Das Sauerkrautgesicht – ein Gedicht fürs Volk

Die Auferstehung einer verlorenen Liebe

Der deutscheste Deutsche besiegte zuerst sich selbst,
Ursprung und Lösung all unserer Probleme, liebster Zeitvertreib.
Ein erloschenes Herz, das keine Ruhe fand, als Repräsentant der Völker durch Europas schmutzige Sumpflandschaften irrte.
Gott segne ihn, den geheimnisvollen Unbekannten.

Der deutscheste Deutsche, aus dem Nichts geboren, ein Sauerkrautgesicht mit Fischaugen. Bejubelter Witz, im erlauchten Kreis ungenutzter Möglichkeiten. König des sittlichen Empfindens, Retter, Heiland und Erlöser, verspricht seinem Volk Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit.
Ein Gummibärchen auf dem Weg zu wahrer Macht.
Gott sehne ihn, den designierten Imperator.

Der deutscheste Deutsche lüftet die Maske, gibt sich als einsamer Reiter,
in dunkelster Nacht zu erkennen, dem es erlaubt sei zu sprechen,
weil er sich als flüchtiger Furz erwies. Ein laues Lüftchen,
welches fröhlich und unerschrocken verpufft. Ein Goldfisch im Piranhabecken skrupelloser, verrückter, unberechenbarer Staatenlenker.
Gott segne ihn, den deutschesten Deutschen.

Gedicht von Stephan Rossmann

 

 

Unter Tieren – Lyrik von Walt Whitman (Amerikanischer Dichter)

Ein Gedicht, den Tieren gewidmet

Ich glaube, es fiele mir nicht schwer, unter Tieren zu leben.
Sie sind so still und genügsam.
Lange kann ich dabei verweilen, ihnen zuzusehen.
Sie rackern sich nicht ab, sie jammern nicht, wie schlecht sie dran sind.
Sie welzen sich nachts nicht im Bett, um ihre Sünden zu beklagen.
Sie öden mich nicht an, indem sie mir ihre Pflichten gegenüber Gott darlegen.
Keines von ihnen ist unzufrieden, keines infiziert vom Wahn,
etwas besitzen zu müssen,
keines beugt vor seinen Artgenossen das Knie,
auch nicht vor irgendeinem, der seit Jahrtausenden tot ist.
Keines hat einen Ruf zu verlieren,
keines von ihnen ist unglücklich über diese Welt.

Walt Whitman, einer der ersten Selfpublisher. Sein bekanntestes Werk „Grashalme“ überarbeitete er sein ganzes Leben. Nun wurde ein bisher unveröffentlichter Roman von ihm entdeckt. Wir dürfen gespannt sein.

Montagslyriker – Zerrissene Gardinen in klarer Saphirnacht

Frau im japanischen Kimono

 

Ein Hurra auf die Schönheit, die ihr liebstes Wort in zarte Farben hüllt.
Im roten Wüstensand fand ihr Herz ein schattiges Plätzen, gefühlt mit guten Freunden, verdienter Ruhe und weiter Sicht.

Die Malerin, Lyrikerin und Fotografin
Sibylle Sophie entstaubt die Montagslyriker

>>> http://www.Sibylle-Sophie.de

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Glück, Glaube, Gold! Was kostet die Welt Herr Bob Dylan?

Bod Dylan Zitat

Was kostet die Welt, ein Leben, ein glückliches?

Kaffee gibts reichlich, Weltfrieden ist gerade aus, mach das Beste draus, auf der nicht endenwollenden Suche nach was überhaupt, überreichte er den Auftrag.
Kennst Du seinen Namen, betest ihn an, damit er deine Sünden vergibt?
Gestern regnete es, heute scheint die Sonne, niemand weiß, was der Morgen bringt, so oder so steh ich auf, zieh mich an und trink Kaffee.

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Montagslyriker – Architekt der Wörter

Schlittschuhfahren irgendwo in Holland

Deine Worte widerstehen schnelllebiger Versuchung,
verlaufen sich im goldenen Thronsaal geköpfter Herrscher
im Grunde sind sie fröhlich und frei.

Ein solides Haus im hohen Norden, sturmerprobt auf Stein gebaut
Ebbe und Flut, die alten Neider, die zu viel wissen
Lang lebe die Heimat, ewige Sonne am verfaulten Himmel
der in Flammen steht, während der heilige Traum am Horizont vergeht
.

