Charakter von Lord Byron, britischer Dichter der Romantik

Vieles erregt, was nicht

Erregung schafft,

nicht zu Herzen spricht,

Schleier über wilder Gewalt,

ordinär in den Verbrechen,

Witze ohne Salz,

gemachte Leidenschaft,

keine Spur von Wahrheit erhebt

ihre Schwächen,

die Charaktere gleich und glatt,

wenn einer überhaupt Charakter hat.

Lord Byron

George Gordon Noel Byron, 6. Baron Byron
Geboren am 22. Januar 1788 in London
Gestorben am 19. April 1824 in Messolongi
Britischer Dichter der Romantik, Vater von Ada Lovelace, Freiheitskämpfer, Mitbegründer von Frankenstein und Vampiren.


Dieses Gedicht ist veröffentlich unter folgendem Gedichtband:

Dingsbums – Klischee & Wirklichkeit
26 Gedichte, Zitate und Weisheiten über Sinn und Unsinn. Blick in die Zukunft. Futter für die Seele. Dingsbums erklärt die Welt.

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„Vereinsamt“ Gedicht von Friedrich Nietzsche, Deutscher Philologe

Die Krähen schrein

Und ziehen schwirren Flugs zur Stadt:

Bald wird es schnein,

Wohl dem, der jetzt noch – Heimat hat!

Nun stehst du starr,

Schaust rückwärts, ach! wie lange schon!

Was bist du Narr

Vor Winters in die Welt entflohn?

Die Welt – ein Tor

Zu tausend Wüsten stumm und kalt!

Wer das verlor,

Was du verlorst, macht nirgends Halt.

Nun stehst du bleich,

Zur Winter-Wanderschaft verflucht,

Dem Rauche gleich,

Der stets nach kältern Himmeln sucht.

Flieg, Vogel, schnarr

Dein Lied im Wüstenvogel-Ton!

Versteck, du Narr,

Dein blutend Herz in Eis und Hohn!

Die Krähen schrein

Und ziehen schwirren Flugs zur Stadt:

Bald wird es schnein,

Weh dem, der keine Heimat hat!

Friedrich Nietzsche
Deutscher Philologe, d.h. zuerst Preusse und dann staatenlos
Geboren am 15. Oktober 1844 in Röcken
Gestorben am 25. August 1900 in Weimar
Nietzsche war schwer zu greifen, bereits mit 24 Jahren Professor, „Also sprach Zarathustra“, „Ecce homo“:

„Ja, ich weiß, woher ich stamme,
Ungesättigt gleich der Flamme
Glühe und verzehr’ ich mich.
Licht wird alles was ich fasse,
Kohle alles, was ich lasse,
Flamme bin ich sicherlich.“

der Übermensch, bis ihn seine psychische Störung vernichtete.


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Die Ameisen von Ringelnatz, deutscher Schriftsteller und Kabarettist

In Hamburg lebten zwei Ameisen,
Die wollten nach Australien reisen.
Bei Altona auf der Chaussee
Da taten ihnen die Beine weh,
Und da verzichteten sie weise
Denn auf den letzten Teil der Reise.

So will man oft und kann doch nicht
Und leistet dann recht gern Verzicht.

Joachim Ringelnatz
geboren am 7. August 1883 in Wurzen als Hans Gustav Bötticher
gestorben am 17. November 1934 in Berlin

Traum aus einer Nacht – Gedicht des Lyrikers Rainer Rilke

Ich möchte dir ein Liebes schenken,

das dich mir zur Vertrauten macht:

aus meinem Tag an dein Gedenken

und einen Traum aus meiner Nacht.

 

Mir ist, dass wir uns selig fänden

und dass du dann wie ein Geschmeid

mir löstest aus den müden Händen

die nie begehrte Zärtlichkeit.

