Montagslyriker – Ein schwäbischer Bilderbuchwidder mit Hang zu Wortneuschöpfungen

der Fuchs von Chele

 

„… unser Dank an dieses grandiose Publikum …“

Kommen wir nun zur Hauptvorstellung des Abends. Die unvergleichliche, tausendfach kopierte und nie erreichte

Chèle Deni

Chèle Deni die Malerin schreibt, zeichnet und verzaubert auf
>>> http://charming-tales.de/

1. Nenne den Schmerz beim Namen. Wer ist der Dämon, der dich zum Schreiben verführte?

Es war auf jeden Fall der Alltagsdämon! Der hat mich angestachelt!
Ich habe irgendwann eine Menge Kreativzeit eingebüßt, immer weniger geschrieben und höchstens drei Bilder pro Jahr gemalt. Ich hatte Angst etwas zu verlieren.
Da hat es mich plötzlich ordentlich gepackt. Ich habe mein erstes Buch fertig geschrieben und dieses Jahr sehr spontan am Amazon Kindle Storyteller teilgenommen. Nebenbei habe ich Charming Tales gestartet und schwupp!
Ich habe es mir zurückgeholt und mag es nicht mehr missen.

2. Wer dich kennenlernen will muss wissen, dass du …

…ein schwäbischer Bilderbuchwidder bist! Im positiven und negativen Sinne.
Außerdem habe ich einen Hang zu Wortneuschöpfungen, denen ich irgendwann absolute Echtheit unterjuble.

3. Welche Götter verehrst du?

Ich liebe ‚Alice im Wunderland‘, sowie ‚Hinter den Spiegeln‘. Ich liebe auch jede Version von Tim Burton! Ich liebe sowieso alles von Tim Burton. Deswegen war sein Wunderland ein Sahnehäubchen, das heilige Tore geöffnet hat und verrückte Chöre summen ließ.
Ich bin ein Krimijunkie! Und ich liebe Charlotte Link. Wenn es etwas gibt, das ich echt wunderbar finde, dann sind es überraschende Enden. Das gelingt ihr oft. Außerdem habe ich gerne mehrere Blickwinkel, damit ich alle beschuldigen kann! Vorausgesetzt sie erscheinen ausreichend verdächtig! Wenn dann auf den letzten dreißig Seiten das Große Erwachen naht und ich gespannt erfahre, dass alles ganz anders ist und ich danebenlag… Das mag ich.
Ansonsten zählen ‚Dr. Jekyll und Mr. Hyde‘‚ ‚Die Physiker‘, ‚Momo‘ ❤ ohne Worte, ‚Der kleinste Kuss der Welt‘ von Mathias Malzieu zu meinen Lieblingen.
Außerdem lese ich seit siebzehn Jahren Manga. Vor allem Skurriles und Humorlastiges. Das hat mich gewiss hier und da geprägt.

4. Was tust du, um dein Werk bekannt zu machen?

Ich halte Ausschau nach Anthologie-Ausschreibungen und wühle mich durch das Social Media Getümmel! Gefühlt überall. Das ist alles ziemlich neu für mich, da ich privat nie sehr plattformaktiv war.

5. Und nun, zeige dich!

Meine ersten Elfchen …

Gesichter

Tragen Kleider
Sind Launen ergeben
Schmücken Wahrheit und Lüge
Geschichten

.  .  …  .  .  …  .  .

Phantasie

Färbt Gedanken
Schenkt schrankenlose Träume
Entdecken wir ungeahnte Wunder
Welten

Fuchs auf blauem Hintergrund
@ Chèle Deni

Mein Fuchs

Oh, keiner wird mir glauben wem ich begegnet bin! Ich selbst habe nicht gezweifelt – gestaunt jedoch – habe ich nicht schlecht.
An einem Ort, der mir bisher fremd, tanzte er; lachte soweit über seine Ohren hinaus, dass sie alle beide von Maul und Zähnen verschlungen schienen. Er drehte seinen Körper in alle Richtungen, kugelte sich kopfüber und wieder zurück. Besessene Ausgelassenheit drängte seine glücklichsten Tränen hinaus und gemeinsam feierten sie mit seiner Freude.
Bis er sein tobendes Spiel beendete.
Rücklings warf er sich auf die farbengetränkte Blumenfläche. Sein Körper war ruhig und entspannt; ganz als hätte dieser Sturm seines Frohsinns nie stattgefunden. Genüsslich streckte er sich, reckte seinen Hals, schnupperte zu seiner Linken, zu seiner Rechten und schließlich entdeckte er mich.
Sein schwarzes Fell glänzte stellenweise gräulich und seine Augen schäkerten ganz entzückend. Ich liebte ihn sofort.
Frei, nannte sich der Fuchs und lud mich ein, einige Stunden mit ihm zu verbringen – oh, wie galant präsentierte er seinen Charme! Die Zeit gönnte mir kaum einen Atemzug, da war er bereits in Besitz meines Herzens.
Er könne mich jederzeit aufsuchen, schwor er mit sichtbaren Händen. Er begehre den Besuch bei Wesen, wie ich eines bin, beteuerte er. Jedes seiner schmeichelnden Worte klang gleich einem derart lieblichen Orchester, welches am Tage gewiss niemals meine Ohren erreichen konnte.
Als er weiterziehen wollte, rauschte Unsicherheit durch meinen Geist und ich stellte ihm die Frage, was für ein Wesen ich denn sei – ich musste, denn ich suchte nach einem erneut verpflichtenden Schwur, um gewiss zu sein ihn wiederzusehen.
Seine erste Antwort war sein Lachen und das pure Glück übernahm mich vollkommen.
„Ich verbringe Zeit mit jenen, deren Herz nicht von ihrem Verstand an der Leine geführt wird.“

