Kölner Liebesgöttin auf dem Weg nach Amsterdam – Eine Kurzgeschichte

„In Köln ist voll der geile Rave.“

Schnupfi hielt mir den Flyer drei Zentimeter vors Gesicht, wedelte penetrant damit herum.

„Alter, komm mal klar!“ bedrängte er mich, stach mir den Wisch glatt ins Auge. Ich wurde sauer, nahm ihm den Flyer ab und schmiss ihn in den Abfalleimer.

„Wir checken freitags den Rave und am Samstag Amsterdam.“ quatschte Schnupfi unbeirrt weiter. Stoffel, der seinen Comic beiseitelegte, weil an lesen nicht mehr zu denken war, brachte die Idee: „Wir rufen Momo an. Die wohnt doch in Köln. Vielleicht können wir bei ihr übernachten und vielleicht feiert sie ja mit.“

Hetero, lesbisch meinetwegen vegan, Momo gab einem das Gefühl zuckersüß zu sein. Eine Liebesgöttin, die hier und da ein wenig naschte. Ich kannte Momo seit der Grundschule und hab’s probiert, wie jeder andere auch. Nutzte aber nichts, Momo stand auf Männer, mit Muskeln und so. Das war’s dann für mich.

Stoffel griff zum Hörer, wählte die Nummer und fing an zu quatschen und quatschte und quatschte und quatschte, bis er endlich auflegte.

„Können wir vergessen! Am Wochenende sei schlecht, sie muss lernen und so Zeug.“ Informierte er uns.

„Und für die Info quatscht ihr fast eine Stunde?“ echauffierte sich der enttäuschte Schnupfi. Stoffel sah aus, als läge er mit Bauchschuss vor einem heruntergewirtschafteten Salon in Tombstone, Blut spuckend, der letzte Wunsch wurde ihm verweigert. Momo war nicht wie wir, Momo stand auf Ziele, Ehrgeiz und so Zeug. Deswegen war sie ja nach Köln gezogen, um dort eine spezielle Schule zu besuchen, in der es keine Noten gab, dafür Theater, Astralleiber und Malkästen. Verrückt!

„Jetzt mal ganz ruhig, versetzt euch in Momos Lage. Stell dir vor, du fliehst aus dem traurigsten Kaff, in die große weite Welt, lässt den Provinzscheiß hinter dir und fängst ein neues Leben an. Du lebst dich ein, vergisst das Schlammloch aus dem du kamst und findest neue Freunde. Das Paradies auf Erden, alles schön und gut, bis irgendwann, aus heiterem Himmel, ein paar dieser Reptilien auf die Idee kommen, ihren Sumpf zu verlassen, um ein komplettes Wochenende bei dir abzuhängen. Was würdest du tun?“

Bulli T3 zu verkaufen – Kurzgeschichte

vor Cadiz

Gefährt für Autoren und Schriftsteller

Für unsere Hochzeitreise haben wir den T3 Bulli im August 2010 für 6100,-€ gekauft. Ein wassergekühlter Drei-Gangautomatik Benziner, wegen der grünen Plakette (Diesel ist nicht). Der Kollege schluckt also lockere 12 Liter auf hundert Kilometer, hat aber auch 95 PS, 2,1 Liter, wobei ich nie schneller als 100km/h gefahren bin, wegen dem Getriebe. Unsere Hochzeitsreise ging in die Toskana und auf die Insel Elba. Der Auftakt zu mehreren größeren Reisen zumeist ans Mittelmeer oder an den Atlantik, übrigens ohne eine Panne. Wenn der Bulli zickte, dann nur in Deutschland. Unsere größte Reise starteten wir 2015, 6000 Kilometer quer durch Spanien, bis runter nach Cadiz, über Barcelona, Granada und so weiter. Eine unvergessene Reise, die uns auch an den Hippiestrand San Pedro führte.

