Unter Tieren – Lyrik von Walt Whitman (Amerikanischer Dichter)

Ein Gedicht, den Tieren gewidmet

Ich glaube, es fiele mir nicht schwer, unter Tieren zu leben.
Sie sind so still und genügsam.
Lange kann ich dabei verweilen, ihnen zuzusehen.
Sie rackern sich nicht ab, sie jammern nicht, wie schlecht sie dran sind.
Sie welzen sich nachts nicht im Bett, um ihre Sünden zu beklagen.
Sie öden mich nicht an, indem sie mir ihre Pflichten gegenüber Gott darlegen.
Keines von ihnen ist unzufrieden, keines infiziert vom Wahn,
etwas besitzen zu müssen,
keines beugt vor seinen Artgenossen das Knie,
auch nicht vor irgendeinem, der seit Jahrtausenden tot ist.
Keines hat einen Ruf zu verlieren,
keines von ihnen ist unglücklich über diese Welt.

Walt Whitman, einer der ersten Selfpublisher. Sein bekanntestes Werk „Grashalme“ überarbeitete er sein ganzes Leben. Nun wurde ein bisher unveröffentlichter Roman von ihm entdeckt. Wir dürfen gespannt sein.


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19 Gedichte über Sinn und Unsinn des Lebens,
ewige Liebe, frühen Tod und wilde Tiere.
Blick in die Zukunft. Futter für die Seele.
Als E-Book oder Taschenbuch erhältlich …

Gestern sah ich dich wieder – deutsches Schmähgedicht

Der Dichter verflucht die Vergangenheit

Bevor ich Dich traf
war es leicht
ich war ganz unten
hatte nichts zu verlieren.

Ich wünschte Dir Herpes, Krätze und Gicht
Nein! Ich verfluchte Dich
aber dieses Gesicht verdienst Du nicht
Wie konntest Du dir so etwas antun?

Ich lernte Dich in der WG der verdammten Seelen kennen
musste Dich einfach lieben
Selbst wenn Dir der Teufel direkt in die Augen schaute
konnte er Deine Schönheit nicht glauben
Wie also sollte ich Dir böse sein?

Gestern sah ich Dich wieder
auf dem blau gefärbten Friedhof der hässlichen Fratzen
ein Freund gab mir den Tipp
Du warst nur einen Klick entfernt.

Allein warst Du nie
gehörtest zu jeder Zeit einem anderen
in der Stadt der abgerissen Bärenköpfe
lagst Du im Bett mit dem hübsch frisierten Gangster.

Deine Geschäfte waren eine Nummer zu groß
Dein Angebot zu verlockend
mein Herz für Dein flüchtiges Vergnügen
Wie hätte ich widerstehen können?

Mag sein, Du hast viele Herzen gebrochen
ernst gemeinte Gefühle übers Ohr gehauen
Seelen in den Wahnsinn getrieben
gelangweilt hast Du jemanden.

Gedicht von Terence Horn, fränkischer Träumer und Freibeuter


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Glück, Glaube, Gold! Was kostet die Welt Herr Bob Dylan?

Bod Dylan Zitat

Was kostet die Welt, ein Leben, ein glückliches?

Kaffee gibts reichlich, Weltfrieden ist gerade aus, mach das Beste draus, auf der nicht endenwollenden Suche nach was überhaupt, überreichte er den Auftrag.
Kennst Du seinen Namen, betest ihn an, damit er deine Sünden vergibt?
Gestern regnete es, heute scheint die Sonne, niemand weiß, was der Morgen bringt, so oder so steh ich auf, zieh mich an und trink Kaffee.

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Lebe wohl Angie – ein Abschiedsgedicht

Lebe wohl Angie

Draußen ist es kalt geworden, der Frost kehrt zurück
Echauffiert euch, schreit es hinaus
Dein Gejammer zählt nicht mehr, ohne Punkt und Komma
Auf harter Straße frisst die grüne Ratte ihr verspiegeltes Gift
Lebe wohl Angie, die Sterne haben sich verfärbt und du musst gehen.

Ein weißes Haus auf Dollars gebaut, überdauert die schlimmste Frisur
Die höchste Mauer im Schatten eines traurigen Kaktus gebaut
In Acapulco schmeckt der Tequila sauer, der Wurm ist angepisst
Ein weißer Hai mit stehengebliebener Uhr wütet im Goldfischbecken
Lebe wohl Angie, deine Hoffnung wechselte die Farbe und ich muss gehen.

