Die 90er – Das letzte Jahrzehnt in Freiheit

Pulp Fiction, Irakkrieg und Deutsche Einheit

Die 90er waren das letzte Jahrzehnt in echter Freiheit, in Demokratie, in unbeschwerter Lebenslust. Wenn wir ehrlich sind, danach gings bergab, den Bach runter und zwar so richtig. Eine Lieblingskneipe nach der anderen machte dicht, Rauchverbot, schlecht bezahlte Jobs, wahnsinnige Präsidenten, Rechtsruck und ständig hält dir einer ein veganes Würstchen unter die Nase. Meinungsfreiheit mag zwar weiterhin erlaubt sein, aber verdammt, die 90er waren cool, die Leute waren cool und die Zeit war cool, genau wie Pulp Fiction cool war, mit dem coolsten aller Sprüche:

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Fett gefressen – Eine Kurzgeschichte mit Sahne-Currysoße

Hauptsächlich ging es um Alkohol und Mädchen

Regungslos, halb bewusstlos von der Völlerei vegetierte ich auf dem Bett liegend vor mich hin, hielt meinen vollgefressenen Wanst und kapitulierte vor weiterer Nahrungsaufnahme.

„Ich könnte noch!“ prallte Stoffel und schob genussvoll ein weiteres Stück nach. Noch eins und so weiter.

„Du bist so verfressen! Wenn du nicht aufhörst, roll ich dich ins Meer zurück.“ sagte ich ihm die Zukunft voraus.

„Ich schaffe Grundlagen für spätere Alkoholaufgüsse.“ erklärte er mir.

Zuerst machten wir uns über das Essen vom Vortag her. Fischfilet in einer Sahne-Currysoße, mit Weißbrot und Tomatensalat. Da hatte ich mal richtig Bock drauf und konnte unmöglich nein sagen, weil Stoffels Mama ganz bestimmt das Kochen erfand und jeder der was anderes behauptet ist ein weiß angestrichener 3-Sterne Fettsack. Anschließend hockten wir im Wohnzimmer, tranken Kaffee und aßen Kuchen, bis Stoffel aufstand und sich ans Klavier setzte. Er spielte einfache und bekannte Melodien, die ich mit eigenen Texten begleitete. Hauptsächlich ging es um Alkohol und Mädchen. Stoffels Bruder kam rüber, sang mit und Stoffels Mama beendete ihr Telefongespräch nur um uns zu zuhören. Begeistert klatschte sie Beifall und holte sogar einen Kassettenrekorder, um unsere spontane Session aufzunehmen. Stoffel verschwand in der Küche und kam mit belegenden Broten zurück. Allerlei Wurst- und Käsesorten, die mit gewürzten Tomaten und Oliven garniert waren, meinetwegen auch Salatblättern. Dazu gab’s leckere selbstgemachte Dips und übertrieben viel Weißwein. Damit war ich restlos ausgebucht und zugestellt. Jeder Blick auf meinen Bauch tat weh, aber Stoffel wollte nicht aufhören und schob noch zwei Pizzas in den Ofen. Selbst nach dieser Fressorgie bekam er den Hals nicht voll und hüpfte aufgedreht vor mir rum. Ich legte den Comic beiseite und ließ meinen Blick durchs Zimmer schweifen, einfach um Zeit zu gewinnen. Hier hauste der Sohn reicher Eltern. In meiner Gegend warfen sie nicht mal Werbung ein, das Papier rechnete sich nicht.

