Gedichte

 

Wer bin ich und wer bist du?

Wir sind Eins.
Er und ich wurden geboren,
durch ein und denselben Urknall.

Einem Staubkorn entstammen wir.
Der einen Mutter,
die über Afrikas weite Steppe zog.

Einem Gedanken entsprungen,
oder reiner Zufall.

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So oder so

Kaffee gibts reichlich,
Weltfrieden ist gerade aus,
mach das Beste draus,
auf der nicht enden wollenden Suche
nach was überhaupt,
überreichte er den Auftrag.

Kennst Du seinen Namen,
betest ihn an,
damit er deine Sünden vergibt?

Gestern regnete es,
heute scheint die Sonne,
niemand weiß, was der Morgen bringt,
so oder so steh ich auf,
zieh mich an
und trink Kaffee.

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Lebe wohl Angie

Draußen ist es kalt geworden, der Frost kehrt zurück
Echauffiert euch, schreit es hinaus
Dein Gejammer zählt nicht mehr, ohne Punkt und Komma
Auf harter Straße frisst die grüne Ratte ihr verspiegeltes Gift
Lebe wohl Angie, die Sterne haben sich verfärbt und du musst gehen.

Ein weißes Haus auf Dollars gebaut, überlebt die frisierte Frisur
Die höchste Mauer im Schatten eines traurigen Kaktus gebaut
In Acapulco schmeckt der Tequila sauer, der Wurm ist angepisst
E
in weißer Hai mit stehengebliebener Uhr wütet im Goldfischbecken
Lebe wohl Angie, deine Hoffnung wechselte die Farbe und ich muss gehen.

Pfälzer Saumagen wird dem ungebetenen Gast eiskalt serviert
Komm, wir wollen das A-Team rufen, die alte Maschinengewehrgang
Der Pate steht als Gärtner in Reihe und Glied, sein Angebot ist verblüht
Die Rache ist mein und ich will nicht vergeben
Lebe wohl Angie, die Straßen sind rot gefärbt und die Freiheit muss gehen.

Justitia wälzt sich grunzend im Schlamm, Rambo gab grünes Licht 
Der Terminator putzt den Abgrund blitzblank
Madonna rennt um ihr Leben, ein Fremder sprach sie an

An einem lausigen Tag erkämpft Schneewittchen den Thronsaal
Lebe wohl Angie, ich will verflucht sein, dem Ende zuzusehen.

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Die Auferstehung einer verlorenen Liebe

Der deutscheste Deutsche besiegte zuerst sich selbst,
Ursprung und Lösung all unserer Probleme, liebster Zeitvertreib.
Ein erloschenes Herz, das keine Ruhe fand und als Repräsentant der Völker durch Europas schmutzige Sumpflandschaften irrte.
Gott segne ihn, den geheimnisvollen Unbekannten.

Der deutscheste Deutsche, aus dem Nichts geboren, ein Sauerkrautgesicht mit Fischaugen. Bejubelter Witz, im erlauchten Kreis ungenutzter Möglichkeiten. König des sittlichen Empfindens, Retter, Heiland und Erlöser, verspricht seinem Volk Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit.
Ein Gummibärchen auf dem Weg zu wahrer Macht, flankiert vom linkischen Bruder und der Gift speienden Schwester.
Gott sehne ihn, den designierten Imperator.

Der deutscheste Deutsch lüftet die Maske, gibt sich als einsamer Reiter,
in dunkelster Nacht zu erkennen, dem es erlaubt sei zu sprechen,
weil er sich als flüchtiger Furz erwies. Ein laues Lüftchen,
welches fröhlich und unerschrocken verpufft. Ein Goldfisch im Piranhabecken skrupelloser, verrückter und unberechenbarer Staatenlenker.
Gott segne ihn, den deutschesten Deutschen.

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Wäre ich dankbar, könnte ich glücklich sein

Das ganze Jahr hindurch würde ich dich loben, meine Stunden an euch verschenken, jede Minute zuhören und keine Sekunde an mich denken.

Ich würde Danke sagen, nach jedem Wort. Gern geschehen und Bitte sehr!

Gute Nachrichten hören, die es tatsächlich gibt. All die versteckte Hoffnung in meinem Kopf, der Schalk in meinem Rücken, der Frohsinn im Herz. Sie würden leben.

Morgens würde ich aus der Dusche springen, wie Bruce Lee. Dem Schurken das Rückgrat brechen und mein Leben lang die Welt retten.

Ich würde meinen Liebsten zeigen, was ich verborgen hielt. Wünsche lesen, die sich in deinem Auge spiegeln. Hoffnung überreichen, nach einem verlorenen Tag.

Wäre ich dankbar, würde ich sagen:
Dankeschön!

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Montagslyriker

Mystisch wird der Herbst,
wenn Worte leise die Sterne berühren
und wir die Nacht zurückfordern.

Der Tag verblasst,
die Nacht kehrt heim,
Mondgeflüster.

Der wahrhaftige Dichter,
zu seinen Lesern spricht,
Montag um sieben, so steht es geschrieben.