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Lesestoff – Duschvorhang, Leichenschmaus und Frühlingsgefühle

Einladung zum schreiben

Lesestoff, Leseprobe, Text

Eine gute Idee, die ich gleich mal umsetzen will, und zwar geht es um Lesestoff bestehend aus den Worten Duschvorhang, Leichenschmaus und Frühlingsgefühle.

Idee kommt von: https://365tageasatzaday.wordpress.com/2017/04/16/schreibeinladung-fuer-die-textwoche-16-17-wortspende-von-ruhrkoepfe/

Hier mein Text:

Aus dem Bett raus hab ich nicht lange überlegt, sondern bin gleich ins Bad rein, ausgerutscht auf den nassen Fliesen, im freien Flug, den Duschvorhang mitgerissen, hinten ins Klo gekracht. Da war ich dann wach. Egal, der Tag ist sowieso hinüber, die Beerdigung eines ungeliebten Arbeitskollegen steht an, wo ich normal nie hingegen würde, aber nach 23 Jahren gegenseitiger Abneigung entsteht dann doch so etwas wie Verlust. Außerdem will ich die Chance nutzen, beim Leichenschmaus mit Sabine ins Gespräch zu kommen. Sie ist in der EDV, beachtet mich nicht, kennt mich vielleicht nicht mal. Naja, das werden wir ändern und falls es nicht klappt, kann ich mich immer noch schön vollaufen lassen. Alkohol werden sie ja wohl haben. Ich geh raus, vor die Tür. Die Sonne scheint, sogar der Nachbar lächelt, könnte was werden mit Sabine, denk ich mir oder sind das verräterische Frühlingsgefühle?

Die 90er Kurzgeschichte – Das letzte Jahrzehnt in Freiheit

Gegenwartsliteratur, Pulp Fiction und die Deutsche Einheit

Die 90er waren das letzte Jahrzehnt in echter Freiheit, in Demokratie, in unbeschwerter Lebenslust. Wenn wir ehrlich sind, danach gings bergab, den Bach runter und zwar so richtig. Eine Lieblingskneipe nach der anderen machte dicht, Rauchverbot, schlecht bezahlte Jobs, wahnsinnige Präsidenten, Rechtsruck und ständig hält dir einer ein veganes Würstchen unter die Nase. Meinungsfreiheit mag zwar weiterhin erlaubt sein, aber verdammt, die 90er waren cool, die Leute waren cool und die Zeit war cool, genau wie Pulp Fiction cool war, mit dem coolsten aller Sprüche:

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Fett gefressen – Eine Kurzgeschichte mit Sahne-Currysoße

Lesestoff nach Art des Hauses

Regungslos, halb bewusstlos von der Völlerei vegetierte ich auf dem Bett liegend vor mich hin, hielt meinen vollgefressenen Wanst und kapitulierte vor weiterer Nahrungsaufnahme.

„Ich könnte noch!“ prallte Stoffel und schob genussvoll ein weiteres Stück nach. Noch eins und so weiter.

„Du bist so verfressen! Wenn du nicht aufhörst, roll ich dich ins Meer zurück.“ sagte ich ihm die Zukunft voraus.

„Ich schaffe Grundlagen für spätere Alkoholaufgüsse.“ erklärte er mir.