Pfälzer Saumagen wird dem ungebetenen Gast eiskalt serviert
Komm, wir wollen das A-Team rufen, die alte Maschinengewehrgang
Der Pate steht als Gärtner in Reihe und Glied, sein Angebot ist verblüht
Die Rache ist mein und ich will nicht vergeben
Lebe wohl Angie, die Straßen sind rot gefärbt und die Freiheit muss gehen.

Justitia wälzt sich grunzend im Schlamm, Rambo gab grünes Licht 
Der Terminator putzt den Abgrund blitzblank
Madonna rennt um ihr Leben, ein Fremder sprach sie an
An einem lausigen Tag erkämpft Schneewittchen den Thronsaal
Lebe wohl Angie, ich will verflucht sein, dem Ende zuzusehen.

Gedicht von Stephan Rossmann, fränkischer Nationalheld


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Ein kleiner starker Mann – Lyrik

Meine Liebe zu dir übersteigt meinen Verstand,  
kein Vergleich hält deiner Güte stand.
Niemals wird ein Tag ohne dich vergehen.  
 
Elvis sah gut aus in seinem weißen Kostüm,  
den diamantbesetzten Wecker am Arm.
Unaufhaltsam lief der Schweiß über sein berühmtes Gesicht,
während ich beschäftigt war im Trüben zu fischen.
 
So viel verloren, leichtfertig verschenkt, 
Geschenke für dich bestimmt.  
Eine Träne zur falschen Zeit,
am rechten Ort.
 
Auf der Tanzfläche beerdigt,
tanzte ich würdelos auf meinem Grab.  
Rücksichtslos vergnügungssüchtig,
selbstverliebt nicht an den Tod gedacht,  
hab ich mit meinen Liebsten Schluss gemacht.  
 
Sinnlosigkeit, Tristesse der Jugend,  
die Liebe, die ein Leben verschwendet,
mit einer Leichtigkeit, die Außenstehenden weh tut, 
so viel Spaß bereitet.  
 
im Verborgenen warst du lange weg,
der Alkohol hat dich versteckt.  
Ein Neugeborenes rettete den Träumer,
ein starker kleiner Mann,  
der so viel mehr bedeutet.
 
Du vertreibst meinem Zorn,  
erträgst meine Wut,
auf dem Weg,
den wir gemeinsam gehen.
 
Du fällst mich an,
zerdrückst mich schier,
freust dich tatsächlich mich zu sehen.
 
Du sagst Papa, ich sag Sohn.

Der kleine, unscheinbare Punkt, der alles verändert – Poesie

herrscher

In der Mitte meiner Seele

Ich wollte schon immer dort sein
genau an diesem Punkt
in der Mitte meiner Seele
ganz tief drin, in mir selbst.

Verdiente, lang ersehnte Ruhe
Lohn des steinigen Pfades, den ich gegangen bin.
Mein Leben lang wusste ich nicht, wohin ich wollte
fand den Weg nicht.
Ich suchte nach einem aufrechten Gang, mit Blick nach vorne.
Den Pfad eines Menschen.

Mut! Sei mutig und trau dich!
Geh deinen eigenen Weg!
Du bist nur dir selbst verpflichtet!
Hör nicht auf die Stimmen! Geh raus und lebe dein Leben!

Vielen Dank dafür! Hört sich gut an.
Wenn ich aber ums Verrecken nicht weiß, was ich will.
Was mach ich dann?


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Dankeschön! – Lyrik der Freude

Wäre ich dankbar, könnte ich glücklich sein

Das ganze Jahr hindurch würde ich dich loben, meine Stunden an euch verschenken, jede Minute zuhören und keine Sekunde an mich denken.

Ich würde Danke sagen, nach jedem Wort. Gern geschehen und Bitte sehr!

Gute Nachrichten hören, die es tatsächlich gibt. All die versteckte Hoffnung in meinem Kopf, der Schalk in meinem Rücken, der Frohsinn im Herz. Sie würden leben.

Morgens würde ich aus der Dusche springen, wie Bruce Lee. Dem Schurken das Rückgrat brechen und mein Leben lang die Welt retten.

Ich würde meinen Liebsten zeigen, was ich verborgen hielt. Wünsche lesen, die sich in deinem Auge spiegeln. Hoffnung überreichen, nach einem verlorenen Tag.