Rainer Maria Rilke
Schöpfer der Dinglyrik.
Geboren am 4. Dezember 1875 in Prag
Gestorben am 29. Dezember 1926 in Montreux, Schweiz


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Niemand, ein Gedicht von Emily Dickinson

Ich bin ein Niemand? Wer bist du?

Bist ein Niemand, auch du?

Nun sind wir ein Paar.

Psst! Damit sie uns nicht

hören können.

 

Wie traurig, jemand zu sein.

Wie elend, vor jedermanns Ohr,

den eignen Namen zu quaken,

wie ein Frosch im Moor.

Emily Dickinson
Ein Vulkan, der in einem Eisblock ausbricht.
Geboren am 10. Dezember 1830 in Amherst, USA.
Emily Dickinson verließ ihren Ort nie, selten ihr Zimmer.
Sie starb am 15. Mai 1886. Die meisten ihrer Gedichte wurden erst nach ihrem Tod veröffentlicht.


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Dingsbums – ein Gedichtband über Klischee und Wirklichkeit

26 Gedichte, Zitate und Weisheiten über Sinn und Unsinn. Blick in die Zukunft. Futter für die Seele. Dingsbums erklärt die Welt.

Erhältlich als E-Book auf amazon:

Taschenbuch:
46 Seiten
7,75 €
https://www.amazon.de/dp/B08M2HBGFK

von
Stephan Rossmann
mit

  • Emily Dickinson (Ein Vulkan, der in einem Eisblock ausbricht)
  • Walt Whitman (Das Gewissen der Vereinigten Staaten von Amerika)
  • Rainer Rilke
  • Friedrich Freiherr von Logau
  • Friedrich Nietzsche
  • Lord Byron
  • Konfuzius
  • Ludwig Uhland (Tiroler Freiheitskämpfer)
  • Epikur
  • Hegel (Erfasser der Wirklichkeit)
  • Max Stirner

Dass diese Furcht zu irren
schon der Irrtum selbst ist …

Georg Wilhelm Friedrich Hegel

Der Panther. Ein Gedicht des Lyrikers Rainer Maria Rilke

Sein Blick ist vom Vorüberziehen der Stäbe
müd geworden, dass er nichts mehr hält.
Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe
und hinter tausend Stäben keine Welt.

Der weiche Gang geschmeidig starker Schritte
der sich im allerkleinsten Kreise dreht
ist wie ein Tanz von Kraft um eine Mitte
in der betäubt ein großer Wille steht.

Nur manchmal schiebt der Vorhang der Pupille
sich lautlos auf.
Dann geht ein Bild hinein
geht durch der Glieder angespannte Stille
und hört im Herzen auf zu sein.

Rainer Maria Rilke geboren am 4. Dezember 1875 in Prag, Österreich-Ungarn. Gestorben am 29. Dezember 1926 in Montreux, Schweiz. Vertreter der Dinglyrik.


titel, Cover von Feier AbendFeier Abend – Grünschnabel und alte Hasen
19 Gedichte über Sinn und Unsinn des Lebens,
ewige Liebe, frühen Tod und wilde Tiere.
Blick in die Zukunft. Futter für die Seele.
Als E-Book oder Taschenbuch erhältlich …

„Unter Tieren“ ein Gedicht von Walt Whitman

Unter Tieren zu leben, fiel mir leicht.
Sie sind schweigsam und genügsam.
Lange kann ich ihnen zusehen.
Tiere rackern sich nicht ab, jammern nicht.
Sie wälzen sich nicht im Bett, ihre Sünden beklagend.
Tiere öden mich nicht an, mit ihren angeblichen
Pflichten Gott gegenüber.
Nie sind sie unzufrieden.
Geimpft gegen den Wahn zu besitzen.
Kein Tier beugt sich vor seinesgleichen.
Vor keinem, seit Jahrtausenden tot.
Kein Tier verliert einen Ruf.
Keines ist unglücklich über diese Welt.

