Interview bei Leserkanone, das endgültige Büchergericht

Terence Horn

Leserkanone.de-Exklusivinterview vom 18.05.2019

Nicolle Kreutzner interviewt Stephan Rossmann, veröffentlicht auf Leserkanone. Warum „Joshua – die Liebe Gottes“, wer ist dabei, wer die Helden, wie gehts weiter … einfach mal reinlesen:

Stephan Rossmann Interview bei Leserkanone

C’est la vie Philippe Djian

Der Lesestoff der Franzosen

Betty Blue ist tatsächlich das erste Buch, welches ich gelesen habe, dass mir wirklich etwas bedeutete. Davor gab es “Die Drei ???”, der ein oder andere Schinken meiner Eltern, viel gelesen habe ich sowieso nicht, den Namen Bukowski nie gehört. Da war also dieser coole Typ, mit dieser tollen Frau, der sich gerade so durchs Leben schummelte, nicht viel erwartete und noch weniger bekam. Er stand aufrecht, während sie schwankte, ausschlug, zu den Sternen, dem Tod entgegen. Das war schon was, eine Geschichte, eine erste Vorbereitung auf das, was die Zukunft bringen sollte.

Betty Blue ist keine Liebesgeschichte, dieser Illusion darf man sich nicht hingeben. Betty Blue ist die Geschichte eines Mannes, den das Leben rundschliff. Zorg ist ein Mann, der ein Danke zu schätzen weiß, einen Freund, eine gute Tat. Betty ist die Katastrophe, der Vulkan, der alles verschlingt, was ihm im Wege steht, ohne Rücksicht auf Verluste. Er hebt sie auf, wenn das Leben sie niederschlägt, immer und immer wieder, der Trainer eines lebensmüden Boxers. Sie lieben sich wahrhaftig, und schaffen es doch nicht. Was für ein Mann. Was für eine Frau. Was für ein Frankreich. Sonne, Meer, ein Job als Hausmeister, C’est la vie.

Djian gibt als literarische Vorbilder Typen wie Henry Miller, Jack Kerouac und Salinger an. Womit er natürlich die richtige Schiene fährt. Nach dem Krieg waren es die Jungs jenseits des Ozeans, die etwas Neues auf die Beine stellten, während wir die Häuser wiederaufbauten. Djian beschäftigt sich mit dem Leben, die Menschen bedeuten ihm etwas, diejenigen, denen er auf der Straße begegnet. Djian schreibt mit Leichtigkeit über Katastrophen, die Menschen in die Knie zwingen, lacht dabei, singt Lieder von Gilbert Bécaud. Einmal sagte er:

„Frag nicht, warum du schreibst und für wen, schreibe stattdessen, als sei jeder Satz dein letzter.“

Philippe Djian kam 1949 in Paris zu Welt, seine Eltern waren ganz normale Leute. Er studierte Literatur, brach ab, besuchte eine Journalismus Schule, brach ab, versuchte es auf die harte Tour. Heuerte nach Südamerika an, es gelang ihm nicht, er folg nach Amerika, Südamerika, ohne Erfolg, kehrte nach Frankreich zurück, arbeite als Lektor, die Gelegenheitsjobs fingen an, unter anderem bei einer Mautstell, wer kennt das nicht? Wie so oft rettete ihn eine Frau, Année Djian, die er 1974 heiratete, mit der er bis heute zusammen ist. Sein erstes Buch wurde abgelehnt, drei Jahre lang, bis er es unter die Leute brauchte, vier Jahre später der Flug in den Himmel, er hatte es geschafft, „Betty Blue – 37,2 Grad am Morgen“ fortan war er ein Star, ein internationaler Schriftsteller, der jedes Jahr genau ein Buch herausbringt, der eine Seite am Tag schreibt, der von dieser einen Seite am Tag wunderbar Leben kann. Djian zieht gerne um, lebt mal hier, mal da, in den schönen Städten der Welt, derzeit wohl in Biarritz und Paris. Die Djians haben drei Kinder.

Bücher, die ich von ihm gelesen habe: „Wie die wilden Tiere“, „Die Leichtfertigen“, „100 zu 1““. An Betty Blue kam er leider nicht mehr ran, sein Meisterwerk. Melancholische Ironie, pessimistisch lebenslustig, erotisches Knistern, ein lesenswerter französischer Autor, dessen Lesestoff wir im Auge behalten sollten, gerade die alten Werke. Bei den neueren Arbeiten hat man doch den Eindruck, der gute Mann ist ein wenig fettgefressen, ohne die rechte Motivation. Um bei der Wahrheit zu bleiben, da war geradezu unlesbares dabei. Genau deswegen werde ich mal wieder bestellen, und zwar den guten, alten Lesestoff, als sein Herz blutete, die Augen offen waren: Blau wie die Hölle, Verraten und Verkauft, Rückgrat, Krokodile, Heißer Herbst, Schwarze Tage, weiße Nächte.

