„Vereinsamt“ Gedicht von Friedrich Nietzsche, Deutscher Philologe

Die Krähen schrein

Und ziehen schwirren Flugs zur Stadt:

Bald wird es schnein,

Wohl dem, der jetzt noch – Heimat hat!

Nun stehst du starr,

Schaust rückwärts, ach! wie lange schon!

Was bist du Narr

Vor Winters in die Welt entflohn?

Die Welt – ein Tor

Zu tausend Wüsten stumm und kalt!

Wer das verlor,

Was du verlorst, macht nirgends Halt.

Nun stehst du bleich,

Zur Winter-Wanderschaft verflucht,

Dem Rauche gleich,

Der stets nach kältern Himmeln sucht.

Flieg, Vogel, schnarr

Dein Lied im Wüstenvogel-Ton!

Versteck, du Narr,

Dein blutend Herz in Eis und Hohn!

Die Krähen schrein

Und ziehen schwirren Flugs zur Stadt:

Bald wird es schnein,

Weh dem, der keine Heimat hat!

Friedrich Nietzsche
Deutscher Philologe, d.h. zuerst Preusse und dann staatenlos
Geboren am 15. Oktober 1844 in Röcken
Gestorben am 25. August 1900 in Weimar
Nietzsche war schwer zu greifen, bereits mit 24 Jahren Professor, „Also sprach Zarathustra“, „Ecce homo“:

„Ja, ich weiß, woher ich stamme,
Ungesättigt gleich der Flamme
Glühe und verzehr’ ich mich.
Licht wird alles was ich fasse,
Kohle alles, was ich lasse,
Flamme bin ich sicherlich.“

Der Übermensch, bis ihn seine psychische Störung vernichtete. Erkrankt an Syphilis, diese heimtückische Krankheit, der so viele Künstler zum Opfer fielen.


Dieses Gedicht ist veröffentlich unter folgendem Gedichtband:

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