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Ein kleiner starker Mann

Meine Liebe zu dir übersteigt meinen Verstand,  
kein Vergleich hält deiner Güte stand.
Niemals wird ein Tag ohne dich vergehen.  
 
Elvis sah gut aus in seinem weißen Kostüm,  
den diamantbesetzten Wecker am Arm.
Unaufhaltsam lief der Schweiß über sein berühmtes Gesicht,
während ich beschäftigt war und im Trüben fischte.
 
So viel verloren, leichtfertig verschenkt, 
Geschenke für dich bestimmt.  
Eine Träne zur falschen Zeit,
am rechten Ort.
 
Auf der Tanzfläche beerdigt,
tanzte ich würdelos auf meinem Grab.  
Rücksichtslos vergnügungssüchtig,
selbstverliebt nicht an den Tod gedacht,  
hab ich mit meinen Liebsten Schluss gemacht.  
 
Sinnlosigkeit, Tristesse der Jugend,  
die Liebe, die ein Leben verschwendet,
mit einer Leichtigkeit, die Außenstehenden weh tut  
und so viel Spaß bereitet.  
 
im Verborgenen warst du lange weg,
der Alkohol hat dich versteckt.  
Ein Neugeborenes rettete den Träumer,
ein starker kleiner Mann,  
der so viel mehr bedeutet.
 
Du vertreibst meinem Zorn,  
erträgst meine Wut,
auf dem Weg,
den wir gemeinsam gehen.
 
Du fällst mich an,
zerdrückst mich schier,
freust dich tatsächlich mich zu sehen.
 
Du sagst Papa, ich sag Sohn.

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In der Mitte meiner Seele

Ich wollte schon immer dort sein
genau an diesem Punkt
in der Mitte meiner Seele
ganz tief drin, in mir selbst.

Verdiente, lang ersehnte Ruhe
Lohn des steinigen Pfades, den ich gegangen bin.
Mein Leben lang wusste ich nicht, wohin ich wollte
fand den Weg nicht.
Ich suchte nach einem aufrechten Gang, mit Blick nach vorne.
Den Pfad eines Menschen.

Mut! Sei mutig und trau dich!
Geh deinen eigenen Weg!
Du bist nur dir selbst verpflichtet!
Hör nicht auf die Stimmen! Geh raus und lebe dein Leben!

Vielen Dank dafür! Hört sich gut an.
Wenn ich aber ums Verrecken nicht weiß, was ich will.
Was mach ich dann?

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Filme

Filme offenbaren nichts anderes
als die Tatsache, dass die Liebe das Leben ist
und das Leben wertlos
wenn man nicht bereit ist
dafür zu sterben.

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Putzige Ratten

In jeder Sekunde, an jedem Tag, seit Anbeginn der Zeit sind wir an Schnüren hängende Marionetten unserer Nerven. Unfähig auch nur einen selbstständigen Gedanken zu fassen, spielen wir das Spiel der Mächte. Schicksal, wenn sie so möchten.

Meine größten Feinde waren eine grenzenlose Naivität und dieser absurd hartnäckige Glaube an das Gute im Menschen. Töricht, ich weiß, dafür will ich mich entschuldigen.

Die ganze Nacht hindurch predigten wir Freundschaft, ewige Treue und teilten die letzte Zigarette. Am nächsten Morgen hatte ich einen Kater und meine Freunde den ersehnten Studienplatz. Sie wollten sich engagieren, nach Berlin ziehen, womöglich sogar Kinder in die Welt setzen, um eine hoffnungsvolle Zukunft aufbauen.

„Wacht halt bitte auf und kommt zu mir zurück!“ schrie ich ihnen hinterher. Ich wollte nicht weg! Mein Leben sollte so bleiben, wie es schön war. Erwartungsgemäß hörten sie nicht auf mich, obwohl ich als Einziger wusste, sie rennen in ihr Verderben.

Putzige Ratten, die vor keiner Klippe halt machen und im Rudel ins Verderben springen – fröhlich grinsend. Die Menschen, von denen ich glaubte sie zu kennen, konnten es nicht erwarten in der Bedeutungslosigkeit zu ersaufen. Als ob der Verlust jeglicher Träume selbstverständlich wäre.

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Wunder

Was ich brauchte, war ein Wunder, mehr nicht.
Warum sollte auch kein Wunder geschehen?

Wunder gibt es jeden Tag, überall in der Welt,
selbst im abgelegensten Winkel,
warum also nicht auch für mich?

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Auf die Freundschaft

Freunde, ihr füllt mein Herz mit Stolz!

Gehorsam versprach ich euch, treue Gefolgschaft.
Den bedingungslosen Willen, alles zu trinken,
was auf den Tisch kommt.

Ölt eure Gaumen,
schärft eure Sinne, preist Dionysos.
Der innere Kreis,
die Elite des Rausches.

Mit keinem außer euch,
trinke ich das Leben.
Prost!

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Der Träumer, der Tod und die Macht

Träumer finden ihren Weg in der Nacht,
so ist es mit dem Mond abgemacht.

Der Tod ist ein seltener Freund,
hast du von ihm geträumt?

Vergiss dein Streben nach Macht,
in deiner Seele hast du alles mitgebracht.

Lass dir Zeit!