„Es war die Hand Gottes.“ Diego Armando Maradona Franco

Die Welt ist verloren. Das sollte uns nun klar sein.
Den Verlust von James Bond konnten wir noch verkrampften. Er könnte unsere heutigen Probleme nicht  lösen. Sollte er die Klimaerwärmung einfach wegballern? Corona wegsprengen? Seine Zeit war gekommen, Helden gibt es keine mehr. Nun aber gibt es auch keine Antihelden mehr. Diego Armando Maradona Franco ist heute gestorben. Ein Spieler, den ich mein ganzes Leben kannte und den ich fast immer mochte. Er spielte halt in der falschen Mannschaft, jammerte zu viel, war schnell beleidigt und seine Zeit neben dem Platz war nur noch peinlich. Aber er konnte so gut Fußball spielen, Menschen für sich gewinnen, Leidenschaft wecken. Warum und was er alles getan hat, das wissen wir. Darüber brauche ich hier nicht zu schreiben. Vielleicht darüber, dass er als einziger Fußballer praktisch im Alleingang eine Weltmeisterschaft gewinnen konnte, 1986. Vielleicht darüber, dass er als weltbester Spieler tatsächlich keinen Verein finden konnte und schließlich beim SSC Neapel landete. Einem höchstens mittelmäßigem italienischen Verein, der die Ablösesumme wohl nur mit Hilfe halbseidener Organisationen zusammenkratzte. Die Stadt erhob ihn zum Halbgott, in den Himmel. Den Weg zurück musste er alleine bestreiten.

„Ich war, bin und
werde immer drogenabhängig sein.“

Diego war ein Kleinkrimineller, der halt auch wahnsinnig gut Fußball spielen konnte. Ein Sport, den ich heute mit der gleichen Leidenschaft verachte wie ich ihn einmal geliebt habe. Die Weltmeisterschaft 1990 mit Diego als Endgegner und Franz Beckenbauer als Trainer. Was haben wir gezittert, bis zum Schluss. Franz, der Kaiser, der 16 Jahre später die Weltmeisterschaft ins eigene Land holt, die Lichtgestalt, die, wie kaum ein anderer den Niedergang dieses Sports verkörpert. Einer, der die Welt nicht immer verstand, auch die Dinge, um ihn herum, der einfach mitspielen und gewinnen wollte. Er tat, was immer erforderlich war, für seine Mannschaft, für sein Land, vielleicht sogar ein kleinwenig für sich selbst. Für mich ist und bleibt er ein Mensch, dem ich unendlich viel Freude, Spaß, Spannung und Leidenschaft verdanke.

„Ich glaube, die Mannschaft hat eine große Zukunft vor sich. Wir spielen einen Fußball, der die Leute fasziniert und die Herzen in Argentinien höher schlagen lässt. Wir haben nichts falsch gemacht.“

Auch dir möchte ich Dank sagen, lieber Diego. Du hast mich erstaunt, immer wieder. Gedribbelt hast du wie kein Zweiter. Ich habe über dich gelacht, mit dir gelacht und mir Sorgen gemacht. Danke, dass du warst!

Update:
Gerade gelesen, der von der französichen Zeitschrift „France Football“ vergebene Ballon d’Or wählt Maradona in der besten Elf aller Zeiten, mit dem Kaiser und Lothar. Hier die komplette Aufstellung:

Tor: Lev Yashin
Abwehr: Cafu, Franz Beckenbauer, Paolo Maldini
Mittelfeld: Diego Maradona, Xavi, Lothar Matthäus, Pelé
Angriff: Lionel Messi, Ronaldo, Cristiano Ronaldo

Veröffentlicht von

Terence Horn

Auf meinem Blog Terence Horn poste ich Lesestoff aus den 90ern, auch mal aktuelles Zeug, siehe "Joshua - Die Liebe Gottes". Witziges, spontanes Material rund um Betäubungsmittel, Mädchen und den Wahnsinn im allgemeinen.

3 Gedanken zu „„Es war die Hand Gottes.“ Diego Armando Maradona Franco“

  1. Maradonna hatte es bis zuletzt geschafft sein Charisma trotz Drogeneskapaden und peinlichen Auftritten zu bewahren. Anders als andere „Fussballstars“ die mehr Abneigung als alles Andere hervorrufen. Man denke dabei nur an Lothar Matthäus. Mir wird Diego auch immer durch sein Versprechen bei einem Sieg Argenteniens bei der WM 2010 nackt durch Buenos Aires zu laufen in Erinnerung bleiben. Was zum Glück nicht passiert ist. Die Heiligsprechung der Hand Gottes in Argentinien ist somit nur noch Formsache.

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