Montagslyriker – Zucker fürs Volk

Mann und Frau auf einer Wiese

Sechs Monate Montagslyriker liegen hinter uns,  sechs Monate Ferien vor uns. Viel Zeit wird mancher denken, doch lässt mir Frühling und Sommer keine Verschnaufpause. Die Sonne lockt mich in den Garten, neue Ideen an den Schreibtisch (mein Roman „Gott und die Welt“ ist bei Seite 160 angekommen) und jede Menge Urlaub steht an. Keine Sorge! Die Montagslyriker kommen Anfang Oktober zurück und bringen euch sicher durch Herbst und Winter.

Mein Dank gilt allen Montagslyrikern, die uns den Montag und die Woche mit ihren tollen Vorträgen retteten und natürlich den treuen Lesern. Genießt die Zeit, sammelt neue Inspiration und haltet die Ohren steif. 

Begrüßen wir die Überbringerin des Frühlings, Botschafterin der Sonne, Verkünderin schöner Worte, Vorhang auf für Sugar4all
>>> http://sugar4all.wordpress.com

1. Nenne den Schmerz beim Namen. Wer ist der Dämon, der dich zum Schreiben verführte?

„Möchte ich doch so schreiben, wie die Muse mich geküsst“
und weiters ist es die Klassik! Diese Musik überfiel mich beim Schreiben, es ist wie ein Zauber…ich höre Klassik und schreibe und schreibe und schreibe.

2. Wer dich kennenlernen will muss wissen, dass du …

Meine Macke heißt Empathie…nicht immer leicht mir ihr zu leben!

3. Welche Götter verehrst du?

Geprägt hat mich eigentlich nur mein Vater…er schrieb..ich war seine Zuhörerin…seine Leserin. Ich bewunderte ihn für seine unglaubliche Wortwahl, für sein Talent schreiben zu können. Ich höre das Schreibmaschinenklicken…bis heute! Und ich hatte sehr früh selbst begonnen zu schreiben…habe viel gelesen…viel prägte mich….ich liebe die Literatur!

4. Was tust du, um dein Werk bekannt zu machen?

(Lesungen, Poetry-Slam, Veröffentlichen in Zeitschriften, Büchern, Internet usw.)
Momentan ist ja leider viel auf „Sparflamme“ – da ich Verlagsprobleme noch ausstehen muss! Für 2017 habe ich aber beschlossen: Lesungen zu halten, Bücher zu schreiben und im Internet bin ich sowieso 😉 !

5. Und nun, zeige dich!

Golden glitzert nicht der Frost

Was will die Träne in deinem Auge,
auf der ein Lächeln schwimmt?
Zerstoße das Grau des Himmels
und lass die Liebe weh’n!
Nicht warten bis der Rausch verstreicht,
Stein ist, und Stein fühlt auch das Tier.
 
Was will die Träne in deinem Auge,
auf der ein Strahlen schillert?
Du denkst, sprichst und wünscht,
was tief und Liebe scheint.
Es gleiten Walzertakte
und atmen tief in ihren Pausen.
 
Was will das Leben,
das vor deiner Türe wartet?
Es ist alt und doch nicht müde,
will dich mitnehmen,
dir Gemäuer zeigen,
die in ihren Träumen sanft verweilen.
 
Tränen braucht das Leben,
golden glitzert nicht der Frost,
der den bangen Moment in Kälte taucht.
Ist etwas verloren, wächst das Neue,
aus dieser Träne deiner Freude.

.

Verträumt

Zwischen grünen Dämmerschleiern
schwebt ein helles, schlankes Licht
und sehnsuchtgrüßend dösen Bilder,
die wir doch niemals greifen können,
obwohl sie sehr lebendig sind.
 
Sahst du das Märchen?
Es schwebte durch den Park,
und Flüstern wandelt zwischen Sträuchern,
blickt sich um und lächelt leise:
Hast du es gehört?
Und Herbstfäden hinterdrein,
sie fangen sich in lauschend Hecken:
Hast du es gesehen?
Und Vögel singen ihre Schlummerlieder:
Ein Märchen schwebte durch den Park.
 