Zuerst machten wir uns über das Essen vom Vortag her. Fischfilet in einer Sahne-Currysoße, mit Weißbrot und Tomatensalat. Da hatte ich mal richtig Bock drauf und konnte unmöglich nein sagen, weil Stoffels Mama ganz bestimmt das Kochen erfand und jeder der was anderes behauptet ist ein weiß angestrichener 3-Sterne Fettsack. Anschließend hockten wir im Wohnzimmer, tranken Kaffee und aßen Kuchen, bis Stoffel aufstand und sich ans Klavier setzte. Er spielte einfache und bekannte Melodien, die ich mit eigenen Texten begleitete. Hauptsächlich ging es um Alkohol und Mädchen. Stoffels Bruder kam rüber, sang mit und Stoffels Mama beendete ihr Telefongespräch nur um uns zu zuhören. Begeistert klatschte sie Beifall und holte sogar einen Kassettenrekorder, um unsere spontane Session aufzunehmen. Stoffel verschwand in der Küche und kam mit belegenden Broten zurück. Allerlei Wurst- und Käsesorten, die mit gewürzten Tomaten und Oliven garniert waren, meinetwegen auch Salatblättern. Dazu gab’s leckere selbstgemachte Dips und übertrieben viel Weißwein. Damit war ich restlos ausgebucht und zugestellt. Jeder Blick auf meinen Bauch tat weh, aber Stoffel wollte nicht aufhören und schob noch zwei Pizzas in den Ofen. Selbst nach dieser Fressorgie bekam er den Hals nicht voll und hüpfte aufgedreht vor mir rum. Ich legte den Comic beiseite und ließ meinen Blick durchs Zimmer schweifen, einfach um Zeit zu gewinnen. Hier hauste der Sohn reicher Eltern. In meiner Gegend warfen sie nicht mal Werbung ein, das Papier rechnete sich nicht.

Eine Kurzgeschichte, erzählt von Rossi
Aus dem Roman „Engelhorn – Die wunderbare Sinnlosigkeit der Jugend

Der Glücksschiss – Kurzgeschichte aus Hamburg

Der tunnel der Gegenwartsliteratur

Gegenwartsliteratur der gnadenlosen Art

Außer Anton hauste im Tal der Gesetzlosen so ein geheimnisumwobener Typ namens Schmogg und dieser unheimliche Kreisläufer, von dem keiner den Namen wusste, so unheimlich war der. Schweigend drehte der Wahnsinn seine Runden, eine nach der anderen, immer im Kreis. Tagelang derselbe Trott, bis der Kreisläufer abrupt stoppte und sich mitten in den Raum stellte, um seine Geschichte zu erzählen. Irgend so eine Aktion in Hamburg. Der unheimliche Kreisläufer zog die Hose runter, hielt es anscheinend für eine gute Idee und schiss einem Polizeibeamten vor die Füße. Ohne Klopapier, das muss man sich mal vorstellen, drückte unser Held ab. Ein Glücksschiss, genau das war es. Warum hast du das getan, haben wir ihn gefragt. Natürlich waren wir neugierig und wollten genauere Auskunft, aber der Kreisläufer schwafelte nur was von Ausweispapieren. Genau haben wir das nie verstanden. Einen beeindruckten Haufen soll er hinterlassen haben, da war er echt stolz drauf. Über Größe, Konsistenz und Farbe des Haufens berichtete er ausführlich, immer und immer wieder. Letztlich bescherte ihm die Aktion eine Einlieferung in die Psychiatrie. Dort kümmerten sie sich um ihn, versorgten ihn mit der passenden Chemie und verpassten ihm die richtige Einstellung. Seitdem läuft er im Kreis.

Eine Kurzgeschichte von Rossi

Flüchtiger Flügelschlag eines Kolibri – eine Kurzgeschichte

Frauen arbeiten in einem Weinberg

Heiteren Sinnes muss man sein,
zu was einen die Vorsehung bestimmt.

Wie war das Leben schön.

Joannes Chrysostomus Wolfgangus Theophilus Mozart

Die lange Nacht der Kurzgeschichten

Mit der aufsteigenden Sonne im Paradies angekommen, wollte Colette unbedingt was Frisches anziehen. Was sie dann auch vor meinen Augen tat. Colette zog sich nackt aus und einen Schlafanzug an, während ich so tat, als wäre nichts. Mit großen Augen alberte ich herum, wurde mutlos und bekam die Angst zu spüren. Colette hüpfte frech ins Bett und schlüpfte unter die Decke.
„Was ist, worauf wartest Du?“ fragte sie, als wäre nichts gewesen. Ich legte mich zu ihr, in das viel zu kleine Bett. Keiner sagte ein Wort. Eine gefühlte Ewigkeit, bis mir Colette ihr Kopfkissen ins Gesicht feuerte. Der Startschuss zu einer längeren Kissenschlacht, bei der wir uns restlos verausgabten und einfach nur kindisch herumtobten. Danach wurde es ruhiger, auch weil Colette ihren Körper so drehte, dass sich ihr kleiner Po passgenau in mein Becken schmiegte und mich zutiefst berührte. Ich wollte mich zusammenreißen, aber es war eine einzige Quälerei. Für die Dauer eines Kolibri Flügelschlags konnte ich mich beherrschen, da steckte ich schon fast in ihr drin. Colette zuckte leicht, sagte aber nichts. Natürlich wollte ich sie streicheln, küssen, tierisch durchvögeln, irgendwas in der Art. Traute mich aber nicht und überlegte zu lang, wie ich das möglichst diskret anstellen könnte. Irgendwann schlief ich ein.

