Niemand, ein Gedicht von Emily Dickinson

Ich bin ein Niemand? Wer bist du?

Bist ein Niemand, auch du?

Nun sind wir ein Paar.

Psst! Damit sie uns nicht

hören können.

 

Wie traurig, jemand zu sein.

Wie elend, vor jedermanns Ohr,

den eignen Namen zu quaken,

wie ein Frosch im Moor.

Emily Dickinson
Ein Vulkan, der in einem Eisblock ausbricht.
Geboren am 10. Dezember 1830 in Amherst, USA.
Emily Dickinson verließ ihren Ort nie, selten ihr Zimmer.
Sie starb am 15. Mai 1886. Die meisten ihrer Gedichte wurden erst nach ihrem Tod veröffentlicht.


Dieses Gedicht ist veröffentlich unter folgendem Gedichtband:

Dingsbums – Klischee & Wirklichkeit
26 Gedichte, Zitate und Weisheiten über Sinn und Unsinn. Blick in die Zukunft. Futter für die Seele. Dingsbums erklärt die Welt.

Taschenbuch amazon: https://www.amazon.de/dp/B08M2HBGFK

Nachts allein am Strand vom amerikanischen Dichter Walt Whitman

allein am Strand

Nachts allein am Strand,

wenn die alte Mutter sie hin und her wiegt, ihr raues Lied singt,
wenn ich sehe, wie die hellen Sterne leuchten, denke ich an den Ursprung und an die Zukunft.

Ein gewaltiges Ebenbild umschließt alles,
Alle Kugeln, gewachsen, ungewachsen, klein, groß, Sonnen, Monde, Planeten,
Alle Entfernungen wie weit auch immer,
Alle Entfernungen der Zeit, alle leblosen Formen,
Alle Seelen, alle lebenden Körper, so unterschiedlich, in verschiedenen Welten,
Alle gasförmigen, wässrigen, pflanzlichen, mineralischen Prozesse, die Fische, das Vieh,
Alle Nationen, Farben, Barbaren, Zivilisationen, Sprachen,
Alle Identitäten, auf diesem Globus, einem beliebigen Globus, existiert oder existieren könnten,
Alle Leben und Todesfälle, Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft,
Diese enorme Ähnlichkeit überspannt sie, hat sie immer überspannt.
Wird sie ewig überspannen, komprimieren und einschließen.

Übersetzt von Stephan Rossmann, Mai 2020

 

Originaltext von Walt Whitman:

On the beach at night alone,
As the old mother sways her to and fro singing her husky song,
As I watch the bright stars shining, I think a thought of the clef of the universes and of the future.

A vast similitude interlocks all,
All spheres, grown, ungrown, small, large, suns, moons, planets,
All distances of place however wide,
All distances of time, all inanimate forms,
All souls, all living bodies though they be ever so different, or in different worlds,
All gaseous, watery, vegetable, mineral processes, the fishes, the brutes,
All nations, colors, barbarisms, civilizations, languages,
All identities that have existed or may exist on this globe, or any globe,
All lives and deaths, all of the past, present, future,
This vast similitude spans them, and always has spann’d,
And shall forever span them and compactly hold and enclose them.


titel, Cover von Feier AbendFeier Abend – Grünschnabel und alte Hasen
19 Gedichte über Sinn und Unsinn des Lebens,
ewige Liebe, frühen Tod und wilde Tiere.
Blick in die Zukunft. Futter für die Seele.
Als E-Book oder Taschenbuch erhältlich …

Die Auferstehung des Charles Bukowski

Zwischen all dem Alkohol, schmutzigen Frauengeschichten und der Gosse war mitunter banales, verleumderisches und überzogenes Geschwätz, weshalb ich hier und da versucht war, die eine oder andere Seite zu überspringen. Mitunter konnte ich ihn nicht leiden, diesen selbsternannten, größten Dichter der Menschheit, der unverschämt geniale Zeilen zu Papier brachte. Lesestoff, der mich bei der Stange hielt, der mich mitriss, in die eigene Vergangenheit.