Walt Whitman, die Stimme Amerikas. Aus einer anderen Zeit. Sein bekanntestes Werk „Grashalme“ überarbeitete er sein ganzes Leben. Nun wurde ein bisher unveröffentlichter Roman von ihm entdeckt. Wir dürfen gespannt sein.
(übersetzt von Stephan Rossmann)

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Unser Virus

Unser Virus

Gesichtslose Schlangen in der Innenstadt,

jagen nicht mehr, dem Konsum hinterher.

Warten. Kein Wort der Klage. Kein Protest,

reihen sie sich ein, damit ein anderer lebt.

Unser Virus kennt keine Vorurteile, unterscheidet nicht,

behandelt alle gleich.

Unser Virus spaltet, treibt auseinander,

verhöhnt, gibt Zeit zum Nachdenken.

Wer fürchtet sich, vor dem bisschen Tod?

Willst du ewig leben, an deinem Nachbarn vorbei?

Was hat dir Spaß gemacht?

Hast du geliebt?

Komm, schenk nochmal ein, wage den Tanz,

miteinander durch die Nacht.

Alles wird gut, nicht heute, vielleicht morgen,

in einer besseren Welt.

Stephan Rossmann


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„Schlagt! Schlagt, Trommeln!“ ein Gedicht des amerikanischen Lyrikers Walt Whitman

zerstörte Landschaft
Erste Schlacht am Bull Run am 21. Juli 1861

Gedicht von Walt Whitman aus dem Jahre 1865, während er als Sanitäter im Bürgerkrieg diente. Aus dem Gedichtband Drum Taps (Trommelschläge), inspiriert nach der Niederlage der Nordstaaten in der Ersten Schlacht am Bull Run.

Schlagt! Schlagt, Trommeln! Blast, Hörner, blast!
Keine Verhandlung – keine Klage!
Kümmere dich nicht um die Schüchternen – kümmere dich nicht um Tränen oder Gebet,
Kümmere dich nicht um den Vater, der den Sohn anfleht,
Lasst weder die Stimme des Kindes, noch die Bitten der Mütter hören!
Macht die Bahren, um die Toten zu schütteln, wo sie auf die Leichenwagen warten.
Mächtig schlägst du schreckliche Trommeln – so laut die Signalhörner blasen.

Übersetzt von Stephan Rossmann

Beat! beat! drums! – blow! bugles! blow!
Make no parley – stop for no expostulation,
Mind not the timid – mind not the weeper or prayer,
Mind not the old man beseeching the young man,
Let not the child’s voice be heard, nor the mothers entreaties,
Make even the trestles to shake the dead where they lie awaiting the hearses,
So strong you thump O terrible drums – so loud you bugles blow.

Porträt von Walt Whitman
Porträt von Walt Whitman

Walt Whitman war einer der bekanntesten US-amerikanischen Dichter.


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Nachts allein am Strand vom amerikanischen Dichter Walt Whitman

allein am Strand

Nachts allein am Strand,

wenn die alte Mutter sie hin und her wiegt, ihr raues Lied singt,
wenn ich sehe, wie die hellen Sterne leuchten, denke ich an den Ursprung und an die Zukunft.

Ein gewaltiges Ebenbild umschließt alles,
Alle Kugeln, gewachsen, ungewachsen, klein, groß, Sonnen, Monde, Planeten,
Alle Entfernungen wie weit auch immer,
Alle Entfernungen der Zeit, alle leblosen Formen,
Alle Seelen, alle lebenden Körper, so unterschiedlich, in verschiedenen Welten,
Alle gasförmigen, wässrigen, pflanzlichen, mineralischen Prozesse, die Fische, das Vieh,
Alle Nationen, Farben, Barbaren, Zivilisationen, Sprachen,
Alle Identitäten, auf diesem Globus, einem beliebigen Globus, existiert oder existieren könnten,
Alle Leben und Todesfälle, Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft,
Diese enorme Ähnlichkeit überspannt sie, hat sie immer überspannt.
Wird sie ewig überspannen, komprimieren und einschließen.

