An jedem gottverdammten Montag – Matthias Krüger

Lesestoff von der Beat Company
„Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben“

Lesestoff von der Beat Company

Gottverdammt, es ist Montag und irgendein gottverdammtes Genie will seinen gottverdammten Lesestoff los werden. Also spannt die Hörsegel, schrubbt die Pupille und reißt das Steuer rum.

Heute, an diesem gottverdammten Montag schreien wir es hinaus:
Matthias Krüger ist der bezeugte Bewahrer des Glaubens, der Hüter des Querdenkertums und Beschützer bedrohter Gruppen, Werte und Gedankengut. Auf seinem Weblog dreht sich so einiges um die Beatniks (Die Väter der Hippies), Charles Bukowski (Der Meister), Musik und Filme.

Matthias wird uns an diesem gottverdammten Montag über den Berg geleiten, er wird die Wolken aufreißen und uns sicher ins Licht führen, damit wir den wahren Lesestoff anerkennen.

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„Song of the Open Road“ Lyrik des amerikanischen Dichters Walt Whitman

Aus dem Vorwort von „On the Road“, der Klassiker des Beatniks Jack Kerouac, die Definition zu ewiger Freundschaft und Treue, großartige Lyrik des amerikanischen Dichters Walt Whitman. Leider kam er zu Lebzeiten mit seiner Kunst kaum über die Runden, verkaufte seine Bücher selbst, Wegbereiter der Beat Generation, einem breiten Publikum bekannt aus Der Club der toten Dichter, mit dem leider verstorbenen Robin Williams.

Weitere Gedicht von Whitman findet ihr in der Lyriksammlung:
Feierabend: Grünschnabel und alte Hasen

Klang der Straße

15
Lass uns gehen! Die Straße wartet!
Sicher – ich habe es versucht – meine Füße haben es versucht – Lass sie gehen!

Lass das Papier ungeschrieben auf dem Schreibtisch liegen, das Buch im Regal ungeöffnet!
Lass die Werkzeuge in der Werkstatt! Lass das Geld unverdient!
Lass die Schule! Kümmere dich nicht um das Geschrei des Lehrers!
Lass den Prediger auf seiner Kanzel predigen! Lassen den Anwalt vor Gericht plädieren, der Richter erklärt das Gesetz.

Camerado, ich reiche dir meine Hand!
Ich reiche dir meine Liebe,
kostbarer als Geld,

Ich reiche dir mich selber,
noch vor Predigt oder Gesetz.

Willst du dich mir reichen?
Willst du mit mir wandern?

Sollen wir zusammenbleiben,
solange wir leben?

Originaltext:

15
Allons! the road is before us!
It is safe—I have tried it—my own feet have tried it well—be not detain’d!

Let the paper remain on the desk unwritten, and the book on the shelf unopen’d!
Let the tools remain in the workshop! let the money remain unearn’d!
Let the school stand! mind not the cry of the teacher!
Let the preacher preach in his pulpit! let the lawyer plead in the court, and the judge expound the law.

Camerado, I give you my hand!
I give you my love more precious than money,
I give you myself before preaching or law;
Will you give me yourself? will you come travel with me?
Shall we stick by each other as long as we live?

1
Zu Fuß und unbeschwert gehe ich auf die Straße,
Gesund, frei, die Welt liegt mir zu Füssen,
Der lange Weg führt dahin, wohin ich will.

Von nun an bitte ich nicht um Glück, ich selbst bin Glück,
Von nun an jammere ich nicht mehr, verschiebe nicht mehr, brauche nichts mehr.
Fertig mit Beschwerden, Bibliotheken, fragwürdigen Kritikpunkten,
Stark und zufrieden reise ich auf freier Straße.

Die Erde, ist genug,
Ich möchte nicht, dass die Sternbilder näher kommen.
Ich weiß, sie sind nützlich, wo sie sind,
Ich weiß, sie gehören denen, die an sie glauben.

(Ich trage meine alten köstlichen Lasten,
Ich trage sie, Männer und Frauen, ich trage sie mit mir, wohin ich gehe,
Ich schwöre, es ist unmöglich sie loszuwerden,
Ich bin gesättigt und werde sie füttern.)

1
Afoot and light-hearted I take to the open road,
Healthy, free, the world before me,
The long brown path before me leading wherever I choose.

Henceforth I ask not good-fortune, I myself am good-fortune,
Henceforth I whimper no more, postpone no more, need nothing,
Done with indoor complaints, libraries, querulous criticisms,
Strong and content I travel the open road.

The earth, that is sufficient,
I do not want the constellations any nearer,
I know they are very well where they are,
I know they suffice for those who belong to them.

(Still here I carry my old delicious burdens,
I carry them, men and women, I carry them with me wherever I go,
I swear it is impossible for me to get rid of them,
I am fill’d with them, and I will fill them in return.)

2
Straße, auf der ich gehe und mich umschaue,
ich glaube, du bist nicht alles,
Ich glaube, vieles ist unsichtbar.

Tiefgreifende Lektion der Rezeption, weder Präferenz noch Verleugnung,
Der Schwarze mit seinem wolligen Kopf, der Verbrecher, die Krankheit, der Analphabet werden nicht geleugnet;
Geburt, Eilen nach dem Arzt, Bettlertrampel, Taumeln des Betrunkenen, lachende Gruppe der Mechaniker,
Verlorene Jugend, Kutsche der Reichen, Geck, flüchtendes Paar,

Früher Marktmann, Leichenwagen, Umzug von Möbeln in die Stadt, Rückkehr aus der Stadt,
Sie gehen vorbei, ich gehe vorbei, alles geht vorbei, keiner kann verboten werden,
keiner wird akzeptiert, keiner wird mir lieb sein.

2
You road I enter upon and look around, I believe you are not all that is here,
I believe that much unseen is also here.

Here the profound lesson of reception, nor preference nor denial,
The black with his woolly head, the felon, the diseas’d, the illiterate person, are not denied;
The birth, the hasting after the physician, the beggar’s tramp, the drunkard’s stagger, the laughing party of mechanics,
The escaped youth, the rich person’s carriage, the fop, the eloping couple,

The early market-man, the hearse, the moving of furniture into the town, the return back from the town,
They pass, I also pass, any thing passes, none can be interdicted,
None but are accepted, none but shall be dear to me.

The Walt Whitman Archive. Verzeichnis zu den Arbeiten des amerikanischen Dichters.