Wäre ich dankbar, würde ich sagen:
Dankeschön!

Sturz aus dem Paradies – fränkisches Heimatgedicht

Gott und Frau Jean-Auguste-Dominique Ingres
Terence Horn in Würzburg

An Weihnachten kehr ich heim, schreib Gedichte
und erinnere mich an meine Stadt:

1988 kam ich endlich raus. Zumindest vormittags kehrte ich meiner Kleinstadt den Rücken und besuchte fortan eine Schule in Würzburg. 16 Jahre alt und ein „schwieriger Schüler“, der unendlich froh war, was neues zu erleben. Zum Beispiel begann die Schule fortan um neun, da unser Schulbus meist Verspätung hatte und wenn nicht, behaupteten wir es einfach. Von Oktober bis April war der „Schnee“ schuld, dazwischen lagen die Ferien und andere Ausreden. Die geschenkte Stunde verbrachten wir in den Cafés der Stadt, tranken Cappuccino,schrieb Gedichte und schlugen die Zeit tot. Ab der zehnten Klasse schenkte ich mir auch die anderen Stunden und wurde zum selten gesehen Gast in der Schule und zum Stammgast in den Cafés und Kneipen. So begann meine Liebe zu Würzburg. Der Stadt, die mich fortan nicht mehr loslassen sollte. Nach der Schule absolvierte ich eine Lehre zum Großhandelskaufmann bei einem damals weitbekannten Schraubengroßhändler in der Innenstadt. Dort sammelte ich genügend Stoff für unzählige Kurzgeschichten und ein Kapitel in meinem Roman „Lucia – Mein liebster Wahnsinn“. Ich hing so viel in Würzburg ab, dass ich auch gleich hinziehen konnte. Mit zwei Freunden bezogen wir eine kleine 3-Zimmer Wohnung in der Innenstadt und ab da wurde es wild. Unter der Woche hingen wir in der Tomate ab, im Kult oder tanzten im Laby und am Wochenende kam keiner am Rockpalast vorbei. Zumindest solange bis im Airport Techno auflegt wurde, aber das ist eine andere Geschichte.

 

Auf ein Cocktail
in die Tomate
Zwei Bier im Kult
selbst am Nebentisch
lachten sie sich kugelrund

Den Reim müsst
ihr verzeihn
mein Herz
war hier daheim

Fürs Leben gern
ein Teil von Dir
trennte uns die Geldgier

Im Schwabenland
malochen geh
konnt ich nicht mehr
die Festung sehn.

Heut bereu ich
denk an dich zurück
an die schöne Zeit
und wünsch mir mein
Würzburg
zurück.


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Die Liebe hört niemals auf – Hohelied der Liebe

Gemälde, Frau schneidet mann Kehle durch

Hohelied der Liebe von Paulus

Die Liebe ist langmütig
die Liebe ist gütig.

Sie ereifert sich nicht,
sie prahlt nicht,
sie bläht sich nicht auf.

Sie handelt nicht ungehörig,
sucht nicht ihren Vorteil,
lässt sich nicht zum Zorn reizen,
trägt das Böse nicht nach.

Sie freut sich nicht über das Unrecht,
sondern freut sich an der Wahrheit.

Sie erträgt alles,
glaubt alles,
hofft alles,
hält allem stand.

Die Liebe hört niemals auf.

Hohelied der Liebe (1. Korinther 13) Paulus von Tarsus

Was ist Liebe? Was will Sie? Wie wirkt die Liebe? Dieses Gedicht gibt die Antwort, von keinem geringeren als Paulus.

Mein Dank an Poeta, die mich auf diese schönen Zeilen hinwies. Es gibt also auch schöne, wunderbare Zeilen in der Bibel. Die Liebe bleibt, komme was wolle. Allein der Glaube macht sie stark, setzt sie auf ein Fundament. Die Liebe ist überall, im Detail, im Alltag, unter den Frauen und den Männern, bei der Arbeit und auch im Hass.


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Die Liebe

Die Liebe – ein Erklärungsversuch, ein Gedicht

Mohn blume als Poster
@ Terence Horn

Die Liebe

Zwischen dem Versprechen
nach ewiger Liebe
und dem abschließenden
„Du musst loslassen“
liegt Vergangenheit
und Zukunft.

Dazwischen
aber keine Gegenwart.