Übersetzt von Stephan Rossmann, Mai 2020

 

Originaltext von Walt Whitman:

On the beach at night alone,
As the old mother sways her to and fro singing her husky song,
As I watch the bright stars shining, I think a thought of the clef of the universes and of the future.

A vast similitude interlocks all,
All spheres, grown, ungrown, small, large, suns, moons, planets,
All distances of place however wide,
All distances of time, all inanimate forms,
All souls, all living bodies though they be ever so different, or in different worlds,
All gaseous, watery, vegetable, mineral processes, the fishes, the brutes,
All nations, colors, barbarisms, civilizations, languages,
All identities that have existed or may exist on this globe, or any globe,
All lives and deaths, all of the past, present, future,
This vast similitude spans them, and always has spann’d,
And shall forever span them and compactly hold and enclose them.


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Das Ende der Welt – ein Gedicht

Gedicht von Stephan Rossmann

Danach kommt nichts mehr

Das Ende der Welt

Bin ich froh, hier zu sein

Kein Laut, kein Sein.

Schön ist es, ein ganz besonderer Fleck

An dem ich nicht bleiben darf

Nicht heute, morgen oder übermorgen

Die gleiche Strecke zurück.

Gleich bin ich bei dir, geliebtes Leben

Atmen, ich muss atmen

Ein und aus, mehr muss ich nicht

Dem Licht entgegen, schaff ich es nicht.

Stephan Rossmann, irgendwann 2017.


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Ein Tag Sommer – Gedicht

Ein Tag Sommer

Versteckte Tränen, schweres Blut, warmer Stein

An diesem einen Tag, im verregneten Mai

Leiser Wüstenwind wehte über die Berge

Weckte den Sommer in der Stadt

Eine Ahnung, ein Gefühl, ein gern gesehener Leichtsinn

von Stephan Rossmann


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Gedicht von Emily Dickinson – Vor aller Lehmgestalt!

Emily Dickinson, Amerikansiche Dichterin

Vor aller Lehmgestalt

Von allen Seelen, die Gott erschuf
Hab ich eine erwählt
Als sich der Sinn vom Geist getrennt
Und Ausreden nichts mehr zählten
Was ist und was war
Steht wahrhaftig für sich
Dieses kurze Erdenstück
Treibsand, der vergeht
Formen, die Liebreiz zeigen
Im Nebel aufgelöst
Siehe die Urform, die ich erdacht
Vor aller Lehmgestalt!

Emily Dickinson
(übersetzt von Stephan Rossmann)

Emily Dickinson, die größte unter der Sonne, lebte ungefähr zur selben Zeit wie Walt Whitman. Allerdings ist es unwahrscheinlich, dass sie sich jemals begegneten. Die gute Frau verließ so gut wie nie das Haus, selten ihr Zimmer. Trotzdem war ihr Geist groß genug um solch schöne Worte zu produzieren. Selbst veröffentlichte sie gar keine Gedichte, war scheu und litt an Depressionen. Eine besondere Frau, deren Schönheit weiterlebt.


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Emily Dickinson, Lyrik einer amerikanischen Dichterin

Emily Dickinson, Amerikanische Dichterin

Weil ich für den Tod nicht halten darf (Because I could not stop for Death)

Weil ich für den Tod nicht halten darf
Nahm er mich freundlicherweise mit
Im Karren saßen er und ich
Und die Unsterblichkeit.

Wir fuhren langsam – er kannte keine Eile
Und ich warf fort
Mein Lebenswerk, samt Muße
Für seine Höflichkeit.

Vorbei an der Schule, wo Kinder lernen
In der Pause in den Ring zu steigen
Vorbei an Feldern, die ein Auge auf uns warfen
Vorbei am Sonnenuntergang.