Bukowski heulte, als Shirley Temple „I got Animal Crackers in my Soup“ sang. Bukowski heulte in billigen Kneipen. Bukowski läuft in schrecklichen Klamotten rum. Bukowski kann sich nicht unterhalten. Bukowski hat Schiss vor den Weibern. Bukowski hat einen schwachen Magen. Bukowski ist voller Ängste und schiebt einen Hass auf Wörterbücher, Nonnen, Penisse, Busse, Kirchen, Parkbänke, Spinnen, Fliegen, Flöhe und Freaks. Bukowski war nicht im Krieg. Bukowski ist alt. Bukowski kriegt seit 45 Jahren keinen mehr hoch. Wäre Bukowski ein Affe, würde ihn seine Affenhorde davonjagen …“

Ich steckte fest, irgendwo auf dem Weg von einem In-den-Tag-lebenden-Jugendlichen zu einem reifen und verantwortungsvollen Erwachsenen. Orientierungslos ließ ich mich treiben, feierte übertrieben, wechselte die WGs, stützte ab. Man kennt das ja, die ewige Suche nach dem nächsten, noch heftigeren Kick, die gleichen Partys, dieselben Gesichter. Wo ich auch hinschaute – es gab keine Bücher. Es gab Drogen, Exzess, Gedächtnisverlust, vergebene Chancen, Langweile, Kleinkriminalität, Verrat, Liebe, Gewalt und Tod. Nicht ein einziges Buch, hier und da eine Zeitschrift, Werbung. Ich stand auf der Kippe, als er so vor mir lag, mein erster Bukowski: „Kaputt in Hollywood“.

Bukowski kam zur richtigen Zeit, obwohl ich nicht verstand, um was es überhaupt ging. Aber was ich nicht verstand, hörte sich gut an. Ich las diese heilige Schrift noch einmal, ein drittes Mal und so weiter. Bis ich begriff, der Typ steht noch tiefer im Dreck, als du selbst. Es schien fast so, als machte ihm der Scheiß auch noch Spaß. Oder übertrieb er einfach nur, reimte sich was zusammen, guckte bei anderen ab? Mir jedenfalls kam das Zeug echt vor. Bukowski war vor meinen Augen auferstanden, der Anfang von allem. Vor Bukowski herrschte Dunkelheit und danach kam nichts. Ich las seine Romane, Gedichte, jeden Fetzen Text, den ich zu greifen bekam. Ich war infiziert, brauchte täglich neuen Stoff – bis nichts mehr da war.

Ich musste mir was anderes suchen, neue Autoren. Ich ging in Buchläden, Büchereien, den ein oder anderen Flohmarkt. Fand aber nichts, einfach weil Bukowski zu mächtig war. Er entsprach meiner Art zu leben, meinem Humor, meiner Klasse. Wochen-, monatelang, ein Jahr konnte ich nichts lesen. Trotzdem interessierte ich mich fortan für Literatur, Poesie, begeisterte mich für Sprache, fing an zu schreiben. Ich wollte in der Lage sein, meine Erinnerungen zu Papier zu bringen. Nach und nach entdeckte ich die anderen: Fauser, Djian, Camus, Fante, Whitman, Kerouac, Hemingway, Celine …

Bukowski blieb die Wahrheit, eine ehrliche Haut, der Antiheld. Er war das Original, der Gegensatz zur allgemeinen Meinung. Ein Schriftsteller, der gegen alle Widerstände seinen Stil durchboxte, der hemmungslos das eigene Leben opferte, um seine Geschichten niederzuschreiben. Der Typ machte, was er wollte. Wer hätte nicht gern diesen Mut, diese Klasse?

Vergiss es! Du bist nicht Bukowski, nicht mal Jesus. Keiner wird je Bukowski sein, nicht mal er selber konnte ihn überzeugend spielen. Bukowski war eine Illusion, eine falsch verstandene Romanfigur, die andere Seite von Hollywood. Bukowski war das Ideal eines verlorenen Träumers, der letzte Outlaw, ein versoffener Alkoholiker, Familienvater und Schriftsteller. Bukowski versteckte seine Fehler nicht, er gab damit an. Beschissene Jobs, Magendurchbruch, schlechte Nerven, der ewige Kampf ums Überleben unter der Sonne Kaliforniens.

An diesem schönsten, reichsten und fortschrittlichsten Flecken der Erde lebte er ein unerträglich hartes Leben, getränkt in billigen Alkohol, in der Gewissheit, der größte lebende Dichter zu sein. Wer Bukowski verstehen will, muss den Alkohol verstehen, muss lernen ihn zu lieben und zu hassen und er muss süchtig sein. Er muss die Veränderung spüren, den Hass, die Hoffnung und den Schmerz. Bukowski ist dran zerbrochen, viele tausendmal. Er ist eben nicht liegen geblieben, sondern auferstanden und weitergelaufen, zu seiner Schreibmaschine, zu einer Frau, zur nächsten Flasche.

