Ramons Schlampazius im Stuttgarter Osten

Hippiekneipe, Musikladen und ewiger Kult

Keine Ahnung, wann ich das erste Mal bei Ramon aufschlug. Muss aber an die 12 Jahre her sein, als wir an den Ostendplatz zogen. Seitdem schleppte ich meine Kumpels da rein, besoff mich gnadenlos und war sogar mal mit meinem Vater dort, im Herzen des Stuttgarter Ostens.

Ramon erzählte mir, dass er eigentlich auf ein Konzert in München wollte. Extra angereist, aus dem damals faschistischen Spanien um Diktator Franco. Im goldenen Jahr 1973, das Jahr indem ich geboren wurde. In Stuttgart musste er umsteigen, verpasste den Zug und ist geblieben, bis heute. Die Gastarbeiter im El Rincon kümmerten sich um ihn, organisierten Ramon einen Job, bis er zwei Jahre später im Schlampazius landete. Der ehemalige Wirt Maiwald nahm ihn auf und Ramon blieb, bis Maiwald starb. An der Einrichtung der Kneipe hat sich seitdem nichts verändert. Weder von außen noch von innen. Ein paar Gemälde kamen hinzu, ein nicht ganz so abgesifftes Sofa. Fertig ist die Hippiekneipe, der ewige Kult.

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Feier Abend – Lyrik von Stephan Rossmann

titel, Cover von Feier Abend

Feier Abend –
Grünschnabel und alte Hasen

Ich lege Beichte ab: ich habe es getan, einen Lyrikband herausgeben: Feier Abend – Grünschnabel und alte Hasen“ von Stephan Rossmann ist bei amazon erhältlich. Der Grünschnabel hat sich fünf alte Hasen mit ins Bord geholt. Whitman, Emerson und Dickinson hab ich ins Deutsch übersetzt und neu interpretiert. Rilke und Ringelnatz sprechen für sich.

19 Gedichte über Sinn und Unsinn des Lebens,
ewige Liebe, frühen Tod und wilde Tiere.
Eine Reise ins 19. Jahrhundert.
Trip zu den Geistern der Vergangenheit.
Blick in die Zukunft.
Futter für die Seele.

Der Grünschnabel und fünf alte Hasen:

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Die 90er – Das letzte Jahrzehnt in Freiheit

Pulp Fiction, Irakkrieg und Deutsche Einheit

Die 90er waren das letzte Jahrzehnt in echter Freiheit, in Demokratie, in unbeschwerter Lebenslust. Wenn wir ehrlich sind, danach gings bergab, den Bach runter und zwar so richtig. Eine Lieblingskneipe nach der anderen machte dicht, Rauchverbot, schlecht bezahlte Jobs, wahnsinnige Präsidenten, Rechtsruck und ständig hält dir einer ein veganes Würstchen unter die Nase. Meinungsfreiheit mag zwar weiterhin erlaubt sein, aber verdammt, die 90er waren cool, die Leute waren cool und die Zeit war cool, genau wie Pulp Fiction cool war, mit dem coolsten aller Sprüche:

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Roman Engelhorn als E-Book

Das Glaubensbekenntnis der 90er

„Die Aussicht mit Silke könnte was laufen katapultierte meinen Verstand ins Abseits, über die Stadionmauer direkt in die Gewinnerzone. Ich strahlte heller als jede Discokugel, schaute nach oben und als wir hinaus schwebten umgab uns eine Aura. Der Pöbel trat beiseite, das Menschenmeer teilte sich und Moses hielt die Türe auf, während ich Silke in die Freiheit führte.“

Einfach mal reinklicken, die Leseprobe checken und ab damit ins Osternest.

Engelhorn – Ein Roman von Stephan Rossmann

Titelseite von Engelhorn

Engelhorn -Die wunderbare Sinnlosigkeit der Jugend

>>>  Die letzte Ölung vor dem Erwachsenwerden
>>> Das Hohelied des Rausches
>>> Die Offenbarung des Rossi

>>> Das Glaubensbekenntnis der 90er

Buchciover EngelhornTaschenbuch:
ISBN: 1520969169
220 Seiten, 9,90 €
Erhältlich auf amazon:
http://www.amazon.de/dp/1520969163

E-Book:
ASIN: B06Y1VPRZ9
2,99€
Erhältlich auf amazon:
http://www.amazon.de/dp/B06Y1VPRZ9

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Fett gefressen – Eine Kurzgeschichte mit Sahne-Currysoße

Hauptsächlich ging es um Alkohol und Mädchen

Regungslos, halb bewusstlos von der Völlerei vegetierte ich auf dem Bett liegend vor mich hin, hielt meinen vollgefressenen Wanst und kapitulierte vor weiterer Nahrungsaufnahme.

„Ich könnte noch!“ prallte Stoffel und schob genussvoll ein weiteres Stück nach. Noch eins und so weiter.

„Du bist so verfressen! Wenn du nicht aufhörst, roll ich dich ins Meer zurück.“ sagte ich ihm die Zukunft voraus.

„Ich schaffe Grundlagen für spätere Alkoholaufgüsse.“ erklärte er mir.

Zuerst machten wir uns über das Essen vom Vortag her. Fischfilet in einer Sahne-Currysoße, mit Weißbrot und Tomatensalat. Da hatte ich mal richtig Bock drauf und konnte unmöglich nein sagen, weil Stoffels Mama ganz bestimmt das Kochen erfand und jeder der was anderes behauptet ist ein weiß angestrichener 3-Sterne Fettsack. Anschließend hockten wir im Wohnzimmer, tranken Kaffee und aßen Kuchen, bis Stoffel aufstand und sich ans Klavier setzte. Er spielte einfache und bekannte Melodien, die ich mit eigenen Texten begleitete. Hauptsächlich ging es um Alkohol und Mädchen. Stoffels Bruder kam rüber, sang mit und Stoffels Mama beendete ihr Telefongespräch nur um uns zu zuhören. Begeistert klatschte sie Beifall und holte sogar einen Kassettenrekorder, um unsere spontane Session aufzunehmen. Stoffel verschwand in der Küche und kam mit belegenden Broten zurück. Allerlei Wurst- und Käsesorten, die mit gewürzten Tomaten und Oliven garniert waren, meinetwegen auch Salatblättern. Dazu gab’s leckere selbstgemachte Dips und übertrieben viel Weißwein. Damit war ich restlos ausgebucht und zugestellt. Jeder Blick auf meinen Bauch tat weh, aber Stoffel wollte nicht aufhören und schob noch zwei Pizzas in den Ofen. Selbst nach dieser Fressorgie bekam er den Hals nicht voll und hüpfte aufgedreht vor mir rum. Ich legte den Comic beiseite und ließ meinen Blick durchs Zimmer schweifen, einfach um Zeit zu gewinnen. Hier hauste der Sohn reicher Eltern. In meiner Gegend warfen sie nicht mal Werbung ein, das Papier rechnete sich nicht.

Eine Kurzgeschichte, erzählt von Rossi

Loslassen – Zitat eines Unbekannten

Billardcafe irgendwo am Ende der Welt

Löse dich von dem Gedanken,
immer kämpfen zu müssen.

Was gut ist,
und zu dir gehört, bleibt.

was bei dir sein will,
kommt freiwillig.

Und was gehen will,
geht sowieso.

Unbekannt