Ein Tag Sommer – Gedicht

Ein Tag Sommer

Versteckte Tränen, schweres Blut, warmer Stein

An diesem einen Tag, im verregneten Mai

Leiser Wüstenwind wehte über die Berge

Weckte den Sommer in der Stadt

Eine Ahnung, ein Gefühl, ein gern gesehener Leichtsinn

von Stephan Rossmann

Emily Dickinson, Lyrik einer amerikanischen Dichterin

Emily Dickinson, Amerikanische Dichterin

Weil ich für den Tod nicht halten darf (Because I could not stop for Death)

Weil ich für den Tod nicht halten darf
Nahm er mich freundlicherweise mit
Im Karren saßen er und ich
Und die Unsterblichkeit.

Wir fuhren langsam – er kannte keine Eile
Und ich warf fort
Mein Lebenswerk, samt Muße
Für seine Höflichkeit.

Vorbei an der Schule, wo Kinder lernen
In der Pause in den Ring zu steigen
Vorbei an Feldern, die ein Auge auf uns warfen
Vorbei am Sonnenuntergang.

Wir hielten an einem Haus
Nicht mehr als ein Haufen in der Landschaft
Ein Dach war sonderbar zu erkennen
Der Sims versank im Erdreich.

Seitdem vergingen die Jahrhunderte
Jedes schneller als ein Tag
Bis die Köpfe der Pferde verschwanden
In der Ewigkeit.

Emily Elizabeth Dickinson (amerikanische Dichterin) wurde am 10. Dezember 1830 in Amherst, Massachusetts geboren. Sie verließ den Ort nie, selten überhaupt ihr Zimmer und starb am 15. Mai 1886. Die meisten ihrer Gedichte wurden erst nach ihrem Tod veröffentlicht. Für mich die größte Dichterin überhaupt.

„Obwohl Emily Dickinson fast ihr ganzes Leben in ihrem Haus verbrachte, ist ihr lyrisches Werk von enormer Weite geprägt. Emily Dickinsons begrenzter Erfahrungsradius hat ihr Schaffen nicht eingeschränkt, sondern gefördert, denn sie war mittels ihrer Vorstellungskraft in der Lage, die kleine und überschaubare Welt, in der sie lebte, in eine große Welt zu verwandeln.“ Zitat Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Emily_Dickinson

„To make a prairie it takes a clover and a bee,
one clover, and a bee,
And revery.
The revery alone will do,
If bees are few.“

Wenn du zum Weibe gehst, Zitat Anfang …

zimmer mit Bett

Ein buntes Zitat-Sammelsurium von gestern und heute,

schön und hässlich, stark und schwach, albern und ernst gemeint …

„Weil ich die kummervolle Falte auf der Geliebten Stirn nicht ertragen kann, darum, also um meinetwillen, küsse ich sie weg.“

Max Stirner

Wenn du zum Weibe gehst, Zitat Anfang … weiterlesen

Interview zu den Montagslyrikern bei zugetextet.com

Walther Stonet von zugetextet.com, dem Feuilleton für Poesie-Sprache-Streit-Kultur führte ein Interview mit Terence Horn über die Montagslyriker. Gerne mal vorbeischauen:
http://www.zugetextet.com/?p=2399

Übrigens ist Walther Stonet unser erster Montagslyriker nach der Frühlingspause. Wer sich vorab informieren möchte, kann hier mal schauen: http://www.literaturport.de/Walther.Stonet/

Ansonsten noch einen schönen Abend und träumt was schönes.

„Manche Menschen können den Regen spüren. Andere werden nur nass.“

Bob Marley

Montagslyriker – Zucker fürs Volk

Mann und Frau auf einer Wiese

Sechs Monate Montagslyriker liegen hinter uns,  sechs Monate Ferien vor uns. Viel Zeit wird mancher denken, doch lässt mir Frühling und Sommer keine Verschnaufpause. Die Sonne lockt mich in den Garten, neue Ideen an den Schreibtisch (mein Roman „Gott und die Welt“ ist bei Seite 160 angekommen) und jede Menge Urlaub steht an. Keine Sorge! Die Montagslyriker kommen Anfang Oktober zurück und bringen euch sicher durch Herbst und Winter.

