Die 90er – Das letzte Jahrzehnt in Freiheit

Pulp Fiction, Irakkrieg und Deutsche Einheit

Die 90er waren das letzte Jahrzehnt in echter Freiheit, in Demokratie, in unbeschwerter Lebenslust. Wenn wir ehrlich sind, danach gings bergab, den Bach runter und zwar so richtig. Eine Lieblingskneipe nach der anderen machte dicht, Rauchverbot, schlecht bezahlte Jobs, wahnsinnige Präsidenten, Rechtsruck und ständig hält dir einer ein veganes Würstchen unter die Nase. Meinungsfreiheit mag zwar weiterhin erlaubt sein, aber verdammt, die 90er waren cool, die Leute waren cool und die Zeit war cool, genau wie Pulp Fiction cool war, mit dem coolsten aller Sprüche:

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Flüchtiger Flügelschlag eines Kolibri – Mozart und das Leben

Heiteren Sinnes muss man sein,
zu was einen die Vorsehung bestimmt.

Wie war das Leben schön.

Joannes Chrysostomus Wolfgangus Theophilus Mozart

 

Mit der aufsteigenden Sonne im Paradies angekommen, wollte Colette unbedingt was Frisches anziehen. Was sie dann auch vor meinen Augen tat. Colette zog sich nackt aus und einen Schlafanzug an, während ich so tat, als wäre nichts. Mit großen Augen alberte ich herum, wurde mutlos und bekam die Angst zu spüren. Colette hüpfte frech ins Bett und schlüpfte unter die Decke.
„Was ist, worauf wartest Du?“ fragte sie, als wäre nichts gewesen. Ich legte mich zu ihr, in das viel zu kleine Bett. Keiner sagte ein Wort. Eine gefühlte Ewigkeit, bis mir Colette ihr Kopfkissen ins Gesicht feuerte. Der Startschuss zu einer längeren Kissenschlacht, bei der wir uns restlos verausgabten und einfach nur kindisch herumtobten. Danach wurde es ruhiger, auch weil Colette ihren Körper so drehte, dass sich ihr kleiner Po passgenau in mein Becken schmiegte und mich zutiefst berührte. Ich wollte mich zusammenreißen, aber es war eine einzige Quälerei. Für die Dauer eines Kolibri Flügelschlags konnte ich mich beherrschen, da steckte ich schon fast in ihr drin. Colette zuckte leicht, sagte aber nichts. Natürlich wollte ich sie streicheln, küssen, tierisch durchvögeln, irgendwas in der Art. Traute mich aber nicht und überlegte zu lang, wie ich das möglichst diskret anstellen könnte. Irgendwann schlief ich ein.

Joan Baez, Amerikanische Folk-Sängerin

Joan Baez und Bob Dylan, Civil Rights March on Washington, D.C., 28. August 1963
Joan Baez und Bob Dylan, Civil Rights March on Washington, D.C., 28. August 1963

Mein Gartennachbar, eine Koryphäe auf dem Gebiet der Gartengestaltung, war in den 60ern als deutscher Offizier in Kanada stationiert. Der Mann sieht tatsächlich aus wie ein Waldmensch, kam aber in seinem Leben überhaupt viel rum. So war er jahrelang in Japan, um bei Bonsaimeistern zu lernen, in England, China, USA … überall, wo Menschen Wert auf eine gestaltete Umgebung legen. Mittlerweile über 80 hat er dutzende Bücher geschrieben und weiß mehr als jeder andere Mensch über Grünzeug, Bäume und Gemüse (Was mitunter auch anstrengend sein kann 😉

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Der Untergang des Abendlandes – 40 Jahre Punk

Punk!

Punk heißt übersetzt faulendes Holz, was allenfalls als Zunder taugt und das war es auch, ein Brandbeschleuniger. William Shakespeare verwendete als einer der ersten das Wort Punk und bezeichnete so in „Maß für Maß“ eine Nutte. Als Bewegung und Musikrichtung feiern die Punks gerade ihren 40ten, womit sie mittlerweile selbst zum alten Eisen gehören. Geboren in London, warfen die Sex Pistols mit „Anarchy in The UK“ ihr rebellisches Kind auf die Bühne und zerstörten damit die Zukunft des Abendlandes.

„Don’t know what I want
But I know how to get it“

Was für eine herrliche Zeit! Der Reiz lag ja darin dem Establishment, das es damals noch gab, gehörig auf den Sack zu gehn.