kurzgeschichten chele deni aquarelle 2016
@ Chèle Deni

Traumdieb

Ich bin hin und weg – Dein Schlaf ist faszinierend! Es ist lange her, dass ich mich so sehr in einen Traum verliebt habe. Du atmest nahezu enthusiastisch. Du atmest eine ganz bezaubernde Geschichte. Ganz leise und gleichmäßig hast du angefangen. Die Bilder deines Traumes waren noch unscharf, überhaupt nicht ausgereift, da habe ich sie bereits gespürt. Ich konnte nicht anders, ich musste zu Dir kommen.
Diese neue, bunte Welt, die Du malst, davon möchte ich mehr sehen. Dein Schlaf ist äußerst reizend und zugleich verhängnisvoll, wie das Lied einer Sirene.
Es ist ein Traum, den ich unbedingt haben möchte. Aber es ist auch einer, den du nach dem Aufwachen vermissen würdest und solche soll ich nicht stehlen.
Jetzt hörst Du auf zu atmen! Warum? Was passiert gerade? Ich bin ganz aufgeregt! Ah, da bist Du ja wieder. Diesmal atmest Du laut und aufgebracht! Oh Du! Du machst es wirklich spannend, nicht wahr? Du hast es geschafft, ich habe es wirklich kaum ausgehalten. Wie geht es weiter? Am liebsten würde ich Dich danach fragen, aber Du kannst mich nicht hören.
Du wendest und wälzt dich. Das ist ein echtes Abenteuer, stimmt’s? Bestimmt erscheinen die Schurken – kommen jetzt die Schurken? Ich möchte es wissen. Es erweckt meinen Neid, wie Du alleine so schön schläfst und deine Träume erlebst.
Ich weiß, ich sollte das nicht machen. Aber dein Traum ist zu wundervoll, als dass ich widerstehen könnte. Deswegen werde ich ihn stehlen. Nur diesen einen und dann ist es meiner!
Aber bitte, träume erst zu Ende. Solange kann ich noch warten.

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Es war uns wie immer ein Vergnügen!

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Autor: terencehorn

Auf meinem Blog poste ich Storys aus den 90ern. Zumeist witziges und spontanes Zeugs rund um Betäubungsmittel, Mädchen und den Wahnsinn im allgemein.

13 Kommentare zu „Montagslyriker – Ein schwäbischer Bilderbuchwidder mit Hang zu Wortneuschöpfungen“

  1. Bin etwas spät dran, aber besser spät als nie:-)
    Sehr schön! Heute mal wieder etwas ganz anderes. Hier wird es halt nie langweilig:-)
    Heute haben wir das Kombipaket:-) Bild, Lyrik, Text und Kunst!
    Lieben dank an die Autorin, die uns den Abend heute so versüßt hat:-) Stuttgart kann sich sehr glücklich schätzen so ein Talent in den eigenen Reihen zu haben:-)
    Liebste Nachtinachtgrüße
    Mia

    Gefällt 2 Personen

  2. Das sind sehr feine Kunststückchen, die uns Chèle da schenkt. Ich mag vor allem ihre Zeichnungen(Aquarelle?) – besonders das vom charmanten Fuchs, der nicht rot sondern graubefellt daher kommt und ein bisschen etwas vom verführerischen Wolf hat – so wie er zu schmeicheln versteht. Vorsicht, Chèle, Vorsicht! Die Idee vom Träumestehlen gefällt mir ausnehmend gut und so packend, wie sie beschrieben ist, scheint es spannender zu sein, als selber zu träumen. Und sicherer dazu. Ich freue mich mehr von der Bilderbuchwidderin zu lesen und zu sehen. Liebe Grüße von Poeta

    Gefällt 2 Personen

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