Zum 100. Geburtstag des amerikanischen Poeten Charles Bukowski

Henri Chinaski, der Mann aus Andernach

Gebräunte Körper, strahlende Stars, Glitzer und Glamour, der endlose Pazifik vor der Haustür. Dem Smog zum Trotz, kann man es sich schön machen, in Los Angeles, Kalifornien. Nehmen wir also an, er liegt nicht unter einer Marmorplatte, mit der Aufschrift „Don’t try“. Gehen wir davon aus, er steigt gegen Mittag aus seinem Bett, zündet sich eine Kippe an, frühstückt gut, geht anschließend in den Garten, mäht den Rasen, malträtiert ein, zwei Stunden seine Schreibmaschine, trinkt seine tägliche Ration. Natürlich viel weniger als früher, lebt sein Leben. Was hätte er noch geschrieben, an sensationellem Material?

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Leben und Sterben mit Charles Bukowski (1920-1994)

Der amerikanische Schriftsteller Charles Bukowski über die Vergänglichkeit

Bukowski lebte am Limit, jahrelang in einer Grenzregion zwischen Leben und Tod. Schlägereien, Magendurchbruch, Alkoholvergiftungen, sonstiger Scheiß, der ihn in die Knie zwang. Kein Wunder also, dass einige Lebensweisheiten rund um Leben und Tod dabei herauskamen. Einige möchte ich heute vorstellen und schon mal ankündigen: Der Meister feiert nächstes Jahr 100. Geburtstag genau wie Fritz Walter (Superheld von 54) oder Marcel Reich-Ranicki (der urige Literaturnörgler), Federico Fellini (La Dolce Vita), Yul Brynner (die bestaussehendste Glatze aller Zeiten), Mario Gianluigi Puzo (Der Pate) und natürlich Karol Józef Wojtyła (besser bekannt als Johannes Paul II). Wie ich gehört habe soll es einiges an Veröffentlichungen, Partys und so weiter geben. Wir dürfen also gespannt sein, was da 2020 auf uns zurollt.

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A Clear Midnight – Gedicht von Walt Whitman

Grashalme von Walt Whitman
Grashalme von Walt Whitman

Eine klare Mitternacht,
übersetzt von Stephan Rossmann

Dies ist deine Stunde, meine Seele,
ins Wortlose,
Weg von Büchern, weg von Künsten, gelöschter Tag,
nach getaner Lektion,
erhebe dich ganz und gar, schweige, staune, nachgedacht über das, was du am höchsten liebst.
Nacht, Schlaf und Sterne.

A Clear Midnight von Walt Whitman
THIS is thy hour O Soul, thy free flight into the wordless,

Away from books, away from art, the day erased, the lesson done,
Thee fully forth emerging, silent, gazing, pondering the themes
thou lovest best,
Night, sleep, death and the stars.

Walt Whitman veröffentlichte Leaves of Grass (Grashalme), sein wohl bekanntestes Werk 1855 im Selbstverlag. Der amerikanische Dichter wirkte während der vielleicht schwierigsten Zeit der amerikanischen Geschichte, um den Sezessionskrieg. Whitman verehrte die Natur, war ein Freund der Demokratie.

Whitman schrieb in Grashalme:

„Wir, die Unsterblichen, auf dem Lande und am Strande, die gerechte Räuberbande. Null Respekt vor dem Gesetz, lachen, lieben, hauen, hetzen, Widerstände, Regeln brechen, sammeln wir des Lebens Beute, wie zwei freie Jägersleute – bellt und kläfft auch rings die Meute.“

Whitman begann als 12-jähriger eine Lehre zum Schriftsetzer, arbeitete einige Jahre in Druckereien, arbeitete als Lehrer in East Norwich. Während des Krieges meldete er sich als Sanitäter, gründete eine Zeitung und beschäftigte sich mit seinen Gedichten. Whitman schaffte es leider nicht zeitlebens von seiner Arbeit zu leben.

Weitere Gedicht von Whitman findet ihr in der Lyriksammlung:
Feierabend: Grünschnabel und alte Hasen

 

 

Ein Zitat des Amerikaners Mark Twain

Gib jedem Tag die Chance, der schönste deines Lebens zu werden.

Zitat von Samuel Langhorne Clemens (Mark Twain) US-amerikanischer Schriftsteller, der international bekannt wurde durch die Abenteuer von Tom Sawyer und Huckleberry Finn (geboren am 30.November 1835 – gestorben am 21. April 1910). Wer einmal ein Foto von diesem grimmig dreinschauenden Kollegen zu Gesicht bekam, wird sich Wundern, wie er so ehrliche und aufrichtige Literatur verfassen konnte. Das Schicksal meinte es aber auch nicht gut mit ihm, er überlebte nahezu seine komplette Familie. Drei seiner Kinder starben vor ihm.

Weitere Gedichte findet ihr in der Lyriksammlung:
Feierabend: Grünschnabel und alte Hasen

 

„Ich und mein Leben“ von Walt Whitman (Amerikanischer Dichter)

US amerikansicher Dichter und LYriker

Amerikanischer Lyriker des 19. Jahrhunderts

Ich und mein Leben,
die immer wiederkehrenden Fragen,
der endlose Zug der Ungläubigen,
die Städte voller Narren.

Wozu bin ich? Wozu nutzt dieses Leben?
Die Antwort: Damit du hier bist.
Damit das Leben nicht zu Ende geht, deine Individualität. Damit das Spiel der Mächte weitergeht
und du deinen Vers dazu beitragen kannst.

Zitat von Walt Whitman (1819-1892), US-amerikanischer Lyriker, Schriftsetzer, Wohnungmakler, Lehrer, Herausgeber von Zeitungen, Sanitäter, Mitarbeiter im Innenministerium.
O Captain! My Captain!

Whitman stellte sich den Abscheulichkeiten des Lebens. Im Amerikanischen Bürgerkrieg diente er als Sanitäter, schrieb über die Natur und ist selbst heute noch populär. Whitman beantwortet hier die Frage aller Fragen: Wer bin ich? Was soll ich hier? Wozu leben? Weil das Leben schön ist, hart und ungerecht, wenn wir die Augen offen halten, den Kopf oben und unser Herz verschenken. Schreibe deine eigene Geschichte, pflanze einen Baum, zieh Kinder groß, baue ein Haus, mache das Beste daraus, lass Grashalme sprießen, die Sonne scheinen.

Weitere Gedicht von Whitman findet ihr in der Lyriksammlung:
Feierabend: Grünschnabel und alte Hasen