Kurzgeschichte von Rossi

Der Maiskolben ist größer als die Ratte – Eine Kurzgeschichte

Der Garten der Lüste (H. Bosch)

„Es gibt keine größere Enttäuschung, als wenn du mit einer recht großen Freude im Herzen zu gleichgültigen Menschen kommst.“

Christian Morgenstern

Kurzgeschichte aus dem Engelhorn

„Rossi! Ich guck nach dir, schon die ganze Zeit. Los komm!“
Schnupfi packte meine Hand, wollte mich unbedingt von der Tanzfläche zerren. Worauf ich so gar keine Lust hatte, schon allein wegen seiner hirnrissigen Aktion letzte Woche, als er mein Techtelmechtel mit Bella sabotierte. Dieser kameradschaftliche Amoklauf hing weiterhin unverarbeitet im Raum. Als ich ihn darauf ansprach, druckste er rum und konnte keine Gründe benennen oder wollte nicht. Sein Gehirn musste raten, was Emotionen anging. Womit ich nicht behaupten will, er hätte nie welche gehabt. Schnupfi ging einfach nur falsch mit seinen Empfindungen um. Ein existentielles Gefühlsproblem, das ihn zu einem Sonderling machte.  Der Maiskolben ist größer als die Ratte – Eine Kurzgeschichte weiterlesen

Die rothaarige Fitnessqueen – amüsante Kurzgeschichte

die Schlacht vor der Hütte

Kurzgeschichte eines fränkischen Rebellen

Bazzi hing den lieben Tag im Fitnessstudio ab. Der arme Kerl konnte vor lauter Kraft kaum laufen und wenn er abends heimkam, zog er gemütlich einen durch, um locker zu werden. Warum sollte ich ihn nicht dabei unterstützen? Die Dame von der Rezeption schickte mich direkt in den Trainingsraum, wo gestählte Körper ihre Muskeln trainierten. Unmengen an Schweiß und Adrenalin lagen in der Luft.

Beeindruckend fand ich eine rothaarige Fitnessqueen, die sich auf einem dieser Stepper vergnügte. Ein formvollendeter Körper, der scheinbar schwerelos dahinfloss. Natürlich und voller Kraft befanden sich ihre Pobacken und die festen Sportbrüste in perfekter Symbiose. Diese begnadete Athletin duldete keinen Zweifel, wer die Nummer eins in dem Laden war.

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Zeit und Inhalte – eine unverschämte Kurzgeschichte

Meine liebsten Bücher

Kurzgeschichten Textschnipsel aus den 90ern

Wie bereits angedroht, möchte ich euch einige unveröffentlichte Passagen aus dem RomanLucia – Mein liebster Wahnsinn vorstellen. Lesestoff, der zum schmunzeln, nachdenken und weinen anregen. Heute gehts los:

„Im Namen der Menschlichkeit, mach das weg!“ bat ich Stoffel, zum zweiten Mal schon. Er drehte noch ein wenig lauter, putzte nebenbei die Bong und gab Eiswürfel dazu. Stilvoll und fachlich einwandfrei servierte er eine Mördermischung.
„Zieh dir den Song rein! Der Typ ist gut!“ wollte uns Stoffel überzeugen, wo es keine Überzeugung gab.
„Bist du völlig durchgeknallt? Mach den Dreck weg! Beim uns am Finanzamt läuft bessere Mucke.“
Boris horchte auf.
„Musik auf der Arbeit? Bist du in der Gewerkschaft, oder was?“

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Unverdaute Wortfetzen – Eine eiskalte Kurzgeschichte

Kopf von einem Mann

Wie erklären,
für was kein Vergleich existiert?