Eine Kurzgeschichte, erzählt von Rossi

Der Glücksschiss – Lebensweisheiten aus Hamburg

tunnel

Außer Anton hauste im Tal der Gesetzlosen so ein geheimnisumwobener Typ namens Schmogg und dieser unheimliche Kreisläufer, von dem keiner den Namen wusste, so unheimlich war der. Schweigend drehte der Wahnsinn seine Runden, eine nach der anderen, immer im Kreis. Tagelang derselbe Trott, bis der Kreisläufer abrupt stoppte und sich mitten in den Raum stellte, um seine Geschichte zu erzählen. Irgend so eine Aktion in Hamburg. Der unheimliche Kreisläufer zog die Hose runter, hielt es anscheinend für eine gute Idee und schiss einem Polizeibeamten vor die Füße. Ohne Klopapier, das muss man sich mal vorstellen, drückte unser Held ab. Ein Glücksschiss, genau das war es. Warum hast du das getan, haben wir ihn gefragt. Natürlich waren wir neugierig und wollten genauere Auskunft, aber der Kreisläufer schwafelte nur was von Ausweispapieren. Genau haben wir das nie verstanden. Einen beeindruckten Haufen soll er hinterlassen haben, da war er echt stolz drauf. Über Größe, Konsistenz und Farbe des Haufens berichtete er ausführlich, immer und immer wieder. Letztlich bescherte ihm die Aktion eine Einlieferung in die Psychiatrie. Dort kümmerten sie sich um ihn, versorgten ihn mit der passenden Chemie und verpassten ihm die richtige Einstellung. Seitdem läuft er im Kreis.

Die rothaarige Fitnessqueen – Kurzgeschichte

die Schlacht vor der Hütte

Aus dem Leben eines fränkischen Rebellen

Bazzi hing den lieben Tag im Fitnessstudio ab. Der arme Kerl konnte vor lauter Kraft kaum laufen und wenn er abends heimkam, zog er gemütlich einen durch, um locker zu werden. Warum sollte ich ihn nicht dabei unterstützen? Die Dame von der Rezeption schickte mich direkt in den Trainingsraum, wo gestählte Körper ihre Muskeln trainierten. Unmengen an Schweiß und Adrenalin lagen in der Luft.

Beeindruckend fand ich eine rothaarige Fitnessqueen, die sich auf einem dieser Stepper vergnügte. Ein formvollendeter Körper, der scheinbar schwerelos dahinfloss. Natürlich und voller Kraft befanden sich ihre Pobacken und die festen Sportbrüste in perfekter Symbiose. Diese begnadete Athletin duldete keinen Zweifel, wer die Nummer eins in dem Laden war.

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Montagslyriker – Ein schwäbischer Bilderbuchwidder mit Hang zu Wortneuschöpfungen

der Fuchs von Chele

 

„… unser Dank an dieses grandiose Publikum …“

Kommen wir nun zur Hauptvorstellung des Abends. Die unvergleichliche, tausendfach kopierte und nie erreichte

Chèle Deni

Chèle Deni die Malerin schreibt, zeichnet und verzaubert auf
>>> http://charming-tales.de/

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Was wir in dieser und unser Zeit brauchen, sind Inhalte – Unverschämte Kurzgeschichte

Meine liebsten Bücher

Textschnipsel aus den 90ern

Wie bereits angedroht, möchte ich euch einige unveröffentlichte Passagen aus Lucia – Mein liebster Wahnsinn vorstellen. Textschnipsel, die zum schmunzeln, nachdenken und weinen anregen. Heute gehts los:

„Im Namen der Menschlichkeit, mach das weg!“ bat ich Stoffel, zum zweiten Mal schon. Er drehte noch ein wenig lauter, putzte nebenbei die Bong und gab Eiswürfel dazu. Stilvoll und fachlich einwandfrei servierte er eine Mördermischung.
„Zieh dir den Song rein! Der Typ ist gut!“ wollte uns Stoffel überzeugen, wo es keine Überzeugung gab.
„Bist du völlig durchgeknallt? Mach den Dreck weg! Beim uns am Finanzamt läuft bessere Mucke.“
Boris horchte auf.
„Musik auf der Arbeit? Bist du in der Gewerkschaft, oder was?“

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Unverdaute Wortfesten vor Heiligabend – Eine eiskalte Kurzgeschichte

Kopf von einem Mann

Wie erklären,
für was kein Vergleich existiert?

Was ist ein Leben wert,
für jene, die den höchsten Gipfel erklommen
und ins dunkle Tal zurück steigen?

Mit Lichtgeschwindigkeit aufgestiegen,
fällt er tiefer und tiefer.

Kein Mensch ist erleuchtet,
weil Leben nicht unendlich ist.

 

Ein gutes Gespräch

Die bisherigen Gespräche waren Desaster. Alles andere wäre gelogen. Entweder war ich zu bekifft oder mein potentieller Chef derart daneben, dass ich mich nicht zusammenreißen konnte. Was für Gestalten in gehobenen Positionen durch die Büros geistern, mein lieber Scholli.

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