Interview bei Leserkanone, das endgültige Büchergericht

Terence Horn

Leserkanone.de-Exklusivinterview vom 18.05.2019

Nicolle Kreutzner interviewt Stephan Rossmann, veröffentlicht auf Leserkanone. Warum „Joshua – die Liebe Gottes“, wer ist dabei, wer die Helden, wie gehts weiter … einfach mal reinlesen:

Stephan Rossmann Interview bei Leserkanone

Die Bücher des Lesestoff-Künstlers Heinz Strunk

lämmer auf dem Weg zur Schlachbank

Erstklassiger Lesestoff von Heinz Strunk

Ein Kumpel brachte mir ein Hörbuch vorbei. Davon hatte ich noch nie was gehört. Hörbuch? Warum sollte sich jemand stundenlang volllabern lassen, wenn er in der Zeit Musik hören kann? Naja, ich hab’s dann doch gemacht, auf dem Weg in die Toskana, drei Wochen Urlaub. Vier oder fünf CDs „Fleisch ist mein Gemüse“ von Heinz Strunk, zwei Stunden Stau, und ja, der Typ konnte erzählen, einen bei der Stange halten und tatsächlich, was haben wir gelacht. Eine echt witzige Geschichte, von einem pickligen Jungen, der bei einer Tanzkapelle anheuert, um sich den Unmenschlichkeiten des Lebens zu stellen.

Gut, dann war erstmal ein paar Jahre Ruhe, bis mir Fleckenteufel in die Hände fiel. Meiner Meinung nach der mit Abstand beste Lesestoff von Strunk. Ich hab mich weggeworfen. Ein Teenager fährt an die Ostsee, zur Jugendfreizeit, mit den bekannten Nebenwirkungen: Alkohol, Moralpredigten, Gruppenbildung, Disco und Sex, zumindest ein bisschen davon. Kaum ausgelesen, hab ich mir „Jürgen“, „Heinz Strunk in Afrika“ und „Das Teemännchen“ bestellt. Alle drei ebenfalls super witzig.

Roman „Jürgen“: Kurz erzählt geht es um einen Mann, der als Parkwächter arbeitet und seinen Freund, der im Rollstuhl sitzt. Beide wollen endlich Sex, eine Frau und nehmen dafür so einige Peinlichkeiten in Kauf. Arme Willis, die sich durch Lebens schlagen, auch wenn der Wind von vorne bläst.

Roman „Heinz Strunk in Afrika“: Strunk fliegt mit seinem Kumpel nach Kenia, um einen ruhigen Urlaub, ohne Stress zu verbringen, so richtig schön deutsch, bis die ersten Schüsse fallen. Herrlich erzählt, teils auch ein wenig traurig, immer lesenswert.

Roman „Das Teemännchen“: Das Buch hab ich zweimal bestellt, innerhalb von drei Monaten, einfach weil ich vergessen hatte, dass ich es schon gelesen hatte. Das muss jetzt nichts heißen, passierte mir auch schon bei Bukowski und John Fante. Naja, die andern Bücher von ihm sind besser.

Zu Heinz Strunk kann ich nicht viel erzählen. Er war wohl mal bei VIVA, ist studierter Musiker, lebt in dem klimatischen Katastrophengebiet um Hamburg und schreibt Bücher. Sein neuster Roman „Der goldene Handschuh“ soll wohl recht gut ankommen und ist auch verfilmt worden. Allerdings ist die Story um einen Mörder in Sankt Pauli ziemlich humorbefreit, weswegen ich es nicht lesen werde. Politisch war oder ist er für den Kasperhaufen „Die Partei“ tätig, verhält sich auch sonst krampfhaft künstlerbetont links, was er eigentlich gar nicht nötig hat und ich ziemlich schade finde. Fazit: Für mich der derzeit lesenswerteste deutsche Autor.

Lesestoff Bukowski, Homer Simpson und ich …

Autor Terence Horn

Lesestoff dreier Helden

Bukowski feiert und ich trink einen mit. Bukowski ,Homer und ich, die ganze, wahre Geschichte … Tu es! Mach es richtig, langsam, doucement …

Zwischen all dem Alkohol, schmutzigen Frauengeschichten und der Gosse war mitunter banales, gespieltes, verlogenes, verleumderisches und überzogenes Geschwätz, weshalb ich hier und da versucht war, die eine oder andere Seite zu überspringen. Mitunter konnte ich den Drecksack nicht leiden, diesen versoffenen Penner, der unverschämt geniale Zeilen zu Papier brachte. Lesestoff, der mich bei der Stange hielten, der mich mitriß in meine eigene Vergangenheit.

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