Der Schriftsteller Ernest Hemingway vs. die Legende Rocky Balboa

Der Kampf des Jahrhunderts

Übermotiviert ist ein Stichwort, um meine gestrige Stimmungslage zu beschreiben. Ich ging also da raus, drehte ein paar Runde in meinem Ghetto, stählte meinen Körper mit einigen Situps und dränglte mich an der Supermarktkasse vor. Ganz unkompliziert, bis mich ein schick frisierter Bösewicht ansprach: „Entschuldigen Sie, ich glaube …“ Da gab ich ihm erst mal einen gut gemeinten Uppercut mit auf die Reise. Ein kurzentschlossener Reflex, der weitere Diskussionen im Keim erstickte.

Lediglich die Oma in meinem Rücken leistete weiterhin erbitterten Widerstand und zog mir eins mit ihrer Handtasche über. Ich drehte mich um, knurrte böse und fletschte mit den Zähnen, bis sich der Filialleiter, in Überschätzung seiner Postion, eine Links-Rechts Kombination abholte, die weitere Endgegner ins Spiel warf.

Kurzum, ich war guter Dinge, organisierte in Gedanken bereits einen Titelkampf. Bukowski, Indiana Jones, He-Man … ich war bereit sie alle wegzuhauen. Und weil es so schön war, ließ ich Rocky gegen Hemingway antreten, der Kampf des Jahrhunderts:

„Wenn Menschen soviel Mut auf die Welt mitbringen, muss die Welt sie töten, um sie zu zerbrechen, und darum tötet sie sie natürlich. Die Welt zerbricht jeden, und nachher sind viele an den zerbrochenen Stellen stark. Aber die, die nicht zerbrechen wollen, die tötet sie. Sie tötet die sehr Guten und die sehr Feinen und die sehr Mutigen; ohne Unterschied.“

Ernest Hemingway

 

„Ich werd dir jetzt was sagen, was du schon längst weißt … die Welt besteht nicht nur aus Sonnenschein und Regenbogen. Die Welt ist oft ein gemeiner und hässlicher Ort, und es ist ihr egal, wie stark du bist. Sie wird dich in die Knie zwingen und dich zermalmen, wenn du es zulässt …
Und zeig nicht mit dem Finger auf andere und sag: du bist nicht da, wo du hin wolltest, wegen ihm oder wegen ihr, oder sonst irgendjemandem. Schwächlinge tun das!
Und das bist du nicht – du bist besser!“

Rocky Balboa

So, ich muss jetzt los, mein Leben wartet nicht länger und deines auch nicht. Oder brauchst du noch einen Tritt in den Arsch?

Die 90er – Das letzte Jahrzehnt in Freiheit

Pulp Fiction, Irakkrieg und Deutsche Einheit

Die 90er waren das letzte Jahrzehnt in echter Freiheit, in Demokratie, in unbeschwerter Lebenslust. Wenn wir ehrlich sind, danach gings bergab, den Bach runter und zwar so richtig. Eine Lieblingskneipe nach der anderen machte dicht, Rauchverbot, schlecht bezahlte Jobs, wahnsinnige Präsidenten, Rechtsruck und ständig hält dir einer ein veganes Würstchen unter die Nase. Meinungsfreiheit mag zwar weiterhin erlaubt sein, aber verdammt, die 90er waren cool, die Leute waren cool und die Zeit war cool, genau wie Pulp Fiction cool war, mit dem coolsten aller Sprüche:

Weiterlesen „Die 90er – Das letzte Jahrzehnt in Freiheit“

Der Untergang des Abendlandes – 40 Jahre Punk

Punk!

Punk heißt übersetzt faulendes Holz, was allenfalls als Zunder taugt und das war es auch, ein Brandbeschleuniger. William Shakespeare verwendete als einer der ersten das Wort Punk und bezeichnete so in „Maß für Maß“ eine Nutte. Als Bewegung und Musikrichtung feiern die Punks gerade ihren 40ten, womit sie mittlerweile selbst zum alten Eisen gehören. Geboren in London, warfen die Sex Pistols mit „Anarchy in The UK“ ihr rebellisches Kind auf die Bühne und zerstörten damit die Zukunft des Abendlandes.

„Don’t know what I want
But I know how to get it“

Was für eine herrliche Zeit! Der Reiz lag ja darin dem Establishment, das es damals noch gab, gehörig auf den Sack zu gehn.

Das Schönste aber, weil Genre übergreifend, war die Erfindung des Pogo. Wir tanzen zu jeder Musik Pogo und es gab keinen Grund, warum wir es nicht tun sollten. Alle liebten Pogo, einfach weil es hart zur Sache ging und unserer Vorstellung von Spaß am nächsten kam. Beim Pogo geht es darum deinen Nachbarn, ohne Einsatz der Hände, möglichst kurz und heftig anzurempeln. Worauf er, und darin liegt der Sinn des Ganzen, das Gleichgewicht verliert und den Boden küsst. Nur so kann man ihm wieder aufhelfen, einen Kurzen zischen und gemeinsam umso heftiger weitermachen.

Prost und herzlichen Glückwunsch zum 40ten Geburtstag!

Für weitere Infos und Musik empfehle ich euch den Blog des Kulturforums von Gerhard Emmer