Nachts allein am Strand vom amerikanischen Dichter Walt Whitman

allein am Strand

Nachts allein am Strand,

wenn die alte Mutter sie hin und her wiegt, ihr raues Lied singt,
wenn ich sehe, wie die hellen Sterne leuchten, denke ich an den Ursprung und an die Zukunft.

Ein gewaltiges Ebenbild umschließt alles,
Alle Kugeln, gewachsen, ungewachsen, klein, groß, Sonnen, Monde, Planeten,
Alle Entfernungen wie weit auch immer,
Alle Entfernungen der Zeit, alle leblosen Formen,
Alle Seelen, alle lebenden Körper, so unterschiedlich, in verschiedenen Welten,
Alle gasförmigen, wässrigen, pflanzlichen, mineralischen Prozesse, die Fische, das Vieh,
Alle Nationen, Farben, Barbaren, Zivilisationen, Sprachen,
Alle Identitäten, auf diesem Globus, einem beliebigen Globus, existiert oder existieren könnten,
Alle Leben und Todesfälle, Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft,
Diese enorme Ähnlichkeit überspannt sie, hat sie immer überspannt.
Wird sie ewig überspannen, komprimieren und einschließen.

Übersetzt von Stephan Rossmann, Mai 2020

 

Originaltext von Walt Whitman:

On the beach at night alone,
As the old mother sways her to and fro singing her husky song,
As I watch the bright stars shining, I think a thought of the clef of the universes and of the future.

A vast similitude interlocks all,
All spheres, grown, ungrown, small, large, suns, moons, planets,
All distances of place however wide,
All distances of time, all inanimate forms,
All souls, all living bodies though they be ever so different, or in different worlds,
All gaseous, watery, vegetable, mineral processes, the fishes, the brutes,
All nations, colors, barbarisms, civilizations, languages,
All identities that have existed or may exist on this globe, or any globe,
All lives and deaths, all of the past, present, future,
This vast similitude spans them, and always has spann’d,
And shall forever span them and compactly hold and enclose them.

 

Weitere Gedicht von Whitman findet ihr in der Lyriksammlung:
Feierabend: Grünschnabel und alte Hasen

Veröffentlicht von

Terence Horn

Auf meinem Blog Terence Horn poste ich Lesestoff aus den 90ern, auch mal aktuelles Zeug, siehe "Joshua - Die Liebe Gottes". Witziges, spontanes Material rund um Betäubungsmittel, Mädchen und den Wahnsinn im allgemeinen.

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