Prost, mein Freund!

 

Sir, jawohl, Sir – Im Gedenken an Gunnery Sergeant Hartman

Einer der besten Filme

Eigentlich wollte ich bis zur Veröffentlichung meines nächsten Buchs nichts mehr veröffentlichen. Nun habe ich gerade erfahren, dass R. Lee Ermey alias Gunnery Sergeant Hartman, gestern, am 15.04.2018 verstorben ist.

Mein Respekt für den größten Darsteller, der jemals gelebt hat. Davor und danach gab es nichts anderes als amphibische Urscheiße. Was hab ich ihn gefeiert!

Sir, jawohl, Sir!

Dies ist mein Gewehr.
Es gibt viele wie dieses, aber dieses ist meins.

Mein Gewehr ist mein bester Freund. Es ist mein Leben.
Ich muss es meistern, so wie ich mein Leben meistern muss.

Mein Gewehr ist ohne mich nutzlos.
Ohne mein Gewehr bin ich nutzlos.
Ich muss mein Gewehr richtig abfeuern.
Ich muss besser schießen als mein Feind, der versucht, mich zu töten.
Ich muss ihn erschießen, bevor er mich erschießt. Das werde ich …

Mein Gewehr und ich wissen, was in diesem Krieg zählt.
Es sind nicht die Patronen, die wir abschießen, das Geräusch unseres Feuerstoßes, noch der Rauch, den wir machen.
Wir wissen, dass es die Treffer sind, die zählen. Wir werden treffen…

Mein Gewehr ist menschlich, so wie ich, weil es mein Leben ist.
Daher werde ich es kennenlernen wie einen Bruder.
Ich werde seine Schwächen, seine Stärken, seine Bauteile, sein Zubehör, sein Visier und seinen Lauf kennenlernen.
Ich werde es immer schützen gegen das Wüten des Wetters und Schaden.
Ich werde mein Gewehr sauber und bereit halten, so wie auch ich sauber und bereit bin.
Wir werden Teile voneinander werden. Das werden wir…

Diesen Schwur leiste ich vor Gott.
Mein Gewehr und ich sind Verteidiger meines Landes.
Wir sind die Meister meines Feindes.
Wir sind die Retter meines Lebens.
So sei es, bis es keinen Feind mehr gibt, sondern Frieden!

Lesestoff: Nicola and Bart – Anarchy in the USA

Nicola and Bart

Lesestoff: Jedermann nach seinen Fähigkeiten, jedermann nach seinen Bedürfnissen

Heute vor 90 Jahren (23. August 1927) wurden Nicola (Nicola Sacco) und Bart (Bartolomeo Vanzetti) in Charlestown, Massachusetts auf dem elektrischen Stuhl hingerichtet. Beide waren italienische Einwanderer, die sich in der anarchistischen Arbeiterbewegung engagierten. Angeklagt wurden sie wegen Raubmord. Ein beschämendes, politisch motiviertes Urteil, das weltweite Proteste hervorrief.

Die ganze Geschichte auf Wikipedia zum nachlesen …

Bartolomeo Vanzetti schrieb in seiner Autobiografie:

„In Amerika erfuhr ich all die Leiden, Enttäuschungen und Entbehrungen, die zwangsläufig das Los eines Menschen sind, der im Alter von zwanzig Jahren hier ankommt, nichts vom Leben weiß und etwas von einem Träumer in sich hat. Hier sah ich die ganze Grausamkeit des Lebens, all die Ungerechtigkeit und die Korruption, mit der sich die Menschheit auf so tragische Weise herumschlägt. […] Ich suchte meine Freiheit in der Freiheit aller, mein Glück im Glück aller.“

Von Ennio Morricone stand der Sond Nicola and Bart, gesunden von Joan Baez.

Der Schriftsteller Ernest Hemingway vs. die Legende Rocky Balboa

Lesestoff: Der Kampf des Jahrhunderts

Übermotiviert ist ein Stichwort, um meine gestrige Stimmungslage zu beschreiben. Ich ging also da raus, drehte ein paar Runde in meinem Ghetto, stählte meinen Körper mit einigen Situps, dränglte mich an der Supermarktkasse vor. Ganz unkompliziert, bis mich ein schick frisierter Hippster ansprach: „Entschuldigen Sie, ich glaube …“ Zack, gar nicht lang gefackelt, gab ich ihm einen gut gemeinten Uppercut mit auf die Reise. Ein kurzentschlossener Reflex, der weitere Diskussionen im Keim erstickte.

