Unter Tieren – Lyrik von Walt Whitman (Amerikanischer Dichter)

Ich glaube, es fiele mir nicht schwer, unter Tieren zu leben.
Sie sind so still und genügsam.
Lange kann ich dabei verweilen, ihnen zuzusehen.
Sie rackern sich nicht ab, sie jammern nicht, wie schlecht sie dran sind.
Sie welzen sich nachts nicht im Bett, um ihre Sünden zu beklagen.
Sie öden mich nicht an, indem sie mir ihre Pflichten gegenüber Gott darlegen.
Keines von ihnen ist unzufrieden, keines infiziert vom Wahn,
etwas besitzen zu müssen,
keines beugt vor seinen Artgenossen das Knie,
auch nicht vor irgendeinem, der seit Jahrtausenden tot ist.
Keines hat einen Ruf zu verlieren,
keines von ihnen ist unglücklich über diese Welt.

Walt Whitman, einer der ersten Selfpublisher. Sein bekanntestes Werk „Grashalme“ überarbeitete er sein ganzes Leben. Nun wurde ein bisher unveröffentlichter Roman von ihm entdeckt. Wir dürfen gespannt sein.

Autor: terencehorn

Auf meinem Blog poste ich Storys aus den 90ern. Zumeist witziges und spontanes Zeugs rund um Betäubungsmittel, Mädchen und den Wahnsinn im allgemein.

7 Kommentare zu „Unter Tieren – Lyrik von Walt Whitman (Amerikanischer Dichter)“

    1. Ich suche noch nach der Erklärung warum Deutsche so unzufrieden sind. Nach 40 Jahren Abwesenheit fällt es mir schwer mich hier wieder einzuleben. Weniger meckern und mehr Dankbarkeit wären angebracht. Aber die Hoffnung stirbt zuletzt. An unserem Glück können wir täglich arbeiten…eine schöne Aufgabe. Danke für den Beitrag…well written…

      Gefällt 4 Personen

      1. Klar, die Deutschen sind seit jeher Meister im Jammern, nur habe ich das Gefühl, das mittlerweile weltweit die Unzufriedenheit wächst. Meiner Meinung nach ist daran der Verlust an vertrauenswürdigen Informationen schuld. Die Leute glauben wieder, vorzugsweise den größten Scheiß, anstatt sich an Fakten zu halten. Wir entwickeln uns gerade zurück.

        Gefällt 3 Personen

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