch greifbar
und spürbar war,
als man noch dachte,
dass sie ewig halten würde
als man noch glaubte,
dass das unsichtbare Band
zwischen ihnen niemals zerreißen würde
als sie sich schworen:
Eine für alle, alle für eine …

Doch irgendwann in alle Winde zerstoben
tritt das Leben ihre Worte von damals mit Füßen
ihr Schwur der Freundschaft zu Staub zerfallen
und in die raue Wirklichkeit eingestampft,
das unsichtbare Band, das sie einst Verband
mit der stählernen Axt der Zeit durchtrennt…

Krisen der Welt machten Gegner aus den Freunden
der eine liebte, hoffte und glaubte an das Gute
der andere hasste und verteidigte seine Ängste
der dritte nahm immer nur und gab nichts zurück
der vierte verirrte sich in eine trügerische Welt
und schreckte vor nichts zurück …

Aus Freunde wurden Fremde
jeder kämpfte auf ihre Art, für sich allein
das zerrissene, unsichtbare Band
wehte schwerelos um ihre Köpfe,
wie Fetzen einer Erinnerung,
die nur mehr in ihrer Seele lebte;
in der Tiefe aufbewahrt,
wo sie keiner mehr sehen konnte
wo die Worte von einst:
Eine für alle, alle für eine –
niemand mehr hörte.

© Nachtpoetin

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Liebe ist, wenn…

Liebe ist,
wenn meine Blicke die Wunder deiner Welt entdecken
wenn deine Worte mit meinen verschmelzen
wenn deine Gedanken die meine lesen
wenn mein Herz in deiner Brust schlägt
wenn mein Atem deine Lungen füllt…

Liebe ist,
wenn deine Träume mit meinen den Himmel berühren
wenn deine Sehnsucht in meiner Seele widerhallt
wenn meine Gefühle von deinen umarmt
und nicht mehr losgelassen
und die Handbreit Stille zwischen unseren Gesichtern
die Spuren der Zeit unsichtbar macht…

Liebe ist,
wenn unsere Hände für immer unzertrennlich,
den Glanz der Sterne aufbewahren
in jeder tiefschwarzen Nacht,
solange in diesem Leben
unsere Herzen schlagen.

© Nachtpoetin



Dies Lunae

Der Tag des Mondes, der Göttin, der bezaubernden Luna. Wir feiern dich, die Erste unter der Woche.

Schreib nieder deine Gefühle und Gedanken zu Poem,
so wirst du einzigartig unter Millionen.

Küsst dich die Muse mit Zunge, liegen dir die Liebenden zu Füßen und du weilst nicht länger im Diesseits, sondern bist bereits im Jenseits.

Darum feiere das Leben, solange du auf Erden weilst und die Nacht über dich wacht.

Nachtpoetin von „Poetisches Leben“, die dritte im Bunde, schenkt herzhaft ein. Sonne, Farben und Glühwein, so soll es Herbst sein.

 Nachtpoetin von „Poetisches Leben
>>> https://poetischesleben.wordpress.com

 

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>>> Die bisherigen Teilnehmer

 

Autor: terencehorn

Auf meinem Blog poste ich Storys aus den 90ern. Zumeist witziges und spontanes Zeugs rund um Betäubungsmittel, Mädchen und den Wahnsinn im allgemein.

17 Kommentare zu „Montagslyriker – Die Auferstehung des Mondes“

  1. Wundervolle Gedichte voller Poesie und Schönheit. Sentimental und voller Sehnsucht nach dem Vergangenen, dem Wertigen, dem Ewigen, das fehlt in unserer schnellen Zeit, wo Gefühle nur noch über Emoticons ausgetauscht werden. Tief berühren mich diese Gedanken und Sätze, die teilweise zu Aphorismen dienen könnten als Mahnung an unsere Zeit, wo keiner mehr wirklich offen ist für die Wunder der Natur, die Spielplätze draußen und das Gefühl, sich unterstellen zu müssen, wenn es regnet und den Regen aus der Baumhöhle gemeinsam zu beobachten. Wohl dem, der das noch erlebt hat.