Mein Dank gilt allen Montagslyrikern, die uns den Montag und die Woche mit ihren tollen Vorträgen retteten und natürlich den treuen Lesern. Genießt die Zeit, sammelt neue Inspiration und haltet die Ohren steif. 

Begrüßen wir die Überbringerin des Frühlings, Botschafterin der Sonne, Verkünderin schöner Worte, Vorhang auf für Sugar4all
>>> http://sugar4all.wordpress.com

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Nebel überall, verdunkelt sich die Sicht – ein Goethe Gedicht

goethe

Dämmrung senkte sich von oben

Dämmrung senkte sich von oben,
Schon ist alle Nähe fern;
Doch zuerst emporgehoben
Holden Lichts der Abendstern!
Alles schwankt ins Ungewisse,
Nebel schleichen in die Höh;
Schwarzvertiefte Finsternisse
Widerspiegelnd ruht der See.

Nun im östlichen Bereiche
Ahn’ ich Mondenglanz und -glut,
Schlanker Weiden Haargezweige
Scherzen auf der nächsten Flut.
Durch bewegter Schatten Spiele
Zittert Lunas Zauberschein,
Und durchs Auge schleicht die Kühle
Sänftigend ins Herz hinein.

Deutsches Universalgenie Johann Wolfgang von Goethe

Geboren am 28. August 1749 in Frankfurt am Main, gestorben am 22. März 1832 in Weimar. Der Hellste unter der Sonne, für manchen. Schöpfer von Götz von Berlichingen mit der eisernen Hand, Herr über 1000 Musen, Rechtsanwalt, Liebhaber, Nationaldichter, Italienkenner, Schiller Freund, Ritter der Ehrenlegion, Naturwissenschaftler.

Joshua – Die Liebe Gottes

Engelhorn – Die wunderbare Sinnlosigkeit der Jugend

Sonne und Schatten – Gedicht von Ralph Waldo Emerson

Brahma

Wenn der rote Schläger meint, er prügle
Oder der Erschlagene denkt, er sei erschlagen
So wissen sie nicht, auf welchen Pfaden
Ich schreite, verweile und zweifle.

Nah ist mir, was fern und versunken
Sonne und Schatten wie Bruder und Schwester
Die alten Götter erheben sich
Ein Blick für Ruhm und Schmach.

Wer mich verleugnet, verkennt seine Lage
Wenn wir empor gleiten, schwinge ich die Flügel
Ich bin der Fragesteller und die Frage
Ich bin das Lied, das der Brahmane singt.

Die großen Götter sehnen sich nach dem Olymp
Fruchtlos verzehren sie sich nach den heiligen Sieben
Du, Liebender des Guten findest mich
Kehrst dem Himmel den Rücken zu.

Ralph Waldo Emerson, der Streber, Gutaussehende, Amerikaner, Gewissen einer Nation, Gegner der Sklaverei, Verfechter einer funktionierenden Natur

Das Sauerkrautgesicht – ein Gedicht fürs Volk

Die Auferstehung einer verlorenen Liebe

Der deutscheste Deutsche besiegte zuerst sich selbst,
Ursprung und Lösung all unserer Probleme, liebster Zeitvertreib.
Ein erloschenes Herz, das keine Ruhe fand, als Repräsentant der Völker durch Europas schmutzige Sumpflandschaften irrte.
Gott segne ihn, den geheimnisvollen Unbekannten.

Der deutscheste Deutsche, aus dem Nichts geboren, ein Sauerkrautgesicht mit Fischaugen. Bejubelter Witz, im erlauchten Kreis ungenutzter Möglichkeiten. König des sittlichen Empfindens, Retter, Heiland und Erlöser, verspricht seinem Volk Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit.
Ein Gummibärchen auf dem Weg zu wahrer Macht.
Gott sehne ihn, den designierten Imperator.

