Zeit und Inhalte – eine unverschämte Kurzgeschichte

Meine liebsten Bücher

Kurzgeschichten Textschnipsel aus den 90ern

Wie bereits angedroht, möchte ich euch einige unveröffentlichte Passagen aus dem RomanLucia – Mein liebster Wahnsinn vorstellen. Lesestoff, der zum schmunzeln, nachdenken und weinen anregen. Heute gehts los:

„Im Namen der Menschlichkeit, mach das weg!“ bat ich Stoffel, zum zweiten Mal schon. Er drehte noch ein wenig lauter, putzte nebenbei die Bong und gab Eiswürfel dazu. Stilvoll und fachlich einwandfrei servierte er eine Mördermischung.
„Zieh dir den Song rein! Der Typ ist gut!“ wollte uns Stoffel überzeugen, wo es keine Überzeugung gab.
„Bist du völlig durchgeknallt? Mach den Dreck weg! Beim uns am Finanzamt läuft bessere Mucke.“
Boris horchte auf.
„Musik auf der Arbeit? Bist du in der Gewerkschaft, oder was?“

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Unverdaute Wortfetzen – Eine eiskalte Kurzgeschichte

Kopf von einem Mann

Wie erklären,
für was kein Vergleich existiert?

Was ist ein Leben wert,
für jene, die den höchsten Gipfel erklommen
und ins dunkle Tal zurück steigen?

Mit Lichtgeschwindigkeit aufgestiegen,
fällt er tiefer und tiefer.

Kein Mensch ist erleuchtet,
weil Leben nicht unendlich ist.

Ein gutes Gespräch als Kurzgeschichte

Die bisherigen Gespräche waren Desaster. Alles andere wäre gelogen. Entweder war ich zu bekifft oder mein potentieller Chef derart daneben, dass ich mich nicht zusammenreißen konnte. Was für Gestalten in gehobenen Positionen durch die Büros geistern, mein lieber Scholli.

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Gott und die Welt – Roman Leseprobe

Ein kleiner Vorgeschmack auf meinen nächsten Roman

Arbeitstitel „Gott und die Welt

Kurze Einleitung: Manfred (Name geändert) und Mike (Name geändert) leben gemeinsam in einer WG. Sie haben viel vor und wollen die Welt verändern:

  „Was wir als nächstes brauchen ist ein Wunder!“
  „Ein Wunder? Wo sollen wir ein Wunder hernehmen?“ fragt mich Manfred, ziemlich genervt aufgrund meiner hohen Erwartungshaltung. Bis gerade eben lag er in seinem Bett und starrte an die Decke. Jetzt aber legt er sein Buch beiseite und richtet sich auf.
  „Glaubst du, ich würde mit dir in so einer Bude abhängen, wenn ich Wunder vollbringen könnte. Einen Scheiß kann ich!“
  „Wenn du den Müll runterbringen würdest oder Staubsaugen. Das wäre ein Wunder.“
  „Leck mich!“

  „Mir ist schon klar, dass du keine Wunder vollbringst. Wichtig ist nur, dass die Leute glauben, du hättest ein Wunder vollbracht.“ versuche ich ihm klarzumachen. Manfred ist zwar in einigen Bereichen genial, aber kein bisschen Praxis orientiert. Ein Träumer, der durch die Gegend fliegt. Hier und da ein wenig schnuppert, ein Blümchen bestäubt und weiterzieht. Ich wünschte, ich wäre so.
„Die Leute sollen also glauben, ich hätte den Müll runtergebracht?“

  „Leck DU mich! Jetzt bleib doch mal ernst! Die Leute sollen glauben, du kannst einen Zug allein mit deiner Willenskraft aufhalten, um ein kleines Mädchen zu retten. Du heilst Krebs durch Handauflegung oder beamst dich an geheimnisvolle Orte. Etwas spektakuläres, was die Massen aufhorchen lässt. Sie bewegt. Ihr Herz berührt. Verstehst du?“

  „Klar verstehe ich. So ein abgefuckter Superheld. Ich erkläre dir nochmal, ICH HABE KEINE SUPERKRÄFTE – außer bei Frauen.“ Manfred grinst und checkt die Nachrichten in seinem Handy.
  „Heut Abend mach ich Mareike klar. Gemütlich auf der Couch, Rotwein und einen guten Western.“  
Da ist sie wieder, diese betörende Stimme voller Liebe, mit der er die Herzen gewinnt. Gleichgültig was für einen Stuss er erzählt, Manfred kann sich in pure Liebe verwandeln, sobald es um Frauen geht.
  „Die schaut mit ihr einen Western?“  
  „Warum denn nicht?“  
  „Ich mein, hast du sie vielleicht mal gefragt, was sie schauen will?“
Manfred schaut mich verwirrt an, fast entsetzt.
  „Warum sollte ich das tun? Wir sind ja bei mir und nicht bei ihr. Wenn wir uns bei ihr treffen, schau ich mir ihr Zeug an.“

Manfred lächelt und holt seine Dose unter dem Bett hervor. Er baut einen.
  „Allein wie sie vor mir stand. Die Klamotten komplett in Schwarz. Minirock und sexy Strümpfe, in denen ihre schlanken Beine darauf warteten von mir ausgepackt zu werden. Alles im Kontrast zu ihren reinweiß gefärbten Haaren. Ich wusste nicht, ob ich sie an Ort und Stelle vernasche oder ob ich mich verliebe …“  
Manfred erzählt mir so ziemlich alles über seine Liebschaften. Bis in Details, die ich gar nicht wissen will. Danach bin ich immer spitz, wie sonst was und verzieh mich mit einer Rolle Küchenpapier in mein Zimmer. Entwürdigend ist das. Heute aber tu ich mir den Scheiß nicht an, wir haben schließlich eine Mission.