Ein geerdeter Mensch, der hinschaut, denk und glaubt
Ein Architekt, der planvoll Wörter zueinander findet
Bleibt nur noch die Frage:
Kaffee oder Tee?  

Ewald Eden der Architekt bittet zu Tisch.
Guten Appetit, Prost und schönen Abend!
>>> https://worthaus.wordpress.com/

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Montagslyriker – Tohuwabohu

@ Terence Horn
@ Terence Horn

Jeden Montag um sieben,
so steht es geschrieben.

Mit Griffel, Bleistift und Tastatur
meißelt Marina einen Kreis,
in deine Quadratur.

Marina die Kraftquelle bloggt auf
>>> https://marinasgedichte.wordpress.com

>>> Prinz Prospero und Terence Horn ruhten sechs Tage und sechs Nächte.

Am siebten Tage, einem Montag um sieben,
erschufen sie ein Gewölbe, formten ein Theater,
beleuchteten den Saal mit Himmelskörpern.

Und sie sahen, dass es gut war,
für Marina die Kraftquelle  …

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Der andere Mann – Eine böse Kurzgeschichte

der andere Mann

Tarzan der Schreckliche

Da war ein Mann, als ich den Kronengarten betrat.
Er führte sich auf, so etwas hatte ich noch nicht erlebt.
Ein berühmter Boxer, ein Rockstar, dem sie Respekt zollten und um ihn herumschwänzelten.

Sie nannten ihn Tarzan. Ein König, der in dieser sagenhaften Hinterhofkneipe thronte. Ein heiliger Ort, um Träume zu verwirklichen. Ein Leben zu verschwenden.
Mich reizte dieser verwahrloste Haufen und ich konnte nicht widerstehen. Diese Menschen taten wonach ihnen war, mit dem lohnenden Ziel, so viel Spaß wie ihre Schultern tragen ins Grab zu schaufeln.

Im Nachhinein kann ich nichts Schlechtes über sie sagen.
Obwohl, ein paar Arschlöcher waren schon dabei.

Ich setzte mich an die Theke und hörte zu. Gesprochen wurde von Niveau, da wusste ich nichts von. Keiner wusste  was genaues, aber gerade weil dieses Niveau so geheimnisvoll war, unterhielt man sich gerne darüber.

Da war also dieser Mann, den sie Tarzan nannten. Ein germanischer Prügelkönig, der aus reiner Lust am Leben seine Eier kraulte. Mit Muse, allein zum eigenen Wohlgefallen. Sein Schädel war bedeckt mit kleinen Löckchen, das Gesicht übersät mit tausend Sommersprossen, der Gang gebückt.

Ein anderer Mann betrat den Kronengarten.
Ein Unbekannter, Unglücklicher, Narr.
Die Männer spielten Billard. Hin und her schossen die bunten Kugeln, über grünen Belag und die Kneipe lachte, als der andere Mann gewann.

Dem Tarzan gefiel das nicht. Breitbeinig trat er dem anderen Mann gegenüber, um detailliert zu berichten, welchem Gewerbe seine Frau nachgeht und was sie sonst so treibt. Lebendig und bildhaft beschrieb Tarzan, zu welch menschenverachtenden Gemeinheiten er befähigt ist.

Den Gürtel aus der Hose, um die rechte Faust gewickelt, offeriert er seinem Gegenüber einen schnellen und schmerzfreien Tod. Der andere Mann schwitzte und hatte Angst.

Tarzan packte den anderen Mann und schlug ihm ins Gesicht, seine Lippe platzte. Weitere Schläge ins Gesicht folgten, bis man nichts mehr erkannte.

Der andere Mann fiel zu Boden und Tarzan trat gegen seinen Kopf, wieder und wieder. Der Kopf aber wollte sich nicht von dem anderen Mann trennen, also griff Tarzan einen Stuhl und schlug mit dem Stuhl gegen den Kopf des anderen Mannes.

Er wollte ihn, wie er sagte, kaputt machen und der andere Mann ging kaputt.

Auf meinem Hocker sitzend, wartete ich bis die Polizei kam und begriff erst was geschehen war, als der Polizist fragte: „Gehören Sie hier dazu?“