Ramons Schlampazius im Stuttgarter Osten

Hippiekneipe, Musikladen und ewiger Kult

Keine Ahnung, wann ich das erste Mal bei Ramon aufschlug. Muss aber an die 12 Jahre her sein, als wir an den Ostendplatz zogen. Seitdem schleppte ich meine Kumpels da rein, besoff mich gnadenlos und war sogar mal mit meinem Vater dort, im Herzen des Stuttgarter Ostens.

Ramon erzählte mir, dass er eigentlich auf ein Konzert in München wollte. Extra angereist, aus dem damals faschistischen Spanien um Diktator Franco. Im goldenen Jahr 1973, das Jahr indem ich geboren wurde. In Stuttgart musste er umsteigen, verpasste den Zug und ist geblieben, bis heute. Die Gastarbeiter im El Rincon kümmerten sich um ihn, organisierten Ramon einen Job, bis er zwei Jahre später im Schlampazius landete. Der ehemalige Wirt Maiwald nahm ihn auf und Ramon blieb, bis Maiwald starb. An der Einrichtung der Kneipe hat sich seitdem nichts verändert. Weder von außen noch von innen. Ein paar Gemälde kamen hinzu, ein nicht ganz so abgesifftes Sofa. Fertig ist die Hippiekneipe, der ewige Kult.

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Die 90er – Das letzte Jahrzehnt in Freiheit

Pulp Fiction, Irakkrieg und Deutsche Einheit

Die 90er waren das letzte Jahrzehnt in echter Freiheit, in Demokratie, in unbeschwerter Lebenslust. Wenn wir ehrlich sind, danach gings bergab, den Bach runter und zwar so richtig. Eine Lieblingskneipe nach der anderen machte dicht, Rauchverbot, schlecht bezahlte Jobs, wahnsinnige Präsidenten, Rechtsruck und ständig hält dir einer ein veganes Würstchen unter die Nase. Meinungsfreiheit mag zwar weiterhin erlaubt sein, aber verdammt, die 90er waren cool, die Leute waren cool und die Zeit war cool, genau wie Pulp Fiction cool war, mit dem coolsten aller Sprüche:

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Engelhorn – Ein Roman von Stephan Rossmann

Cover Engelhorn am Frühstückstisch

Engelhorn -Die wunderbare Sinnlosigkeit der Jugend

Buchciover EngelhornTaschenbuch:
ISBN: 1520969169
220 Seiten, 9,90 €
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Dankeschön! – Lyrik der Freude

Wäre ich dankbar, könnte ich glücklich sein

Das ganze Jahr hindurch würde ich dich loben, meine Stunden an euch verschenken, jede Minute zuhören und keine Sekunde an mich denken.

Ich würde Danke sagen, nach jedem Wort. Gern geschehen und Bitte sehr!

Gute Nachrichten hören, die es tatsächlich gibt. All die versteckte Hoffnung in meinem Kopf, der Schalk in meinem Rücken, der Frohsinn im Herz. Sie würden leben.

Morgens würde ich aus der Dusche springen, wie Bruce Lee. Dem Schurken das Rückgrat brechen und mein Leben lang die Welt retten.

Ich würde meinen Liebsten zeigen, was ich verborgen hielt. Wünsche lesen, die sich in deinem Auge spiegeln. Hoffnung überreichen, nach einem verlorenen Tag.

Wäre ich dankbar, würde ich sagen:
Dankeschön!

Was wir in dieser und unser Zeit brauchen, sind Inhalte – Unverschämte Kurzgeschichte

Meine liebsten Bücher

Textschnipsel aus den 90ern

Wie bereits angedroht, möchte ich euch einige unveröffentlichte Passagen aus Lucia – Mein liebster Wahnsinn vorstellen. Textschnipsel, die zum schmunzeln, nachdenken und weinen anregen. Heute gehts los:

„Im Namen der Menschlichkeit, mach das weg!“ bat ich Stoffel, zum zweiten Mal schon. Er drehte noch ein wenig lauter, putzte nebenbei die Bong und gab Eiswürfel dazu. Stilvoll und fachlich einwandfrei servierte er eine Mördermischung.
„Zieh dir den Song rein! Der Typ ist gut!“ wollte uns Stoffel überzeugen, wo es keine Überzeugung gab.
„Bist du völlig durchgeknallt? Mach den Dreck weg! Beim uns am Finanzamt läuft bessere Mucke.“
Boris horchte auf.
„Musik auf der Arbeit? Bist du in der Gewerkschaft, oder was?“