Die Lichter in den Fenstern
sind keine Lichter mehr,
sind Märchen, die zu Licht geworden.
Bist du es, der hier sitzt und träumt?

.

Dort

Dort wo ein Mund leise zu dir spricht
und eine Seele sich dir neigt,
zwei Augen deine Sehnsucht lösen
und die Reinheit über deine Blicke streicht.
 
Dort wo die Glut den Traum erwärmt
und eine Hand den Körper nimmt,
wo stille blumenblaue Wege
durch all die Lebenszeiten führen.
 
Dort wo die Treue liebesweiß erstrahlt,
die Gewissheit nach der Zukunft sucht,
die Schönheit den Kreis der Musen schließt,
dort hat die Wirklichkeit zu bleiben.

.

Ruhelos, ist nicht nur eine Rose!

Jetzt trinke ich nichts,
dann stecke ich mich
in eine Vase
und lass mich pflegen,
flüstert die Rose,
die seit Stunden
in ihrer Erde döst
und wartet.
 
Jetzt trinke ich aus,
dann leg ich mich
auf mein Beet
und pflege mich,
seufzt die Rose,
die seit Stunden
in ihrer Vase döst
und wartet.

.

Schattentraum

Wie oft bin ich gestanden
vorm Gestern wie eine Fremde
und löschte Kerzen aus
und brach den wilden Mohn.
Manchmal, wenn die Dämmerung
wie ein weicher Schleier fällt,
dann breitet sich mein Herz weit aus
und fühlt mit mir die alten Stunden,
die so fest an meinen Träumen hingen.
 
Jene Stille spüre ich, welche Götter schufen,
du siehst, meine Gedanken,
sie sind nicht da, sie sind nicht dort
und doch warten sie am Rande meines Traumes.
Ein sanfter Ruderschlag,
im Takte einer leisen, fernen Trommel
der einsam durch die blasse Landschaft drang.
Zwei Schatten saßen in dem Boot
und waren du und ich,
zwei verträumte Wesen einer Gegenwart.
 
Das Gestern ist kein Traum,
es lebt und denkt fortan, so soll es sein,
so wird es immer bleiben.
Nur das Morgen wird gelebt;
die Schatten brechen sanft das Licht,
blicken hindurch, an uns vorbei
und ziehen weiter, bis in die Seele der Vergangenheit.

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„Das Gesetz ändert sich. Das Gewissen nicht.“

Sophie Scholl

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Autor: terencehorn

Auf meinem Blog poste ich Storys aus den 90ern. Zumeist witziges und spontanes Zeugs rund um Betäubungsmittel, Mädchen und den Wahnsinn im allgemein.

12 Kommentare zu „Montagslyriker – Zucker fürs Volk“

  1. Karin Kronreifs Lyrik war schon immer von einer eigenen Brillanz und Schönheit. Das ist sie und bleibt es auch. Schön, dass wir sie nun auch bei den Montagslyrikern begrüßen dürfen. Ihre Poesie hat mir sehr angetan und ich kann sie auch nur empfehlen. Habe auch schon selbst das Glück gehabt über sie schreiben zu dürfen und würde es jederzeit erneut tun.

    https://miasraum.wordpress.com/2017/01/02/karin-kronreif-gedankentraeume/#more-4336

    Gefällt 2 Personen

  2. Mit diesen berührenden Worten in die lichtvollere Zeit …
    Schön, dass ich eine Montagslyrikerin werden durfte.
    Euch allen wünsche ich ein kreatives halbes Jahr bis die Zeit wieder kommt für mehr drinnen.
    Malen werde ich, hundert Bilder trage ich in mir …
    Bis dann, so long, asta la vista, lieber lyrischer, poetischer Freundeskreis!
    Sibylle Sophie

    Gefällt 3 Personen

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