Was ist ein Leben wert,
für jene, die den höchsten Gipfel erklommen
und ins dunkle Tal zurück steigen?

Mit Lichtgeschwindigkeit aufgestiegen,
fällt er tiefer und tiefer.

Kein Mensch ist erleuchtet,
weil Leben nicht unendlich ist.

Ein gutes Gespräch als Kurzgeschichte

Die bisherigen Gespräche waren Desaster. Alles andere wäre gelogen. Entweder war ich zu bekifft oder mein potentieller Chef derart daneben, dass ich mich nicht zusammenreißen konnte. Was für Gestalten in gehobenen Positionen durch die Büros geistern, mein lieber Scholli.

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Kurzgeschichte aus dem Schwarzwald

Schranktür bei Anton
Schranktür bei Anton

Anton, Lesestoff aus dem Schwarzwald

Auf einmal stand diese Bong auf dem Tisch
und er sagte „Zieh mal!“
und ich sagte „Nee, zu hart für mich.“
und er sagte „Was machst du dir Sorgen? Ich bin doch da.“
und ich sagte „Naja, OK!“

Ich war also bei meinem Kumpel Anton, im Schwarzwald
und die Fahrt war so schön, voller Wunder,
weil das Licht golden war und die Bäume brannten,
inmitten gar nicht so dunkler Wälder, Dörfer voller Schönheit.

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Der andere Mann – Eine böse Kurzgeschichte

der andere Mann

Tarzan der Schreckliche

Da war ein Mann, als ich den Kronengarten betrat.
Er führte sich auf, so etwas hatte ich noch nicht erlebt.
Ein berühmter Boxer, ein Rockstar, dem sie Respekt zollten und um ihn herumschwänzelten.

Sie nannten ihn Tarzan. Ein König, der in dieser sagenhaften Hinterhofkneipe thronte. Ein heiliger Ort, um Träume zu verwirklichen. Ein Leben zu verschwenden.
Mich reizte dieser verwahrloste Haufen und ich konnte nicht widerstehen. Diese Menschen taten wonach ihnen war, mit dem lohnenden Ziel, so viel Spaß wie ihre Schultern tragen ins Grab zu schaufeln.

Im Nachhinein kann ich nichts Schlechtes über sie sagen.
Obwohl, ein paar Arschlöcher waren schon dabei.

Ich setzte mich an die Theke und hörte zu. Gesprochen wurde von Niveau, da wusste ich nichts von. Keiner wusste  was genaues, aber gerade weil dieses Niveau so geheimnisvoll war, unterhielt man sich gerne darüber.

Da war also dieser Mann, den sie Tarzan nannten. Ein germanischer Prügelkönig, der aus reiner Lust am Leben seine Eier kraulte. Mit Muse, allein zum eigenen Wohlgefallen. Sein Schädel war bedeckt mit kleinen Löckchen, das Gesicht übersät mit tausend Sommersprossen, der Gang gebückt.

Ein anderer Mann betrat den Kronengarten.
Ein Unbekannter, Unglücklicher, Narr.
Die Männer spielten Billard. Hin und her schossen die bunten Kugeln, über grünen Belag und die Kneipe lachte, als der andere Mann gewann.

Dem Tarzan gefiel das nicht. Breitbeinig trat er dem anderen Mann gegenüber, um detailliert zu berichten, welchem Gewerbe seine Frau nachgeht und was sie sonst so treibt. Lebendig und bildhaft beschrieb Tarzan, zu welch menschenverachtenden Gemeinheiten er befähigt ist.