Wir hielten an einem Haus
Nicht mehr als ein Haufen in der Landschaft
Ein Dach war sonderbar zu erkennen
Der Sims versank im Erdreich.

Seitdem vergingen die Jahrhunderte
Jedes schneller als ein Tag
Bis die Köpfe der Pferde verschwanden
In der Ewigkeit.

Emily Elizabeth Dickinson (amerikanische Dichterin) wurde am 10. Dezember 1830 in Amherst, Massachusetts geboren. Sie verließ den Ort nie, selten überhaupt ihr Zimmer und starb am 15. Mai 1886. Die meisten ihrer Gedichte wurden erst nach ihrem Tod veröffentlicht. Für mich die größte Dichterin überhaupt.

„Obwohl Emily Dickinson fast ihr ganzes Leben in ihrem Haus verbrachte, ist ihr lyrisches Werk von enormer Weite geprägt. Emily Dickinsons begrenzter Erfahrungsradius hat ihr Schaffen nicht eingeschränkt, sondern gefördert, denn sie war mittels ihrer Vorstellungskraft in der Lage, die kleine und überschaubare Welt, in der sie lebte, in eine große Welt zu verwandeln.“ Zitat Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Emily_Dickinson

„To make a prairie it takes a clover and a bee,
one clover, and a bee,
And revery.
The revery alone will do,
If bees are few.“


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Gesang von mir Selbst, von Walt Whitman (US-Dichter)

Walt Whitmann auf einem Foto

Gedicht über den Schwätzer

Ausschnitt aus Walt Whitmans „Gesang von mir Selbst“
Walter Whitman (geboren am 31. Mai 1819 : gestorben am 26. März 1892, US-amerikanischer Dichter.) Vielen bekannt aus dem Film „Club der toten Dichter“. Jedoch hatte Whitman weitere Auftritte, u.a. bei den Simpsons, Dr. Quinn, Jim Jarmusch, Footloose, Kurt Tucholsky und so weiter. Sein Hauptwerk heißt Leaves of Grass (Grashalme). Bedenkt man die Zeit, zu der Walt Whitman lebte, so war er seiner Zeit wohl weit voraus. Im Wilden Westen herrschten die Colts, in Deutschland dutzende Fürsten und Könige, Hungerkrisen in Europa ließen die Menschen als Flüchtlinge in die USA auswandern, Charles Darwin publiziert seine Theorie über die Evolution, Whitman schreibt über die Natur, homosexuelle Neigungen, verehrt den Transzendentalismus.

… Ich hörte, was die Schwätzer schwatzen, Geschwätz von Anfang und Ende. Ich aber schwatze nicht von Anfang oder Ende.

Niemals war mehr Anfang als jetzt,
nie mehr Jugend und Alter als jetzt,
nie war mehr Vollkommenheit als jetzt,
nie mehr Himmel und Hölle als jetzt.

Trieb und Trieb und Trieb,
stets der zeugende Trieb der Welt …

Weitere Infos gerne auf Wikipedia
oder The Walt Whitman Archive


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Nebel überall, verdunkelt sich die Sicht – ein Goethe Gedicht

goethe

Dämmrung senkte sich von oben

Dämmrung senkte sich von oben,
Schon ist alle Nähe fern;
Doch zuerst emporgehoben
Holden Lichts der Abendstern!
Alles schwankt ins Ungewisse,
Nebel schleichen in die Höh;
Schwarzvertiefte Finsternisse
Widerspiegelnd ruht der See.

Nun im östlichen Bereiche
Ahn’ ich Mondenglanz und -glut,
Schlanker Weiden Haargezweige
Scherzen auf der nächsten Flut.
Durch bewegter Schatten Spiele
Zittert Lunas Zauberschein,
Und durchs Auge schleicht die Kühle
Sänftigend ins Herz hinein.