Lediglich die Oma in meinem Rücken leistete weiterhin erbitterten Widerstand, zog mir eins mit ihrer Handtasche über. Ich drehte mich um, knurrte böse, fletschte mit den Zähnen, bis sich der Filialleiter, in Überschätzung seiner Postion, eine Links-Rechts Kombination abholte, die weitere Endgegner ins Spiel warf.

Kurzum, ich war guter Dinge, organisierte in Gedanken bereits einen Titelkampf. Bukowski, Indiana Jones, He-Man … ich war bereit sie alle wegzuhauen. Und weil es so schön war, ließ ich Rocky gegen Hemingway antreten, der Kampf des Jahrhunderts:

„Wenn Menschen soviel Mut auf die Welt mitbringen, muss die Welt sie töten, um sie zu zerbrechen, und darum tötet sie sie natürlich. Die Welt zerbricht jeden, und nachher sind viele an den zerbrochenen Stellen stark. Aber die, die nicht zerbrechen wollen, die tötet sie. Sie tötet die sehr Guten und die sehr Feinen und die sehr Mutigen; ohne Unterschied.“

Ernest Hemingway

 

„Ich werd dir jetzt was sagen, was du schon längst weißt … die Welt besteht nicht nur aus Sonnenschein und Regenbogen. Die Welt ist oft ein gemeiner und hässlicher Ort, und es ist ihr egal, wie stark du bist. Sie wird dich in die Knie zwingen und dich zermalmen, wenn du es zulässt …
Und zeig nicht mit dem Finger auf andere und sag: du bist nicht da, wo du hin wolltest, wegen ihm oder wegen ihr, oder sonst irgendjemandem. Schwächlinge tun das!
Und das bist du nicht – du bist besser!“

Rocky Balboa

So, ich muss jetzt los, mein Leben wartet nicht länger, Lesestoff will geschrieben werden, Kinder müssen groß gezogen werden, Gärten bewirtschaftet, Häuser gebaut. Und du? Was glotzt du so? Brauchst du eine extra Einladung? Einen Tritt in den Arsch? Mach was aus deinem Leben! Los, aufgehts!

Die 90er Kurzgeschichte – Das letzte Jahrzehnt in Freiheit

Gegenwartsliteratur, Pulp Fiction und die Deutsche Einheit

Die 90er waren das letzte Jahrzehnt in echter Freiheit, in Demokratie, in unbeschwerter Lebenslust. Wenn wir ehrlich sind, danach gings bergab, den Bach runter und zwar so richtig. Eine Lieblingskneipe nach der anderen machte dicht, Rauchverbot, schlecht bezahlte Jobs, wahnsinnige Präsidenten, Rechtsruck und ständig hält dir einer ein veganes Würstchen unter die Nase. Meinungsfreiheit mag zwar weiterhin erlaubt sein, aber verdammt, die 90er waren cool, die Leute waren cool und die Zeit war cool, genau wie Pulp Fiction cool war, mit dem coolsten aller Sprüche:

Die 90er Kurzgeschichte – Das letzte Jahrzehnt in Freiheit weiterlesen

Buchverlosung – Charles Bukowski – Held ausser Betrieb plus Kaktus zu gewinnen

Verlosung

Zu gewinnen:
1 Exemplar „Held ausser Betrieb“ von Charles Bukowski, plus Kaktus im Sektkorken

Mein neuer Roman „Engelhorn – Die wunderbare Sinnlosigkeit der Jugend“ läuft recht ordentlich an, die Sonne verwöhnt uns, da fiel mir dieser original verpackte Bukowski in die Hände. Klar, dieses Exemplar hab ich mal geschenkt bekommen, von jemandem der sich wirklich Gedanken machte. Allerdings hatte ich genau dieselbe Ausgabe schon. Seitdem liegt der Schmöker bei mir im Regal und wartet darauf gelesen zu werden. Die Kaktuse habe ich übrigens selbst aufgezogen und die wachsen auch recht gut in den Korken. Die Korken selbst sind mit einem Magneten ausgestattet, so kann man ihn z. B. an einem Ofenrohr (Bei uns nur Deko) befestigen.

