„Unter Tieren“ ein Gedicht von Walt Whitman

Unter Tieren zu leben, fiel mir leicht.
Sie sind schweigsam und genügsam.
Lange kann ich ihnen zusehen.
Tiere rackern sich nicht ab, jammern nicht.
Sie wälzen sich nicht im Bett, ihre Sünden beklagend.
Tiere öden mich nicht an, mit ihren angeblichen
Pflichten Gott gegenüber.
Nie sind sie unzufrieden.
Geimpft gegen den Wahn zu besitzen.
Kein Tier beugt sich vor seinesgleichen.
Vor keinem, seit Jahrtausenden tot.
Kein Tier verliert einen Ruf.
Keines ist unglücklich über diese Welt.

Walt Whitman, die Stimme Amerikas. Aus einer anderen Zeit. Sein bekanntestes Werk „Grashalme“ überarbeitete er sein ganzes Leben. Nun wurde ein bisher unveröffentlichter Roman von ihm entdeckt. Wir dürfen gespannt sein.
(übersetzt von Stephan Rossmann)

Das Ende der Welt – ein Gedicht

Gedicht von Stephan Rossmann

Danach kommt nichts mehr

Das Ende der Welt

Bin ich froh, hier zu sein

Kein Laut, kein Sein.

Schön ist es, ein ganz besonderer Fleck

An dem ich nicht bleiben darf

Nicht heute, morgen oder übermorgen

Die gleiche Strecke zurück.

Gleich bin ich bei dir, geliebtes Leben

Atmen, ich muss atmen

Ein und aus, mehr muss ich nicht

Dem Licht entgegen, schaff ich es nicht.

Stephan Rossmann, irgendwann 2017.

 

Ein Tag Sommer – Gedicht

Ein Tag Sommer

Versteckte Tränen, schweres Blut, warmer Stein

An diesem einen Tag, im verregneten Mai

Leiser Wüstenwind wehte über die Berge

Weckte den Sommer in der Stadt

Eine Ahnung, ein Gefühl, ein gern gesehener Leichtsinn

von Stephan Rossmann

Gedicht von Emily Dickinson – Vor aller Lehmgestalt!

Emily Dickinson, Amerikansiche Dichterin

Vor aller Lehmgestalt

Von allen Seelen, die Gott erschuf
Hab ich eine erwählt
Als sich der Sinn vom Geist getrennt
Und Ausreden nichts mehr zählten
Was ist und was war
Steht wahrhaftig für sich
Dieses kurze Erdenstück
Treibsand, der vergeht
Formen, die Liebreiz zeigen
Im Nebel aufgelöst
Siehe die Urform, die ich erdacht
Vor aller Lehmgestalt!

Emily Dickinson
(übersetzt von Stephan Rossmann)

Emily Dickinson, die größte unter der Sonne, lebte ungefähr zur selben Zeit wie Walt Whitman. Allerdings ist es unwahrscheinlich, dass sie sich jemals begegneten. Die gute Frau verließ so gut wie nie das Haus, selten ihr Zimmer. Trotzdem war ihr Geist groß genug um solch schöne Worte zu produzieren. Selbst veröffentlichte sie gar keine Gedichte, war scheu und litt an Depressionen. Eine besondere Frau, deren Schönheit weiterlebt.

Gesang von mir Selbst, von Walt Whitman (US-Dichter)

Walt Whitmann auf einem Foto

Gedicht über den Schwätzer

Ausschnitt aus Walt Whitmans „Gesang von mir Selbst“
Walter Whitman (geboren am 31. Mai 1819 : gestorben am 26. März 1892, US-amerikanischer Dichter.) Vielen bekannt aus dem Film „Club der toten Dichter“. Jedoch hatte Whitman weitere Auftritte, u.a. bei den Simpsons, Dr. Quinn, Jim Jarmusch, Footloose, Kurt Tucholsky und so weiter. Sein Hauptwerk heißt Leaves of Grass (Grashalme). Bedenkt man die Zeit, zu der Walt Whitman lebte, so war er seiner Zeit wohl weit voraus. Im Wilden Westen herrschten die Colts, in Deutschland dutzende Fürsten und Könige, Hungerkrisen in Europa ließen die Menschen als Flüchtlinge in die USA auswandern, Charles Darwin publiziert seine Theorie über die Evolution, Whitman schreibt über die Natur, homosexuelle Neigungen, verehrt den Transzendentalismus.