Deutsches Universalgenie Johann Wolfgang von Goethe

Geboren am 28. August 1749 in Frankfurt am Main, gestorben am 22. März 1832 in Weimar. Der Hellste unter der Sonne, für manchen. Schöpfer von Götz von Berlichingen mit der eisernen Hand, Herr über 1000 Musen, Rechtsanwalt, Liebhaber, Nationaldichter, Italienkenner, Schiller Freund, Ritter der Ehrenlegion, Naturwissenschaftler.


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Die Hauptsache besoffen – Goethe ein deutscher Dichter

Mädchen auf einem SofaTrunken müssen wir alle sein!
Jugend ist Trunkenheit ohne Wein;
Trinkt sich das Alter wieder zu Jugend,
So ist es wundervolle Tugend.
Für Sorgen sorgt das liebe Leben,
Und Sorgenbrecher sind die Reben.

Johann Wolfgang von Goethe, der deutsche Dichter aus Frankfurt am Main. Sohn reicher Eltern, bevorzugt, geliebt und begabt. Man könnte neidisch werden. Nur bei der Farbenlehre hat er sich vertan, aber das ist ja erst später aufgefallen.

Und hier noch ein ehrlicher Spruch von ihm, der passt wie die Faust aufs Auge:

Als ich jung war,
waren alle meine Glieder gelenkig,
bis auf eins.

Jetzt, wo ich alt bin,
sind alle meine Glieder steif,
bis auf eins.


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Sonne und Schatten – Gedicht von Ralph Waldo Emerson

Brahma

Wenn der rote Schläger meint, er prügle
Oder der Erschlagene denkt, er sei erschlagen
So wissen sie nicht, auf welchen Pfaden
Ich schreite, verweile und zweifle.

Nah ist mir, was fern und versunken
Sonne und Schatten wie Bruder und Schwester
Die alten Götter erheben sich
Ein Blick für Ruhm und Schmach.

Wer mich verleugnet, verkennt seine Lage
Wenn wir empor gleiten, schwinge ich die Flügel
Ich bin der Fragesteller und die Frage
Ich bin das Lied, das der Brahmane singt.

Die großen Götter sehnen sich nach dem Olymp
Fruchtlos verzehren sie sich nach den heiligen Sieben
Du, Liebender des Guten findest mich
Kehrst dem Himmel den Rücken zu.

Ralph Waldo Emerson, der Streber, Gutaussehende, Amerikaner, Gewissen einer Nation, Gegner der Sklaverei, Verfechter einer funktionierenden Natur


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Das Sauerkrautgesicht – ein Gedicht fürs Volk

Die Auferstehung einer verlorenen Liebe

Der deutscheste Deutsche besiegte zuerst sich selbst,
Ursprung und Lösung all unserer Probleme, liebster Zeitvertreib.
Ein erloschenes Herz, das keine Ruhe fand, als Repräsentant der Völker durch Europas schmutzige Sumpflandschaften irrte.
Gott segne ihn, den geheimnisvollen Unbekannten.

Der deutscheste Deutsche, aus dem Nichts geboren, ein Sauerkrautgesicht mit Fischaugen. Bejubelter Witz, im erlauchten Kreis ungenutzter Möglichkeiten. König des sittlichen Empfindens, Retter, Heiland und Erlöser, verspricht seinem Volk Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit.
Ein Gummibärchen auf dem Weg zu wahrer Macht.
Gott sehne ihn, den designierten Imperator.

Der deutscheste Deutsche lüftet die Maske, gibt sich als einsamer Reiter,
in dunkelster Nacht zu erkennen, dem es erlaubt sei zu sprechen,
weil er sich als flüchtiger Furz erwies. Ein laues Lüftchen,
welches fröhlich und unerschrocken verpufft. Ein Goldfisch im Piranhabecken skrupelloser, verrückter, unberechenbarer Staatenlenker.
Gott segne ihn, den deutschesten Deutschen.

Gedicht von Stephan Rossmann


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