Buchverlosung – Charles Bukowski – Held ausser Betrieb plus Kaktus zu gewinnen weiterlesen

Gesammelter Lesestoff von Charles Bukowski

Bücher von Charles Bukowski

Lesestoff vom Meister

Hab heute mal meine Sammlung an Bukowski Lesestoff rausgeholt und da kam doch einiges zusammen. 24 Bücher, gar nicht mal so schlecht. Auf das in der Mitte lege ich besonderes Augenmerk. Eine Originalausgabe aus den 70ern. Hab ich durch Zufall geschenkt bekommen, über einen Typ auf facebook, den ich gar nicht kannte.

Ich mag Hunde lieber als Menschen, und Katzen lieber als Hunde. Und mich, besoffen in meiner Unterwäsche aus dem Fenster schauend, am liebsten.

Charles Bukowski, Amerikanischer Autor, Dichter und so weiter.
Geboren am 16. August 1920 in Andernach, gestorben am 9. März 1994 in San Pedro.

Gedicht von Emily Dickinson – Vor aller Lehmgestalt!

Emily Dickinson, Amerikansiche Dichterin

Vor aller Lehmgestalt

Von allen Seelen, die Gott erschuf
Hab ich eine erwählt
Als sich der Sinn vom Geist getrennt
Und Ausreden nichts mehr zählten
Was ist und was war
Steht wahrhaftig für sich
Dieses kurze Erdenstück
Treibsand, der vergeht
Formen, die Liebreiz zeigen
Im Nebel aufgelöst
Siehe die Urform, die ich erdacht
Vor aller Lehmgestalt!

Emily Dickinson
(übersetzt von Stephan Rossmann)

Emily Dickinson, die größte unter der Sonne, lebte ungefähr zur selben Zeit wie Walt Whitman. Allerdings ist es unwahrscheinlich, dass sie sich jemals begegneten. Die gute Frau verließ so gut wie nie das Haus, selten ihr Zimmer. Trotzdem war ihr Geist groß genug um solch schöne Worte zu produzieren. Selbst veröffentlichte sie gar keine Gedichte, war scheu und litt an Depressionen. Eine besondere Frau, deren Schönheit weiterlebt.


titel, Cover von Feier AbendFeier Abend – Grünschnabel und alte Hasen
19 Gedichte über Sinn und Unsinn des Lebens,
ewige Liebe, frühen Tod und wilde Tiere.
Blick in die Zukunft. Futter für die Seele.
Als E-Book oder Taschenbuch erhältlich …

Latein, die alte Hure – Zitate von Baez und Obama

Nackte Frauen im Wasser
Bad um Fluss

Joan Baez und der ehemalige Präsident als Zitat

„Du kannst nicht wählen, wie du stirbst oder wann. Aber du kannst bestimmen, wie du lebst. Jetzt!“

Joan Baez

„Lasst uns wenigstens den Weltuntergang verhindern. Es ist fünf vor zwölf, und wir haben nicht mehr viel Zeit.“
Barack Obama

Latein Zitate alltagstauglich übersetzt:

„Praeter speciem stultus est.“
Er ist dümmer als er aussieht.

„Nulla fere causa est, in qua non femina litem moverit.“
Es gibt keinen Streit, den nicht eine Frau angefangen hätte.

„Cum Caesar vidisset portum plenum iuxta navigavit.“
Als Caesar sah, dass der Hafen voll war, schiffte er daneben.


titel, Cover von Feier AbendFeier Abend – Grünschnabel und alte Hasen
19 Gedichte über Sinn und Unsinn des Lebens,
ewige Liebe, frühen Tod und wilde Tiere.
Blick in die Zukunft. Futter für die Seele.
Als E-Book oder Taschenbuch erhältlich …

Gesang von mir Selbst, von Walt Whitman (US-Dichter)

Walt Whitmann auf einem Foto

Gedicht über den Schwätzer

Ausschnitt aus Walt Whitmans „Gesang von mir Selbst“
Walter Whitman (geboren am 31. Mai 1819 : gestorben am 26. März 1892, US-amerikanischer Dichter.) Vielen bekannt aus dem Film „Club der toten Dichter“. Jedoch hatte Whitman weitere Auftritte, u.a. bei den Simpsons, Dr. Quinn, Jim Jarmusch, Footloose, Kurt Tucholsky und so weiter. Sein Hauptwerk heißt Leaves of Grass (Grashalme). Bedenkt man die Zeit, zu der Walt Whitman lebte, so war er seiner Zeit wohl weit voraus. Im Wilden Westen herrschten die Colts, in Deutschland dutzende Fürsten und Könige, Hungerkrisen in Europa ließen die Menschen als Flüchtlinge in die USA auswandern, Charles Darwin publiziert seine Theorie über die Evolution, Whitman schreibt über die Natur, homosexuelle Neigungen, verehrt den Transzendentalismus.