Der deutscheste Deutsche lüftet die Maske, gibt sich als einsamer Reiter,
in dunkelster Nacht zu erkennen, dem es erlaubt sei zu sprechen,
weil er sich als flüchtiger Furz erwies. Ein laues Lüftchen,
welches fröhlich und unerschrocken verpufft. Ein Goldfisch im Piranhabecken skrupelloser, verrückter, unberechenbarer Staatenlenker.
Gott segne ihn, den deutschesten Deutschen.

Gedicht von Stephan Rossmann

 

 

Montagslyriker – Zerrissene Gardinen in klarer Saphirnacht

Frau im japanischen Kimono

 

Ein Hurra auf die Schönheit, die ihr liebstes Wort in zarte Farben hüllt.
Im roten Wüstensand fand ihr Herz ein schattiges Plätzen, gefühlt mit guten Freunden, verdienter Ruhe und weiter Sicht.

Die Malerin, Lyrikerin und Fotografin
Sibylle Sophie entstaubt die Montagslyriker

>>> http://www.Sibylle-Sophie.de

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Der Maiskolben ist größer als die Ratte – Eine Kurzgeschichte

Der Garten der Lüste (H. Bosch)

„Es gibt keine größere Enttäuschung, als wenn du mit einer recht großen Freude im Herzen zu gleichgültigen Menschen kommst.“

Christian Morgenstern

Kurzgeschichte aus dem Engelhorn

„Rossi! Ich guck nach dir, schon die ganze Zeit. Los komm!“
Schnupfi packte meine Hand, wollte mich unbedingt von der Tanzfläche zerren. Worauf ich so gar keine Lust hatte, schon allein wegen seiner hirnrissigen Aktion letzte Woche, als er mein Techtelmechtel mit Bella sabotierte. Dieser kameradschaftliche Amoklauf hing weiterhin unverarbeitet im Raum. Als ich ihn darauf ansprach, druckste er rum und konnte keine Gründe benennen oder wollte nicht. Sein Gehirn musste raten, was Emotionen anging. Womit ich nicht behaupten will, er hätte nie welche gehabt. Schnupfi ging einfach nur falsch mit seinen Empfindungen um. Ein existentielles Gefühlsproblem, das ihn zu einem Sonderling machte.  Der Maiskolben ist größer als die Ratte – Eine Kurzgeschichte weiterlesen

Gestern sah ich dich wieder – deutsches Schmähgedicht

Der Dichter verflucht die Vergangenheit

Bevor ich Dich traf
war es leicht
ich war ganz unten
hatte nichts zu verlieren.

Ich wünschte Dir Herpes, Krätze und Gicht
Nein! Ich verfluchte Dich
aber dieses Gesicht verdienst Du nicht
Wie konntest Du dir so etwas antun?

Ich lernte Dich in der WG der verdammten Seelen kennen
musste Dich einfach lieben
Selbst wenn Dir der Teufel direkt in die Augen schaute
konnte er Deine Schönheit nicht glauben
Wie also sollte ich Dir böse sein?

Gestern sah ich Dich wieder
auf dem blau gefärbten Friedhof der hässlichen Fratzen
ein Freund gab mir den Tipp
Du warst nur einen Klick entfernt.

Allein warst Du nie
gehörtest zu jeder Zeit einem anderen
in der Stadt der abgerissen Bärenköpfe
lagst Du im Bett mit dem hübsch frisierten Gangster.

Deine Geschäfte waren eine Nummer zu groß
Dein Angebot zu verlockend
mein Herz für Dein flüchtiges Vergnügen
Wie hätte ich widerstehen können?

Mag sein, Du hast viele Herzen gebrochen
ernst gemeinte Gefühle übers Ohr gehauen
Seelen in den Wahnsinn getrieben
gelangweilt hast Du jemanden.

Gedicht von Terence Horn, fränkischer Träumer und Freibeuter