„Wie willst du dieses Leben durchstehen, ohne nicht mindestens einmal an was zerbrochen zu sein?“

die Franzosen bei ihrer Lieblingsbeschäftigung

Und natürlich werde ich auch dieses Jahr meinen Urlaub in Frankreich verbringen. Einfach weil ich das Land liebe, weil ich die Franzosen liebe und die Franzosen lieben mich (Obwohl ich so gut wie kein Französisch spreche). Essen, Trinken, Schlafen, C’est la vie.

Die Bücher habe ich bestellt, wurden auch gleich am nächsten Tag geliefert, ich fing an zu lesen:

Krokodile
Sechs lesenswerte Kurzgeschichten, aus dem Leben gezogen, die mich sogar an Bukowski erinnerten. Klar, nicht ganz so hart, so schonungslos, mit Happyend, aber hat was. Man merkt bei Djian, dass er sich die Geschichten ausdenkt, Bukowski erzählt zumeist Erlebtes, erfindet hier und da noch was dazu. Djian erzählt von einem coolen Typen, dessen Nachbar, ein Schriftsteller, durchdreht. Überhaupt sein Lieblingsthema, Schriftsteller. Verlegt bei Diogenes, wie alle Bücher von ihm. Was gut ist, mir gefallen die Titelseiten.

Erogene Zone
Ein großartiges Buch, das ich gleich zweimal lesen werde, mit einigen unübertroffenen Zeilen, an die ich lange denken musste

Pas de deux
Lesenswerte Liebesgeschichte mit Rückblicken

Kriminelle
Finger weg!

Die Bücher des Lesestoff-Künstlers Heinz Strunk

lämmer auf dem Weg zur Schlachbank

Erstklassiger Lesestoff von Heinz Strunk

Ein Kumpel brachte mir ein Hörbuch vorbei. Davon hatte ich noch nie was gehört. Hörbuch? Warum sollte sich jemand stundenlang volllabern lassen, wenn er in der Zeit Musik hören kann? Naja, ich hab’s dann doch gemacht, auf dem Weg in die Toskana, drei Wochen Urlaub. Vier oder fünf CDs „Fleisch ist mein Gemüse“ von Heinz Strunk, zwei Stunden Stau, und ja, der Typ konnte erzählen, einen bei der Stange halten und tatsächlich, was haben wir gelacht. Eine echt witzige Geschichte, von einem pickligen Jungen, der bei einer Tanzkapelle anheuert, um sich den Unmenschlichkeiten des Lebens zu stellen.

Gut, dann war erstmal ein paar Jahre Ruhe, bis mir Fleckenteufel in die Hände fiel. Meiner Meinung nach der mit Abstand beste Lesestoff von Strunk. Ich hab mich weggeworfen. Ein Teenager fährt an die Ostsee, zur Jugendfreizeit, mit den bekannten Nebenwirkungen: Alkohol, Moralpredigten, Gruppenbildung, Disco und Sex, zumindest ein bisschen davon. Kaum ausgelesen, hab ich mir „Jürgen“, „Heinz Strunk in Afrika“ und „Das Teemännchen“ bestellt. Alle drei ebenfalls super witzig.

Roman „Jürgen“: Kurz erzählt geht es um einen Mann, der als Parkwächter arbeitet und seinen Freund, der im Rollstuhl sitzt. Beide wollen endlich Sex, eine Frau und nehmen dafür so einige Peinlichkeiten in Kauf. Arme Willis, die sich durch Lebens schlagen, auch wenn der Wind von vorne bläst.

Roman „Heinz Strunk in Afrika“: Strunk fliegt mit seinem Kumpel nach Kenia, um einen ruhigen Urlaub, ohne Stress zu verbringen, so richtig schön deutsch, bis die ersten Schüsse fallen. Herrlich erzählt, teils auch ein wenig traurig, immer lesenswert.

Roman „Das Teemännchen“: Das Buch hab ich zweimal bestellt, innerhalb von drei Monaten, einfach weil ich vergessen hatte, dass ich es schon gelesen hatte. Das muss jetzt nichts heißen, passierte mir auch schon bei Bukowski und John Fante. Naja, die andern Bücher von ihm sind besser.

Zu Heinz Strunk kann ich nicht viel erzählen. Er war wohl mal bei VIVA, ist studierter Musiker, lebt in dem klimatischen Katastrophengebiet um Hamburg und schreibt Bücher. Sein neuster Roman „Der goldene Handschuh“ soll wohl recht gut ankommen und ist auch verfilmt worden. Allerdings ist die Story um einen Mörder in Sankt Pauli ziemlich humorbefreit, weswegen ich es nicht lesen werde. Politisch war oder ist er für den Kasperhaufen „Die Partei“ tätig, verhält sich auch sonst krampfhaft künstlerbetont links, was er eigentlich gar nicht nötig hat und ich ziemlich schade finde. Fazit: Für mich der derzeit lesenswerteste deutsche Autor.

Poster am Samstag

Lesestoff für die ganze WeltPoster Ave Maria

Was man so macht bei schlechtem Wetter. Ran an den Rechner, Photoshop, Kunstwerke alter Meister runterladen, bearbeiten und was Neues erschaffen. So geht schlechtes Wetter. Also haltet die Ohren steif und genießt das Wochenende. Übermorgen ist schon wieder alles vorbei.