Das bringt jetzt keinen weiter
aber so
ist die Liebe.

Komplett
unverständlich.

 Gedicht von Stephan Rossmann


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A Clear Midnight – Gedicht von Walt Whitman

 

Grashalme von Walt Whitman
Grashalme von Walt Whitman
 

Eine klare Mitternacht,
übersetzt von Stephan Rossmann

Dies ist deine Stunde, meine Seele,
ins Wortlose,
Weg von Büchern, weg von Künsten, gelöschter Tag,
nach getaner Lektion,
erhebe dich ganz und gar, schweige, staune, nachgedacht über das, was du am höchsten liebst.
Nacht, Schlaf und Sterne.

A Clear Midnight von Walt Whitman
THIS is thy hour O Soul, thy free flight into the wordless,

Away from books, away from art, the day erased, the lesson done,
Thee fully forth emerging, silent, gazing, pondering the themes
thou lovest best,
Night, sleep, death and the stars.

 

Walt Whitman veröffentlichte Leaves of Grass (Grashalme), sein wohl bekanntestes Werk 1855 im Selbstverlag. Der amerikanische Dichter wirkte während der vielleicht schwierigsten Zeit der amerikanischen Geschichte, um den Sezessionskrieg. Whitman verehrte die Natur, war ein Freund der Demokratie.

Whitman schrieb in Grashalme:

„Wir, die Unsterblichen, auf dem Lande und am Strande, die gerechte Räuberbande. Null Respekt vor dem Gesetz, lachen, lieben, hauen, hetzen, Widerstände, Regeln brechen, sammeln wir des Lebens Beute, wie zwei freie Jägersleute – bellt und kläfft auch rings die Meute.“

Whitman begann als 12-jähriger eine Lehre zum Schriftsetzer, arbeitete einige Jahre in Druckereien, arbeitete als Lehrer in East Norwich. Während des Krieges meldete er sich als Sanitäter, gründete eine Zeitung und beschäftigte sich mit seinen Gedichten. Whitman schaffte es leider nicht zeitlebens von seiner Arbeit zu leben.


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Der böse Wolf und der gute Wolf – Indianische Weisheit

indianer
@ Indianer von Terence Horn

Alte Indianerweisheit

Am Abend erzählte ein alter Indianer seinem Sohn über den ewigen Kampf in den Herzen der Menschen.
„Höre gut zu, mein Sohn! In unseren Herzen gibt es einen Kampf zwischen zwei Wölfen.

Der eine Wolf ist bösartig. Voller Zorn, Neid und Eifersucht, aber auch Habgier und Arroganz.

Der gute Wolf ist ein Wolf des Friedens, der Liebe und der Hoffnung. Er steht für Güte, Menschlichkeit und Vertrauen.“

Der Sohn überlegte lange und fragte seinen Vater:
„Welcher Wolf wird gewinnen?“
Der Vater gab zur Antwort:
„Der den Du fütterst.“


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Auf die Freundschaft, ein Gedicht für meine Freunde

Mohn auf blauem Hintergrund
@ Terence Horn.

Freunde, ihr füllt mein Herz mit Stolz!

Gehorsam versprach ich euch, treue Gefolgschaft.
Den bedingungslosen Willen, alles zu trinken,
was auf den Tisch kommt.

Ölt eure Gaumen,
schärft eure Sinne, preist Dionysos.
Der innere Kreis,
die Elite des Rausches.

Mit keinem außer euch,
trinke ich das Leben.
Prost!


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Gedicht über Sinn und Anfang

„Wer bin ich? Und wer bist du?“

Wir sind Eins.
Er und ich wurden geboren,
durch ein und denselben Urknall.

Einem Staubkorn entstammen wir.
Der einen Mutter,
die über Afrikas weite Steppe zog.

Einem Gedanken entsprungen,
oder reiner Zufall.

 

Mein Gedicht auf Aphorismen


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Liebesgedicht von Joachim Ringelnatz, deutscher Schriftsteller und Kabarettist

Joachim Ringelnatz alias Kuttel Daddeldu

Gebe dein Bestes

Der du meine Wege mit mir gehst,
Jede Laune meiner Wimper spürst,
Meine Schlechtigkeiten duldest und verstehst –
Weißt du wohl, wie heiß du mich rührst?

Wenn ich tot bin darfst du gar nicht trauern.
Meine Liebe wird mich überdauern
Und in fremden Kleidern dir begegnen
Und dich segnen.