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Sturz aus dem Paradies – fränkisches Heimatgedicht

Gott und Frau Jean-Auguste-Dominique Ingres
Terence Horn in Würzburg

An Weihnachten kehr ich heim, zu den Meinigen
und erinnere mich an meine Stadt:

1988 kam ich endlich raus. Zumindest vormittags kehrte ich meiner Kleinstadt den Rücken und besuchte fortan eine Schule in Würzburg. 16 Jahre alt und ein „schwieriger Schüler“, der unendlich froh war, was neues zu erleben. Zum Beispiel begann die Schule fortan um neun, da unser Schulbus meist Verspätung hatte und wenn nicht, behaupteten wir es einfach. Von Oktober bis April war der „Schnee“ schuld, dazwischen lagen die Ferien und andere Ausreden. Die geschenkte Stunde verbrachten wir in den Cafés der Stadt, tranken Cappuccino und schlugen die Zeit tot. Ab der zehnten Klasse schenkte ich mir auch die anderen Stunden und wurde zum selten gesehen Gast in der Schule und zum Stammgast in den Cafés und Kneipen. So begann meine Liebe zu Würzburg. Der Stadt, die mich fortan nicht mehr loslassen sollte. Nach der Schule absolvierte ich eine Lehre zum Großhandelskaufmann bei einem damals weitbekannten Schraubengroßhändler in der Innenstadt. Dort sammelte ich genügend Stoff für unzählige Kurzgeschichten und ein Kapitel in meinem Roman „Lucia – Mein liebster Wahnsinn“. Ich hing so viel in Würzburg ab, dass ich auch gleich hinziehen konnte. Mit zwei Freunden bezogen wir eine kleine 3-Zimmer Wohnung in der Innenstadt und ab da wurde es wild. Unter der Woche hingen wir in der Tomate ab, im Kult oder tanzten im Laby und am Wochenende kam keiner am Rockpalast vorbei. Zumindest solange bis im Airport Techno auflegt wurde, aber das ist eine andere Geschichte.

 

Auf ein Cocktail
in die Tomate
Zwei Bier im Kult
selbst am Nebentisch
lachten sie sich kugelrund

Den Reim müsst
ihr verzeihn
mein Herz
war hier daheim

Fürs Leben gern
ein Teil von Dir
trennte uns die Geldgier

Im Schwabenland
malochen geh
konnt ich nicht mehr
die Festung sehn.

Heut bereu ich
denk an dich zurück
an die schöne Zeit
und wünsch mir mein
Würzburg
zurück.

Artikel in der Main Echo

Bild vomGarten
Bild vom Garten

 

Was man im Garten so alles vergisst

Anfang April hatte ich die Möglichkeit zu einem Interview mit Boris Dauber von der Main Echo, die größte Tageszeitung in der Gegend wo Lucia – Mein liebster Wahnsinn hauptsächlich spielt. Wir waren also Montag um 11.00 Uhr verabredet und ich hab am Sonntag noch einiges vorbereitet: Ein paar neue Fotos, evtl. Fragen, Klamotten, solches Zeugs halt.

Alles bene möchte man meinen, doch an dem betreffenden Montag war ein derart schönes Wetter, ich hatte nur noch Garten im Kopf, also nur noch. Da war nichts mehr mit Interview, Verpflichtungen oder sonst was und so haben wir es dann auch gemacht. Ein herrlicher Tag im Garten, mit Grillen und dem ganzen Faulenzerprogramm, bis die Sonne hinter dem Hügel verschwand, das war so gegen 18.00 Uhr und da entdecke ich  mein Handy mit einigen verpassenden Anrufen und Nachrichten auf meinem Anrufbeantworter … Ich hatte es also mal wieder geschafft einen wichtigen Termin vollständig in den Sand zu setzen.

Naja, nicht ganz. Boris Dauber war um 18 Uhr noch auf Arbeit und zeigte Verständnis für den verwirrten und zerstreuten Autor. Es hat also doch noch geklappt und jetzt gehts auch los, hier der Link:

Artikel in der Main Echo