Den Gürtel aus der Hose, um die rechte Faust gewickelt, offeriert er seinem Gegenüber einen schnellen und schmerzfreien Tod. Der andere Mann schwitzte und hatte Angst.

Tarzan packte den anderen Mann und schlug ihm ins Gesicht, seine Lippe platzte. Weitere Schläge ins Gesicht folgten, bis man nichts mehr erkannte.

Der andere Mann fiel zu Boden und Tarzan trat gegen seinen Kopf, wieder und wieder. Der Kopf aber wollte sich nicht von dem anderen Mann trennen, also griff Tarzan einen Stuhl und schlug mit dem Stuhl gegen den Kopf des anderen Mannes.

Er wollte ihn, wie er sagte, kaputt machen und der andere Mann ging kaputt.

Auf meinem Hocker sitzend, wartete ich bis die Polizei kam und begriff erst was geschehen war, als der Polizist fragte: „Gehören Sie hier dazu?“

Der Teufel gibt keine Ruhe – FSK ab 18

explosion
@ Der Teufel von Terence Horn

Scheiße Mann, ich hab gerade Feierabend gemacht, nach einem schier unendlichen Arbeitstag und check meine E-Mails. Naja, ihr könnt es euch schon denken, Lasse Firetrain hat mal wieder in die Tasten gedroschen und erzählt mir was von seinen Ladys, Rum, Sex und so Zeugs. Also bringt Frauen und Kinder in Sicherheit, Bukowski 2.0 leg los …

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Kurzgeschichte vom Teufel – FSK ab 18

Phantastisches Bild
@ Terence Horn

666 – Die Kurzgeschichte des Satans

Verdammt nochmal, ihr hab richtig gelesen, ich bekomme Lesestoff vom Teufel. Prosa direkt aus der Hölle – 666 – Die Nummer des Satans – Daher meine eindringliche Warnung an zartbesaitete Seelen: Rettet Frauen und Kinder, Lasse Firetrain ist am Start, der Andere ist unter uns:

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Der Terrorist aus dem zweiten Stock- eine Kurzgeschichte

Gegenwartsliteratur mit Kurzgeschichten vermischt
Das Skelett und die Hexe von Utagawa Kuniyoshi

Liebe Nachbarn, eine Kurzgeschichte

Wer letzte Woche in den Fahrstuhl pinkelte sei dahingestellt. Auch habe ich keine Erklärung für die gesprengten Briefkästen an Silvester und zu dem Altpapier sei gesagt, ich bin stets bemüht mein Altpapier zu zerkleinern. Es gab vielleicht ein oder zwei Fälle, wo ein Karton nicht nach DIN??? zerlegt worden ist. Jedoch gab es nie den Fall, zumindest nach meinem Wissen, dass jemand im Hause sein Altpapier nicht losgeworden ist. Sollte dies wider Erwarten doch so gewesen sein, stehe ich gerne zur Verfügung und biete meine uneingeschränkte Hilfe an.

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Herr Jaschinski, eine widerspenstige Kurzgeschichte

Flamingos in der Sonne, Lesestoff der Verpflichtet

Lesestoff aus meinem Roman „Lucia – Mein liebster Wahnsinn

Die Abwesenheit von Herrn Jaschinski traf unseren Amtsleiter sowieso ziemlich hart, berichteten meine Kollegen. Sie sagten auch, dass der Chef eine ganz spezielle Beziehung zu Herrn Jaschinski pflegte und diesen, seinen fähigsten Speichellecker, nicht ersetzen konnte oder wollte. Herr Jaschinski war, ohne jegliche Übertreibung, ein Arschkriecher ersten Ranges. Königsklasse, wenn man so will. Dieser befähigte Wurm war zu Höherem berufen und bekannt für seine filigrane Arbeit. Ein geschmeidiger Arschmeister, der sich liebevoll und mit höchster Präzision seiner Tätigkeit widmete. Im Mikrobereich bearbeitete Herr Jaschinski jedes Detail mit einer besessenen Obsession, um so hörig und unterwürfig wie möglich, im Arsch seines Wirts Position zu beziehen.

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