Lebe, lache gut!
Mache deine Sache gut!

Joachim Ringelnatz (Hans Gustav Bötticher), geboren am 7. August 1883 in Wurzen und gestorben am 17. November 1934 in Berlin, war ein deutscher Schriftsteller, Kabarettist und Maler, der während der Weimarer Republik seine größten Erfolge feierte. Er war während des 1. Weltkriegs bei der Marine, anfangs voller Euphorie, später schockiert. Er war der Star des Simplicissimus. Ringelnatz, steht für den seemännischen Namen glückbringendes Seepferdchen. Seine ersten Veröffentlichungen als Ringelnatz kommen in München raus, er fängt mit dem malen an und wird während der NS-Zeit auf den Index gesetzt. Ringelnatz starb verarmt an einer Lungenkrankheit in Berlin.


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Der Herr Ringelnatz bei Wikipedia
Lebensweisheit von Joachim Ringelnatz

 

„Schaust du Filme?“ Ein Gedicht von Terence Horn

Schaust du Filme?

Wie verzweifelt mein Leben doch ist
In diesem muffigen Kino.

Ein Typ zum vergessen
Neben mir in Reihe eins.

Nutzlos ihn zu beschreiben
In meinem Film hat er nichts verloren.

Ein wesenloses Massenprodukt
Seines Inhalts beraubt.

Er spricht nicht
Quetscht die Worte bloß heraus.

Abgenutzte Phrasen aus alten Schubladen
Ausgespuckt in mein Gesicht.

Fremdkörper
Die er loswerden musste.

Der Typ, den sie abservieren
Der Loser, der auf der Strecke bleibt
Der Statist, der die Szene versaut
Die leere Hülle, aus dem Vorspann.

…der Irrtum?
Das bin ich
und jetzt Schnauze, der Film geht los.

Terence Horn


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„Ich und mein Leben“ von Walt Whitman (Amerikanischer Dichter)

US amerikansicher Dichter und LYriker

Amerikanischer Lyriker des 19. Jahrhunderts

Ich und mein Leben,
die immer wiederkehrenden Fragen,
der endlose Zug der Ungläubigen,
die Städte voller Narren.

Wozu bin ich? Wozu nutzt dieses Leben?
Die Antwort: Damit du hier bist.
Damit das Leben nicht zu Ende geht, deine Individualität. Damit das Spiel der Mächte weitergeht
und du deinen Vers dazu beitragen kannst.

Zitat von Walt Whitman (1819-1892), US-amerikanischer Lyriker, Schriftsetzer, Wohnungmakler, Lehrer, Herausgeber von Zeitungen, Sanitäter, Mitarbeiter im Innenministerium.
O Captain! My Captain!

Whitman stellte sich den Abscheulichkeiten des Lebens. Im Amerikanischen Bürgerkrieg diente er als Sanitäter, schrieb über die Natur und ist selbst heute noch populär. Whitman beantwortet hier die Frage aller Fragen: Wer bin ich? Was soll ich hier? Wozu leben? Weil das Leben schön ist, hart und ungerecht, wenn wir die Augen offen halten, den Kopf oben und unser Herz verschenken. Schreibe deine eigene Geschichte, pflanze einen Baum, zieh Kinder groß, baue ein Haus, mache das Beste daraus, lass Grashalme sprießen, die Sonne scheinen.


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„Song of the Open Road“ Lyrik des amerikanischen Dichters Walt Whitman

Aus dem Vorwort von „On the Road“, der Klassiker des Beatniks Jack Kerouac, die Definition zu ewiger Freundschaft und Treue, großartige Lyrik des amerikanischen Dichters Walt Whitman. Leider kam er zu Lebzeiten mit seiner Kunst kaum über die Runden, verkaufte seine Bücher selbst, Wegbereiter der Beat Generation, einem breiten Publikum bekannt aus Der Club der toten Dichter, mit dem leider verstorbenen Robin Williams.


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Klang der Straße

15
Lass uns gehen! Die Straße wartet!
Sicher – ich habe es versucht – meine Füße haben es versucht – Lass sie gehen!

Lass das Papier ungeschrieben auf dem Schreibtisch liegen, das Buch im Regal ungeöffnet!
Lass die Werkzeuge in der Werkstatt! Lass das Geld unverdient!
Lass die Schule! Kümmere dich nicht um das Geschrei des Lehrers!
Lass den Prediger auf seiner Kanzel predigen! Lassen den Anwalt vor Gericht plädieren, der Richter erklärt das Gesetz.