Das Schönste aber, weil Genre übergreifend, war die Erfindung des Pogo. Wir tanzen zu jeder Musik Pogo und es gab keinen Grund, warum wir es nicht tun sollten. Alle liebten Pogo, einfach weil es hart zur Sache ging und unserer Vorstellung von Spaß am nächsten kam. Beim Pogo geht es darum deinen Nachbarn, ohne Einsatz der Hände, möglichst kurz und heftig anzurempeln. Worauf er, und darin liegt der Sinn des Ganzen, das Gleichgewicht verliert und den Boden küsst. Nur so kann man ihm wieder aufhelfen, einen Kurzen zischen und gemeinsam umso heftiger weitermachen.

Prost und herzlichen Glückwunsch zum 40ten Geburtstag!

Für weitere Infos und Musik empfehle ich euch den Blog des Kulturforums von Gerhard Emmer

Der böse Wolf und der gute Wolf – Indianische Weisheit

indianer
@ Indianer von Terence Horn

Alte Indianerweisheit

Am Abend erzählte ein alter Indianer seinem Sohn über den ewigen Kampf in den Herzen der Menschen.
„Höre gut zu, mein Sohn! In unseren Herzen gibt es einen Kampf zwischen zwei Wölfen.

Der eine Wölfe ist bösartig. Voller Zorn, Neid und Eifersucht, aber auch Habgier und Arroganz.

Der gute Wolf ist ein Wolf des Friedens, der Liebe und der Hoffnung. Er steht für Güte, Menschlichkeit und Vertrauen.“

Der Sohn überlegte lange und fragte seinen Vater:
„Welcher Wolf wird gewinnen?“
Der Vater gab zur Antwort:
„Den Du fütterst.“

Jimi Hendrix Voodoo Child präsentiert Joshua

Die Sommerpause neigt sich dem Ende.

Ich leg wieder los, arbeite an einem neuen Roman und lass dem Wahnsinn freien Lauf. Ich schreibe also und höre Radio, diese wirklich verrückte Bearbeitung einer Gitarre und denke mir, passt zu dem Text, den ich gerade schreibe.

Jimi Hendrix – Voodoo Child from Joseph Terrazas on Vimeo.

Ich schlage also vor, Jimi Hendrix Voodoo Child aufdrehen, soweit es die Anlage zulässt und dazu den folgenden Text* lesen:

Ich lag schön in meinem Bett und ignorierte dieses penetrante Gekläffe der Türanlage. Irgendein Irrer klingelte die komplette Nachbarschaft durch. Erst bei den Mädels von gegenüber, dann bei Familie Kleinbauer direkt unter uns und so ging es fleißig weiter. Dieser Störenfried hatte es auf das ganze Haus abgesehen, nur bei uns klingelte er komischerweise nicht.

Ein Sturz der bestehenden Ordnung, dachte ich mir und lag natürlich vollkommen richtig. Nichtsdestotrotz legte sich der Sturm, gerade als ich entnervt genug war um aufzustehen. Dann wurde es still und ich war auch schon wieder eingeschlafen, als mich ein lauter Schlag weckte. Dann noch einer und noch einer.

Ich war mir sicher, da wirft sich eine wild gewordene Horde völlig enthemmter Kreaturen gegen die Haustüre. Gerichtsvollzieher? Bullen? Einbrecher? Sonstige Perverse? Die Angst kroch meinen Rücken runter. Ich spürte ehrliche Furcht und hätte mich am liebsten unter der Decke versteckt, aber nützt ja nichts.

Ich bin raus aus dem Bett, in den Flur und sah die Haustüre, wie sie unter den Schlägen ächzte. Wie sie mehr und mehr nachgab, bis sie mir schließlich entgegenflog. Ein Fuß und ein Bein hinterher, stand der Dämon vor mir. Langhaarig, außer Atmen, verschwitzt und nach Alkohol stinkend …

* passierend auf einer wahren Begebenheit.

An jedem gottverdammten Sonntag (Montag) – Mit dem ewig Suchenden und verlorenen Sohn, dem unentdeckten Autor und grössten Liebhaber aller Zeiten, der gnadenlos gehasste und ehrlich geliebte Terence Horn

Männer mit Nerven aus Drahtseilen

Irgendeiner sagte mal:

„Sex, Drogen und böse Mädchen, eine gefährliche Mischung, die Terence Horn meistert wie kein Zweiter“

Halleluja, ein Heiliger muss das gewesen sein, ein Prophet, aber schauen wir doch mal näher hin, wie steht es wirklich um sein Seelenheil. Wie hat er gelebt? Welche Filme hat er gesehen, welche Bücher gelesen und welche Musik gehört? Welche gottverdammten Drogen nahm er?

Terence Horn bittet um Absolution und will Beichte ablegen. Der grösste Sünder aller Zeiten wird die fünf Fragen des Lebens beantworten:

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