Kurzgeschichte aus dem Schwarzwald

Schranktür bei Anton
Schranktür bei Anton

Anton, Lesestoff aus dem Schwarzwald

Auf einmal stand diese Bong auf dem Tisch
und er sagte „Zieh mal!“
und ich sagte „Nee, zu hart für mich.“
und er sagte „Was machst du dir Sorgen? Ich bin doch da.“
und ich sagte „Naja, OK!“

Ich war also bei meinem Kumpel Anton, im Schwarzwald
und die Fahrt war so schön, voller Wunder,
weil das Licht golden war und die Bäume brannten,
inmitten gar nicht so dunkler Wälder, Dörfer voller Schönheit.

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Der andere Mann – Eine böse Kurzgeschichte

der andere Mann

Tarzan der Schreckliche

Da war ein Mann, als ich den Kronengarten betrat.
Er führte sich auf, so etwas hatte ich noch nicht erlebt.
Ein berühmter Boxer, ein Rockstar, dem sie Respekt zollten und um ihn herumschwänzelten.

Sie nannten ihn Tarzan. Ein König, der in dieser sagenhaften Hinterhofkneipe thronte. Ein heiliger Ort, um Träume zu verwirklichen. Ein Leben zu verschwenden.
Mich reizte dieser verwahrloste Haufen und ich konnte nicht widerstehen. Diese Menschen taten wonach ihnen war, mit dem lohnenden Ziel, so viel Spaß wie ihre Schultern tragen ins Grab zu schaufeln.

Im Nachhinein kann ich nichts Schlechtes über sie sagen.
Obwohl, ein paar Arschlöcher waren schon dabei.

Ich setzte mich an die Theke und hörte zu. Gesprochen wurde von Niveau, da wusste ich nichts von. Keiner wusste  was genaues, aber gerade weil dieses Niveau so geheimnisvoll war, unterhielt man sich gerne darüber.

Da war also dieser Mann, den sie Tarzan nannten. Ein germanischer Prügelkönig, der aus reiner Lust am Leben seine Eier kraulte. Mit Muse, allein zum eigenen Wohlgefallen. Sein Schädel war bedeckt mit kleinen Löckchen, das Gesicht übersät mit tausend Sommersprossen, der Gang gebückt.

Ein anderer Mann betrat den Kronengarten.
Ein Unbekannter, Unglücklicher, Narr.
Die Männer spielten Billard. Hin und her schossen die bunten Kugeln, über grünen Belag und die Kneipe lachte, als der andere Mann gewann.

Dem Tarzan gefiel das nicht. Breitbeinig trat er dem anderen Mann gegenüber, um detailliert zu berichten, welchem Gewerbe seine Frau nachgeht und was sie sonst so treibt. Lebendig und bildhaft beschrieb Tarzan, zu welch menschenverachtenden Gemeinheiten er befähigt ist.

Den Gürtel aus der Hose, um die rechte Faust gewickelt, offeriert er seinem Gegenüber einen schnellen und schmerzfreien Tod. Der andere Mann schwitzte und hatte Angst.

Tarzan packte den anderen Mann und schlug ihm ins Gesicht, seine Lippe platzte. Weitere Schläge ins Gesicht folgten, bis man nichts mehr erkannte.

Der andere Mann fiel zu Boden und Tarzan trat gegen seinen Kopf, wieder und wieder. Der Kopf aber wollte sich nicht von dem anderen Mann trennen, also griff Tarzan einen Stuhl und schlug mit dem Stuhl gegen den Kopf des anderen Mannes.

Er wollte ihn, wie er sagte, kaputt machen und der andere Mann ging kaputt.

Auf meinem Hocker sitzend, wartete ich bis die Polizei kam und begriff erst was geschehen war, als der Polizist fragte: „Gehören Sie hier dazu?“

Der Teufel gibt keine Ruhe – FSK ab 18

explosion
@ Der Teufel von Terence Horn

Scheiße Mann, ich hab gerade Feierabend gemacht, nach einem schier unendlichen Arbeitstag und check meine E-Mails. Naja, ihr könnt es euch schon denken, Lasse Firetrain hat mal wieder in die Tasten gedroschen und erzählt mir was von seinen Ladys, Rum, Sex und so Zeugs. Also bringt Frauen und Kinder in Sicherheit, Bukowski 2.0 leg los …

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Der Terrorist aus dem zweiten Stock- eine Kurzgeschichte

Gegenwartsliteratur mit Kurzgeschichten vermischt
Das Skelett und die Hexe von Utagawa Kuniyoshi

Liebe Nachbarn, eine Kurzgeschichte

Wer letzte Woche in den Fahrstuhl pinkelte sei dahingestellt. Auch habe ich keine Erklärung für die gesprengten Briefkästen an Silvester und zu dem Altpapier sei gesagt, ich bin stets bemüht mein Altpapier zu zerkleinern. Es gab vielleicht ein oder zwei Fälle, wo ein Karton nicht nach DIN??? zerlegt worden ist. Jedoch gab es nie den Fall, zumindest nach meinem Wissen, dass jemand im Hause sein Altpapier nicht losgeworden ist. Sollte dies wider Erwarten doch so gewesen sein, stehe ich gerne zur Verfügung und biete meine uneingeschränkte Hilfe an.

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