Camerado, ich reiche dir meine Hand!
Ich reiche dir meine Liebe,
kostbarer als Geld,

Ich reiche dir mich selber,
noch vor Predigt oder Gesetz.

Willst du dich mir reichen?
Willst du mit mir wandern?

Sollen wir zusammenbleiben,
solange wir leben?

Originaltext:

15
Allons! the road is before us!
It is safe—I have tried it—my own feet have tried it well—be not detain’d!

Let the paper remain on the desk unwritten, and the book on the shelf unopen’d!
Let the tools remain in the workshop! let the money remain unearn’d!
Let the school stand! mind not the cry of the teacher!
Let the preacher preach in his pulpit! let the lawyer plead in the court, and the judge expound the law.

Camerado, I give you my hand!
I give you my love more precious than money,
I give you myself before preaching or law;
Will you give me yourself? will you come travel with me?
Shall we stick by each other as long as we live?

1
Zu Fuß und unbeschwert gehe ich auf die Straße,
Gesund, frei, die Welt liegt mir zu Füssen,
Der lange Weg führt dahin, wohin ich will.

Von nun an bitte ich nicht um Glück, ich selbst bin Glück,
Von nun an jammere ich nicht mehr, verschiebe nicht mehr, brauche nichts mehr.
Fertig mit Beschwerden, Bibliotheken, fragwürdigen Kritikpunkten,
Stark und zufrieden reise ich auf freier Straße.

Die Erde, ist genug,
Ich möchte nicht, dass die Sternbilder näher kommen.
Ich weiß, sie sind nützlich, wo sie sind,
Ich weiß, sie gehören denen, die an sie glauben.

(Ich trage meine alten köstlichen Lasten,
Ich trage sie, Männer und Frauen, ich trage sie mit mir, wohin ich gehe,
Ich schwöre, es ist unmöglich sie loszuwerden,
Ich bin gesättigt und werde sie füttern.)

1
Afoot and light-hearted I take to the open road,
Healthy, free, the world before me,
The long brown path before me leading wherever I choose.

Henceforth I ask not good-fortune, I myself am good-fortune,
Henceforth I whimper no more, postpone no more, need nothing,
Done with indoor complaints, libraries, querulous criticisms,
Strong and content I travel the open road.

The earth, that is sufficient,
I do not want the constellations any nearer,
I know they are very well where they are,
I know they suffice for those who belong to them.

(Still here I carry my old delicious burdens,
I carry them, men and women, I carry them with me wherever I go,
I swear it is impossible for me to get rid of them,
I am fill’d with them, and I will fill them in return.)

2
Straße, auf der ich gehe und mich umschaue,
ich glaube, du bist nicht alles,
Ich glaube, vieles ist unsichtbar.

Tiefgreifende Lektion der Rezeption, weder Präferenz noch Verleugnung,
Der Schwarze mit seinem wolligen Kopf, der Verbrecher, die Krankheit, der Analphabet werden nicht geleugnet;
Geburt, Eilen nach dem Arzt, Bettlertrampel, Taumeln des Betrunkenen, lachende Gruppe der Mechaniker,
Verlorene Jugend, Kutsche der Reichen, Geck, flüchtendes Paar,

Früher Marktmann, Leichenwagen, Umzug von Möbeln in die Stadt, Rückkehr aus der Stadt,
Sie gehen vorbei, ich gehe vorbei, alles geht vorbei, keiner kann verboten werden,
keiner wird akzeptiert, keiner wird mir lieb sein.

2
You road I enter upon and look around, I believe you are not all that is here,
I believe that much unseen is also here.

Here the profound lesson of reception, nor preference nor denial,
The black with his woolly head, the felon, the diseas’d, the illiterate person, are not denied;
The birth, the hasting after the physician, the beggar’s tramp, the drunkard’s stagger, the laughing party of mechanics,
The escaped youth, the rich person’s carriage, the fop, the eloping couple,

The early market-man, the hearse, the moving of furniture into the town, the return back from the town,
They pass, I also pass, any thing passes, none can be interdicted,
None but are accepted, none but shall be dear to me.

The Walt Whitman Archive. Verzeichnis zu den Arbeiten des amerikanischen Dichters.