… Ich hörte, was die Schwätzer schwatzen, Geschwätz von Anfang und Ende. Ich aber schwatze nicht von Anfang oder Ende.

Niemals war mehr Anfang als jetzt,
nie mehr Jugend und Alter als jetzt,
nie war mehr Vollkommenheit als jetzt,
nie mehr Himmel und Hölle als jetzt.

Trieb und Trieb und Trieb,
stets der zeugende Trieb der Welt …

Weitere Infos gerne auf Wikipedia
oder The Walt Whitman Archive

Sonne und Schatten – Gedicht von Ralph Waldo Emerson

Brahma

Wenn der rote Schläger meint, er prügle
Oder der Erschlagene denkt, er sei erschlagen
So wissen sie nicht, auf welchen Pfaden
Ich schreite, verweile und zweifle.

Nah ist mir, was fern und versunken
Sonne und Schatten wie Bruder und Schwester
Die alten Götter erheben sich
Ein Blick für Ruhm und Schmach.

Wer mich verleugnet, verkennt seine Lage
Wenn wir empor gleiten, schwinge ich die Flügel
Ich bin der Fragesteller und die Frage
Ich bin das Lied, das der Brahmane singt.

Die großen Götter sehnen sich nach dem Olymp
Fruchtlos verzehren sie sich nach den heiligen Sieben
Du, Liebender des Guten findest mich
Kehrst dem Himmel den Rücken zu.

Ralph Waldo Emerson, der Streber, Gutaussehende, Amerikaner, Gewissen einer Nation, Gegner der Sklaverei, Verfechter einer funktionierenden Natur

Das Sauerkrautgesicht – ein Gedicht fürs Volk

Die Auferstehung einer verlorenen Liebe

Der deutscheste Deutsche besiegte zuerst sich selbst,
Ursprung und Lösung all unserer Probleme, liebster Zeitvertreib.
Ein erloschenes Herz, das keine Ruhe fand, als Repräsentant der Völker durch Europas schmutzige Sumpflandschaften irrte.
Gott segne ihn, den geheimnisvollen Unbekannten.

Der deutscheste Deutsche, aus dem Nichts geboren, ein Sauerkrautgesicht mit Fischaugen. Bejubelter Witz, im erlauchten Kreis ungenutzter Möglichkeiten. König des sittlichen Empfindens, Retter, Heiland und Erlöser, verspricht seinem Volk Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit.
Ein Gummibärchen auf dem Weg zu wahrer Macht.
Gott sehne ihn, den designierten Imperator.

Der deutscheste Deutsche lüftet die Maske, gibt sich als einsamer Reiter,
in dunkelster Nacht zu erkennen, dem es erlaubt sei zu sprechen,
weil er sich als flüchtiger Furz erwies. Ein laues Lüftchen,
welches fröhlich und unerschrocken verpufft. Ein Goldfisch im Piranhabecken skrupelloser, verrückter, unberechenbarer Staatenlenker.
Gott segne ihn, den deutschesten Deutschen.

Gedicht von Stephan Rossmann

 

 

Montagslyriker – Zerrissene Gardinen in klarer Saphirnacht

Frau im japanischen Kimono

 

Ein Hurra auf die Schönheit, die ihr liebstes Wort in zarte Farben hüllt.
Im roten Wüstensand fand ihr Herz ein schattiges Plätzen, gefühlt mit guten Freunden, verdienter Ruhe und weiter Sicht.

Die Malerin, Lyrikerin und Fotografin
Sibylle Sophie entstaubt die Montagslyriker

>>> http://www.Sibylle-Sophie.de

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Glück, Glaube, Gold! Was kostet die Welt Herr Bob Dylan?