Euer
Terence

Lesestoff Bukowski, Homer Simpson und ich …

Autor Terence Horn

Lesestoff dreier Helden

Bukowski feiert und ich trink einen mit. Bukowski ,Homer und ich, die ganze, wahre Geschichte … Tu es! Mach es richtig, langsam, doucement …

Zwischen all dem Alkohol, schmutzigen Frauengeschichten und der Gosse war mitunter banales, gespieltes, verlogenes, verleumderisches und überzogenes Geschwätz, weshalb ich hier und da versucht war, die eine oder andere Seite zu überspringen. Mitunter konnte ich den Drecksack nicht leiden, diesen versoffenen Penner, der unverschämt geniale Zeilen zu Papier brachte. Lesestoff, der mich bei der Stange hielten, der mich mitriß in meine eigene Vergangenheit.

Weiterlesen „Lesestoff Bukowski, Homer Simpson und ich …“

„Joshua – die Liebe Gottes“ im Buchhandel erhältlich

Halleluja! Nach einigen, unnötigen Problemen beim Veröffentlichen nun endlich, mein Roman „Joshua – die Liebe Gottes“ ist im Buchhandel erhältlich. Gegenwartsliteratur für Freunde von Djian, Bukowski, Fauser.

Lesestoff: Joshua als Taschenbuch

ISBN 1093133104
242 Seiten
12,95€
Erhältlich auf amazon:
https://www.amazon.de/dp/1093133104

Lesestoff: Die Liebe Gottes als E-Book

ASIN: B07QMJN8Z9
4,99€
Erhältlich auf amazon:
https://www.amazon.de/gp/product/B07QMJN8Z9

Warum habe ich den Roman „Joshua – Die Liebe Gottes“ geschrieben?

Echte Männerfreundschaften, wie in einem Sergio Leone Western, darum geht es doch. Allein ist man machtlos. Gemeinsam nehmen Joshua und Samuel den Kampf auf, stellen sich dem Schicksal, stehen ein für Liebe und Gerechtigkeit. Dabei sind sie völlig unterschiedliche Charaktere, deren Leben in einer Sackgasse steckt, aus der sie nicht rauskommen. Joshuas einziger Lebensinhalt besteht darin Frauen auf sein Sofa einzuladen, jede Nacht eine andere. Samuel dagegen geht leer aus, hockt in seinem Zimmer und surft durchs Internet. Gemeinsam stellen sie sich den Herausforderungen, überwinden Hindernisse, treffen Entscheidungen, wollen raus aus der Bedeutungslosigkeit. Und wer will das nicht? So schön unser Leben auch sein mag, wir sind Getriebene, die immer weiterziehen, neuen Zielen entgegen. Joshua ist eigentlich ein ganz normaler Typ, der gut bei Frauen ankommt, gerne mal einem Drogenrausch verfällt und so etwas wie Erleuchtung erfährt. Danach läuft alles wie von selbst, auch weil sich Samuel als gut laufendes Propagandagenie entpuppt. Die Dinge nehmen ihren Lauf, entwickeln ein Eigenleben. Letztlich wollte ich einfach guten Lesestoff abliefern.

Weiterlesen „„Joshua – die Liebe Gottes“ im Buchhandel erhältlich“

Neuer Lesestoff: Joshua – die Liebe Gottes

Gegenwartsliteratur für Weltenbummler

Am Sonntag, 21.04. erscheint mein zweiter Roman „Joshua- die Liebe Gottes„. Um euch einzustimmen gibts heute eine kurze Beschreibung, um was gehts überhaupt, taugt der Lesestoff und das Cover (hoffentlicht geht das bei amazon so durch). Ansonsten schöne Feiertage und wir hören, sehen und lesen uns am Sonntag, bis dahin, haltet die Ohren steif.

Kurzbeschreibung:

Ist er Gottes Sohn oder ein Scharlatan, der die Frauen liebt und die Welt täuscht? Ein Charmeur, mit der Ausstrahlung eines Propheten, der mit Samuel in einer WG wohnt, tagein tagaus Frauen verführt, das Leben feiert. Samuel kocht Kaffee, spült Geschirr, lässt sich volllaufen. Joshua ist auf der Suche. Ein charismatischer Faulenzer, der sein Leben nach einer Offenbarung umkrempelt und innerhalb kürzester Zeit zu einem Popstar, einem Messias erhoben wird, der ganz nebenbei die existenziellen Fragen des Seins beantwortet. Wer bin ich? Wo komme ich her? Welchen Sinn hat das Ganze? Wie geht’s weiter? Ist Gott mein Vater und wer war zuerst da: Mann oder Frau? Ein Casanova, der das Leben liebt, ohne Schuld und Reue. Zwei junge Männer auf dem Weg zu Macht, Liebe und Ruhm. Mit Gottes Segen, Glück und einigen Wunder können sie es vielleicht sogar schaffen.

Weitere Infos hier : Joshua – Gegenwartsliteratur