    Doch die Themen der begnadeten Autorin sind weit gefächert: Es geht auch um Freundschaft, um Liebe gar, um die Frage: „Warum?“ So wird man entführt in die Denkungsart einer Lyrikerin, für die „Seele“ kein Fremdwort ist, denn sie ist empfindsam und sublimiert ihre Gedanken in Lyrik, in Literatur. Ihr Herz scheint rohes Fleisch zu sein und so nehmen uns auch ihre Poems mit und schneiden uns ins Fleisch, berühren uns tief und bleiben lange haften.

    Ich verneige mich in Ehrfurcht und verleibe mit lieben Grüßen, PPschen 🙂

    Gefällt 2 Personen

    1. Der König ist auferstanden! Nachtpoetin ist sicherlich ein Höhepunkt, unserer an Höhepunkten reich gesegneten Montagslyriker. Den Regen habe ich heute übrigens hautnah erlebt, als ich zwei Stunden im Wald auf einen Abschleppwagen wartete. Tut aber trotzdem gut, vor allem natürliches Tageslicht, welches man in dieser Zeit ja nur selten abbekommt. Schauen wir mal, was das Wochenende bringt.

      Gefällt 2 Personen

    2. Ich bin mit meiner Antwort etwas spät dran, ich weiß; ich war seit einigen Wochen hier bei WP nicht“anwesend“ (mit meinem „Silberstunden-Blog“ bzw. „Gedankenlyrik-Seite“ beschäftigt gewesen).

      Aber nun: Vielen herzlichen Dank für deine professionelle Rezension, für deine lieben Worte – ich bin echt erstaunt und freue mich sehr darüber!

      Dankeschön nochmals und alles Liebe
      Nachtpoetin

      Gefällt 1 Person

      1. Hey, dieser Aufforderung komme ich mit Freude nach; meinen „Silberstunden-Blog“ habe ich übrigens vor einiger Zeit oben im Menü von Poetisches Leben bereits verlinkt.

        Silberstunden – ein Poesie-Blog von Nachtpoetin
        http://silberstunden.blogspot.com/p/blog-page.html

        und

        Gedankenlyrik von Nachtpoetin – Die Gedanken sind frei
        http://gedankenlyrik.weebly.com/

        Vielen Dank Terence, dass ich meine Links hier, bei dir veröffentlichen darf!

        Alles Liebe
        Nachtpoetin

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      2. Oh, das freut mich sehr – mittlerweile gibt es auch auf meinen neuen Seiten eine Menge zu lesen, insbesondere im „Silberstunden-Blog“ bereits ca. 100 (hundert) Beiträge; ich war ja nicht untätig, nur ein bisschen „untergetaucht“ 🙂
        Aber wenn die Kreativität so schön fließt, dann sollte man sie auf keinen Fall aufhalten! 🙂

        Danke und alles Liebe
        Nachtpoetin

        Gefällt 1 Person

      3. Diese Magazin gefallen mir sehr. Eine gute Idee mit der Diashow. Ich arbeite gerade an unserem Montagslyriker Magazin. Wird aber ein pdf, DIN A4, so kann man es, wenn man will, auch ausdrucken. Und da ich mir wohl so einen Magendarmvirus eingefangen habe, habe ich genügend Zeit vorm Rechner zu sitzen.

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      4. Es freut mich, dass sie dir gefallen; auch diese wurden natürlich vorher als PDF gespeichert und anschließend bei Yumpu hochgeladen. Mir hat die Idee auch gut gefallen.
        Oh du Armer, dann musst du wohl die Wohnung hüten… Magendarm…Virus… das ist echt nicht lustig… Ich wünsche dir gute Besserung und rasche Heilung!
        Es wird schon wieder…!

        Alles Liebe
        Nachtpoetin

        Gefällt 1 Person

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