Bod Dylan Zitat

Was kostet die Welt, ein Leben, ein glückliches?

Kaffee gibts reichlich, Weltfrieden ist gerade aus, mach das Beste draus, auf der nicht endenwollenden Suche nach was überhaupt, überreichte er den Auftrag.
Kennst Du seinen Namen, betest ihn an, damit er deine Sünden vergibt?
Gestern regnete es, heute scheint die Sonne, niemand weiß, was der Morgen bringt, so oder so steh ich auf, zieh mich an und trink Kaffee.

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Montagslyriker – Architekt der Wörter

Schlittschuhfahren irgendwo in Holland

Deine Worte widerstehen schnelllebiger Versuchung,
verlaufen sich im goldenen Thronsaal geköpfter Herrscher
im Grunde sind sie fröhlich und frei.

Ein solides Haus im hohen Norden, sturmerprobt auf Stein gebaut
Ebbe und Flut, die alten Neider, die zu viel wissen
Lang lebe die Heimat, ewige Sonne am verfaulten Himmel
der in Flammen steht, während der heilige Traum am Horizont vergeht
.

Ein geerdeter Mensch, der hinschaut, denk und glaubt
Ein Architekt, der planvoll Wörter zueinander findet
Bleibt nur noch die Frage:
Kaffee oder Tee?  

Ewald Eden der Architekt bittet zu Tisch.
Guten Appetit, Prost und schönen Abend!
>>> https://worthaus.wordpress.com/

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Montagslyriker – Tohuwabohu

@ Terence Horn
@ Terence Horn

Jeden Montag um sieben,
so steht es geschrieben.

Mit Griffel, Bleistift und Tastatur
meißelt Marina einen Kreis,
in deine Quadratur.

Marina die Kraftquelle bloggt auf
>>> https://marinasgedichte.wordpress.com

>>> Prinz Prospero und Terence Horn ruhten sechs Tage und sechs Nächte.

Am siebten Tage, einem Montag um sieben,
erschufen sie ein Gewölbe, formten ein Theater,
beleuchteten den Saal mit Himmelskörpern.

Und sie sahen, dass es gut war,
für Marina die Kraftquelle  …

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Der andere Mann – Eine böse Kurzgeschichte

der andere Mann

Tarzan der Schreckliche

Da war ein Mann, als ich den Kronengarten betrat.
Er führte sich auf, so etwas hatte ich noch nicht erlebt.
Ein berühmter Boxer, ein Rockstar, dem sie Respekt zollten und um ihn herumschwänzelten.

Sie nannten ihn Tarzan. Ein König, der in dieser sagenhaften Hinterhofkneipe thronte. Ein heiliger Ort, um Träume zu verwirklichen. Ein Leben zu verschwenden.
Mich reizte dieser verwahrloste Haufen und ich konnte nicht widerstehen. Diese Menschen taten wonach ihnen war, mit dem lohnenden Ziel, so viel Spaß wie ihre Schultern tragen ins Grab zu schaufeln.

Im Nachhinein kann ich nichts Schlechtes über sie sagen.
Obwohl, ein paar Arschlöcher waren schon dabei.

Ich setzte mich an die Theke und hörte zu. Gesprochen wurde von Niveau, da wusste ich nichts von. Keiner wusste  was genaues, aber gerade weil dieses Niveau so geheimnisvoll war, unterhielt man sich gerne darüber.

Da war also dieser Mann, den sie Tarzan nannten. Ein germanischer Prügelkönig, der aus reiner Lust am Leben seine Eier kraulte. Mit Muse, allein zum eigenen Wohlgefallen. Sein Schädel war bedeckt mit kleinen Löckchen, das Gesicht übersät mit tausend Sommersprossen, der Gang gebückt.

Ein anderer Mann betrat den Kronengarten.
Ein Unbekannter, Unglücklicher, Narr.
Die Männer spielten Billard. Hin und her schossen die bunten Kugeln, über grünen Belag und die Kneipe lachte, als der andere Mann gewann.

