Die rothaarige Fitnessqueen – Kurzgeschichte

die Schlacht vor der Hütte

Aus dem Leben eines fränkischen Rebellen

Bazzi hing den lieben Tag im Fitnessstudio ab. Der arme Kerl konnte vor lauter Kraft kaum laufen und wenn er abends heimkam, zog er gemütlich einen durch, um locker zu werden. Warum sollte ich ihn nicht dabei unterstützen? Die Dame von der Rezeption schickte mich direkt in den Trainingsraum, wo gestählte Körper ihre Muskeln trainierten. Unmengen an Schweiß und Adrenalin lagen in der Luft.

Beeindruckend fand ich eine rothaarige Fitnessqueen, die sich auf einem dieser Stepper vergnügte. Ein formvollendeter Körper, der scheinbar schwerelos dahinfloss. Natürlich und voller Kraft befanden sich ihre Pobacken und die festen Sportbrüste in perfekter Symbiose. Diese begnadete Athletin duldete keinen Zweifel, wer die Nummer eins in dem Laden war.

„Rossi, altes Weichei! Komm rüber! Na los, komm schon!“ schrie ein Geisteskranker durch die Halle. Diese krächzende Stimmte kannte ich nur zu gut. Ich zog meinen Colt Kaliber 45 und knallte ihn ab. So einfach, so befreiend. Ich hätte weiterhin dieses Naturwunder beobachtet und den Rest einer lebensfeindlichen Umgebung ignoriert. Die Realität sah anders aus und natürlich trug ich keine Waffe. Mein Schicksal akzeptierend, schlürfte ich zu Bazzi rüber, der längs auf einer dieser Maschinen lag und ästhetisch unvorteilhafte Übungen praktizierte.

„In so eine Stellung sollte sich kein Mann begeben. Das ist dir klar, oder?“
Bazzi machte unbeeindruckt weiter seine Übungen.
„Für die hinteren Beinmuskeln. Solltest du auch machen, dann hättest du vielleicht Chancen bei der Rothaarigen.“
Überrascht, dass Bazzi meine Liaison bemerkte, schaute ich mich verlegen um.
„Welche Rothaarige?“
„Welche Rothaarige?“ verspottete er mich. Direkt bis unverschämt und immer schön in die Wunde. Salz, Dreck und Anabolika.
„Glaubst du, ich bin blind? Die auf dem Stepper.“

Bazzi zeigte allen Ernstes mit dem Finger auf die Rothaarige und sprach so laut, dass uns wirklich jeder in der Halle verstehen konnte. Anscheinend kannten sie ihn schon länger. Keiner störte sich daran.
„Du wolltest ihre Muschi hypnotisieren. Damit sie dich ranlässt, oder etwa nicht?“
„Vielleicht hab ich einen Blick riskiert. Na, und?“ gab ich eine schwache Erklärung ab. Wirkungslos gegen diesen Gegner.

„Wegen deinem Ständer brauchst du dich nicht zu entschuldigen. Die Rothaarige führt ein Dutzend testosterongeschwängerte Stecher im Sortiment. In deiner Verfassung schaut die dich mit dem Arsch nicht an.“ ärgerte er mich.
„Ich schau ihren Arsch gerne an.“
Bazzi nickte anerkennend und wir betrachteten diesen gelungenen Körper.
„Wie schaut’s aus? Ich hab was zu rauchen dabei!“ unterbrach ich unsere Andacht.
„Korrekt! Lass uns nur geschwind an meinen Spint schauen, dann bekommst du die Kohle.“

Bazzi führte mich durch sein Reich. Er erklärte mir ein paar der Fitnessmaschinen und welche Muskelgruppen man damit trainiert. Der Laden war gut gefüllt und es waren noch mehr gutaussehende Mädels am Start. Schwitzend quälten sie sich für einen besseren Body und einen besseren Typen.
„Was kostet der Spaß?“
„Sechzig im Monat. Kurse inklusive und du kannst die Rothaarige in der Sauna begutachten.“
Bazzi öffnete seinen Spint, gab mir das Geld und ich gab ihm was zu rauchen. Den Beutel warf er achtlos in seinen Spint und zeigte auf eine Schachtel mit Spritzen und verschiedenfarbigen Flüssigkeiten.

„Ich erzähl dir mal was: Hier laufen Typen rum, die aussahen wie du. Bis ich denen was besorg hab. Ohne Scheiß! Die haben mein Zeug genommen, sind zwei Mal an so einem Gerät vorbeigelaufen und am nächsten Tag mit der Rothaarigen in die Kiste.“

Autor: terencehorn

Auf meinem Blog poste ich Storys aus den 90ern. Zumeist witziges und spontanes Zeugs rund um Betäubungsmittel, Mädchen und den Wahnsinn im allgemein.

4 Kommentare zu „Die rothaarige Fitnessqueen – Kurzgeschichte“

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