Ramons Schlampazius im Stuttgarter Osten

Hippiekneipe, Musikladen und ewiger Kult

Keine Ahnung, wann ich das erste Mal bei Ramon aufschlug. Muss aber an die 12 Jahre her sein, als wir an den Ostendplatz zogen. Seitdem schleppte ich meine Kumpels da rein, besoff mich gnadenlos und war sogar mal mit meinem Vater dort, im Herzen des Stuttgarter Ostens.

Ramon erzählte mir, dass er eigentlich auf ein Konzert in München wollte. Extra angereist, aus dem damals faschistischen Spanien um Diktator Franco. Im goldenen Jahr 1973, das Jahr indem ich geboren wurde. In Stuttgart musste er umsteigen, verpasste den Zug und ist geblieben, bis heute. Die Gastarbeiter im El Rincon kümmerten sich um ihn, organisierten Ramon einen Job, bis er zwei Jahre später im Schlampazius landete. Der ehemalige Wirt Maiwald nahm ihn auf und Ramon blieb, bis Maiwald starb. An der Einrichtung der Kneipe hat sich seitdem nichts verändert. Weder von außen noch von innen. Ein paar Gemälde kamen hinzu, ein nicht ganz so abgesifftes Sofa. Fertig ist die Hippiekneipe, der ewige Kult.

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Gewinner des Buchs Bukowski – Held ausser Betrieb + Kaktus

Gewinner der Bukowski verlosung

36 Glücksjäger wollten den Roman Bukowski -Held ausser Betrieb + Kaktus gewinnen, einer blieb übrig und bekommt den Gewinn in den nächsten Tagen zugesendet. War dann doch eine ganz schöne Arbeit die ganzen Loszettel zu beschriften und zu falten.

So, jetzt aber: Der Gewinner heißt Jürgen Hackenberg. Freut mich für dich und dann mal viel Spaß mit dem Buch plus Kaktus, der wie ich hoffe den Versand gut übersteht. Einmal die Woche gießen und gut ist.

Euer
Terence

Die 90er – Das letzte Jahrzehnt in Freiheit

Pulp Fiction, Irakkrieg und Deutsche Einheit

Die 90er waren das letzte Jahrzehnt in echter Freiheit, in Demokratie, in unbeschwerter Lebenslust. Wenn wir ehrlich sind, danach gings bergab, den Bach runter und zwar so richtig. Eine Lieblingskneipe nach der anderen machte dicht, Rauchverbot, schlecht bezahlte Jobs, wahnsinnige Präsidenten, Rechtsruck und ständig hält dir einer ein veganes Würstchen unter die Nase. Meinungsfreiheit mag zwar weiterhin erlaubt sein, aber verdammt, die 90er waren cool, die Leute waren cool und die Zeit war cool, genau wie Pulp Fiction cool war, mit dem coolsten aller Sprüche:

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Leseprobe zu „Engelhorn – die wunderbare Sinnlosigkeit der Jugend“

Leseprobe Hausarzt

Mein Hausarzt, Nächstenliebe und giftspuckende Vorzimmerdrachen

Ich war entschlossen meinen Hausarzt zu konsultieren, den Weißen unter den Göttern. Ein kleiner Umweg, mehr auch nicht, parkte ich den Admiral direkt vorm Eingang seiner Praxis in der Fußgängerzone. So viel Fürst muss sein. Ich stolzierte in seine Kathedrale, ignorierte souverän die weißgekleidete Dienerschaft und marschierte zielstrebig in den reichverzierten Thronsaal. Ein kurzes „Servus!“ musste reichen.
„Das ist doch abnormal, dass ich unter der Liebe zu meinen Mitmenschen leide! Einer wie ich, der zu Höherem berufen ist!“, regte ich mich auf, machte staatsmännische Gesten und lief im Kreis. Mein Hausarzt blieb ruhig und sagte vorerst nichts. Geschickt wartete er ab.
„Wer ist denn jetzt verrückt? Ich oder die? Die oder ich?“, legte ich nach. Gierig nach einer Diagnose, mit anschließender Therapie. Ich brauchte das komplette Programm. Der weiße Gott glotze interessiert, eventuell wegen meiner Aufdringlichkeit, vielleicht weil er Arzt war und schlau genug, den Ernst der Lage zu erkennen. Souverän beruhigte der Herr Doktor die giftspuckenden Vorzimmerdrachen, die im Türrahmen Position bezogen. Verwöhnte Biester, die vor Wut kochten, bereit mir einen tödlichen Cocktail zu spritzen. Ruhig und sachlich beförderte er die Aufregung nach draußen.

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Roman Engelhorn als E-Book

Das Glaubensbekenntnis der 90er

„Die Aussicht mit Silke könnte was laufen katapultierte meinen Verstand ins Abseits, über die Stadionmauer direkt in die Gewinnerzone. Ich strahlte heller als jede Discokugel, schaute nach oben und als wir hinaus schwebten umgab uns eine Aura. Der Pöbel trat beiseite, das Menschenmeer teilte sich und Moses hielt die Türe auf, während ich Silke in die Freiheit führte.“

Einfach mal reinklicken, die Leseprobe checken und ab damit ins Osternest.

Engelhorn – Ein Roman von Stephan Rossmann

Cover Engelhorn am Frühstückstisch

Engelhorn -Die wunderbare Sinnlosigkeit der Jugend

Buchciover EngelhornTaschenbuch:
ISBN: 1520969169
220 Seiten, 9,90 €
Erhältlich auf amazon:
http://www.amazon.de/dp/1520969163

E-Book:
ASIN: B06Y1VPRZ9
2,99€
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Gestern sah ich dich wieder – deutsches schmähgedicht

Bevor ich Dich traf
war es leicht
ich war ganz unten
hatte nichts zu verlieren.

Ich wünschte Dir Herpes, Krätze und Gicht
Nein! Ich verfluchte Dich
aber dieses Gesicht verdienst Du nicht
Wie konntest Du dir so etwas antun?

Ich lernte Dich in der WG der verdammten Seelen kennen
und musste Dich einfach lieben
Selbst wenn Dir der Teufel direkt in die Augen schaute
konnte er Deine Schönheit nicht glauben
Wie also sollte ich Dir böse sein?

Gestern sah ich Dich wieder
auf dem blau gefärbten Friedhof der hässlichen Fratzen
ein Freund gab mir den Tipp
und Du warst nur einen Klick entfernt.

Allein warst Du nie,
Du gehörtest zu jeder Zeit einem anderen
in der Stadt der abgerissen Bärenköpfe
lagst Du im Bett mit dem hübsch frisierten Gangster.

Deine Geschäfte waren eine Nummer zu groß
Dein Angebot zu verlockend
mein Herz für Dein flüchtiges Vergnügen
Wie hätte ich widerstehen können?

Mag sein, Du hast viele Herzen gebrochen
ernstgemeinte Gefühle übers Ohr gehauen
Seelen in den Wahnsinn getrieben
aber Du hast nie jemanden gelangweilt.