Dem Tarzan gefiel das nicht. Breitbeinig trat er dem anderen Mann gegenüber, um detailliert zu berichten, welchem Gewerbe seine Frau nachgeht und was sie sonst so treibt. Lebendig und bildhaft beschrieb Tarzan, zu welch menschenverachtenden Gemeinheiten er befähigt ist.

Den Gürtel aus der Hose, um die rechte Faust gewickelt, offeriert er seinem Gegenüber einen schnellen und schmerzfreien Tod. Der andere Mann schwitzte und hatte Angst.

Tarzan packte den anderen Mann und schlug ihm ins Gesicht, seine Lippe platzte. Weitere Schläge ins Gesicht folgten, bis man nichts mehr erkannte.

Der andere Mann fiel zu Boden und Tarzan trat gegen seinen Kopf, wieder und wieder. Der Kopf aber wollte sich nicht von dem anderen Mann trennen, also griff Tarzan einen Stuhl und schlug mit dem Stuhl gegen den Kopf des anderen Mannes.

Er wollte ihn, wie er sagte, kaputt machen und der andere Mann ging kaputt.

Auf meinem Hocker sitzend, wartete ich bis die Polizei kam und begriff erst was geschehen war, als der Polizist fragte: „Gehören Sie hier dazu?“

Montagslyriker – Des Meisters Kämpferin für Gefühl und Leidenschaft

Stürmisches meer mit Strudel

C-Marie die Kämpferin
verehrt des Meisters Werk,
den Prinz im Staate Dänemark,

kämpft mit dem Schmerz,
schreibt für dein Herz,
getreu ihrem Wahlspruch

„Lebe jeden Tag mit einer Hand voll Eindrücken und liebe intensiv“

C-Marie schreibt auf https://fighterworldblog.wordpress.com/

Prinz Prospero und Terence Horn lichten die Nacht, teilen das Meer und geben den Weg frei für C-Marie …

Montagslyriker – Des Meisters Kämpferin für Gefühl und Leidenschaft weiterlesen

„Ich und mein Leben“ von Walt Whitman (Amerikanischer Dichter)

US amerikansicher Dichter und LYriker

Amerikanischer Lyriker des 19. Jahrhunderts

Ich und mein Leben,
die immer wiederkehrenden Fragen,
der endlose Zug der Ungläubigen,
die Städte voller Narren.

Wozu bin ich? Wozu nutzt dieses Leben?
Die Antwort: Damit du hier bist.
Damit das Leben nicht zu Ende geht, deine Individualität. Damit das Spiel der Mächte weitergeht
und du deinen Vers dazu beitragen kannst.

Zitat von Walt Whitman (1819-1892), US-amerikanischer Lyriker, Schriftsetzer, Wohnungmakler, Lehrer, Herausgeber von Zeitungen, Sanitäter, Mitarbeiter im Innenministerium.
O Captain! My Captain!

Whitman stellte sich den Abscheulichkeiten des Lebens. Im Amerikanischen Bürgerkrieg diente er als Sanitäter, schrieb über die Natur und ist selbst heute noch populär. Whitman beantwortet hier die Frage aller Fragen: Wer bin ich? Was soll ich hier? Wozu leben? Weil das Leben schön ist, hart und ungerecht, wenn wir die Augen offen halten, den Kopf oben und unser Herz verschenken. Schreibe deine eigene Geschichte, pflanze einen Baum, zieh Kinder groß, baue ein Haus, mache das Beste daraus, lass Grashalme sprießen, die Sonne scheinen.

Weitere Gedicht von Whitman findet ihr in der Lyriksammlung:
Feierabend: Grünschnabel und alte Hasen

 

 

Salga a bordo, cazzo!

orgie der gegenwartsliteratur
The Winner takes it all

Eine Aussage, die ich schon ziemlich geil finde.
Der Kommandant Gregorio De Falco von der Hafenkommandantur in Livorno geigt dem Kapitän der Costa Convordia seine Meinung, während des Untergangs der Costa Concordia:

Salga a bordo, cazzo!
G
ehen sie zurück an Bord, Sie Dreckskerl!

Universell anwendbares Zitat wie ich finde.