… Ich hörte, was die Schwätzer schwatzen, Geschwätz von Anfang und Ende. Ich aber schwatze nicht von Anfang oder Ende.

Niemals war mehr Anfang als jetzt,
nie mehr Jugend und Alter als jetzt,
nie war mehr Vollkommenheit als jetzt,
nie mehr Himmel und Hölle als jetzt.

Trieb und Trieb und Trieb,
stets der zeugende Trieb der Welt …

Weitere Infos gerne auf Wikipedia
oder The Walt Whitman Archive


titel, Cover von Feier AbendFeier Abend – Grünschnabel und alte Hasen
19 Gedichte über Sinn und Unsinn des Lebens,
ewige Liebe, frühen Tod und wilde Tiere.
Blick in die Zukunft. Futter für die Seele.
Als E-Book oder Taschenbuch erhältlich …

Lebensphilosophie eines britischen Agenten – Zitat

britischer geheimagent mit schwarzer krawatte

Als großer James Bond Fan möchte ich euch einlegendäres Zitat aus „Liebesgrüße aus Moskau“ vorstellen:

James Bond: „Ich muss Ihnen mal mit westlichem Chic sagen: Ich habe noch nie ein so hübsches Mädchen gesehen.“
Tatiana Romanova: „Dankeschön. Aber ich glaube, mein Mund ist zu groß.“
James Bond: „Nein, er ist gerade richtig. Für mich wenigstens.“


titel, Cover von Feier AbendFeier Abend – Grünschnabel und alte Hasen
19 Gedichte über Sinn und Unsinn des Lebens,
ewige Liebe, frühen Tod und wilde Tiere.
Blick in die Zukunft. Futter für die Seele.
Als E-Book oder Taschenbuch erhältlich …

Sonne und Schatten – Gedicht von Ralph Waldo Emerson

Brahma

Wenn der rote Schläger meint, er prügle
Oder der Erschlagene denkt, er sei erschlagen
So wissen sie nicht, auf welchen Pfaden
Ich schreite, verweile und zweifle.

Nah ist mir, was fern und versunken
Sonne und Schatten wie Bruder und Schwester
Die alten Götter erheben sich
Ein Blick für Ruhm und Schmach.

Wer mich verleugnet, verkennt seine Lage
Wenn wir empor gleiten, schwinge ich die Flügel
Ich bin der Fragesteller und die Frage
Ich bin das Lied, das der Brahmane singt.

Die großen Götter sehnen sich nach dem Olymp
Fruchtlos verzehren sie sich nach den heiligen Sieben
Du, Liebender des Guten findest mich
Kehrst dem Himmel den Rücken zu.

Ralph Waldo Emerson, der Streber, Gutaussehende, Amerikaner, Gewissen einer Nation, Gegner der Sklaverei, Verfechter einer funktionierenden Natur


titel, Cover von Feier AbendFeier Abend – Grünschnabel und alte Hasen
19 Gedichte über Sinn und Unsinn des Lebens,
ewige Liebe, frühen Tod und wilde Tiere.
Blick in die Zukunft. Futter für die Seele.
Als E-Book oder Taschenbuch erhältlich …

Unter Tieren – Lyrik von Walt Whitman (Amerikanischer Dichter)

Ein Gedicht, den Tieren gewidmet

Ich glaube, es fiele mir nicht schwer, unter Tieren zu leben.
Sie sind so still und genügsam.
Lange kann ich dabei verweilen, ihnen zuzusehen.
Sie rackern sich nicht ab, sie jammern nicht, wie schlecht sie dran sind.
Sie welzen sich nachts nicht im Bett, um ihre Sünden zu beklagen.
Sie öden mich nicht an, indem sie mir ihre Pflichten gegenüber Gott darlegen.
Keines von ihnen ist unzufrieden, keines infiziert vom Wahn,
etwas besitzen zu müssen,
keines beugt vor seinen Artgenossen das Knie,
auch nicht vor irgendeinem, der seit Jahrtausenden tot ist.
Keines hat einen Ruf zu verlieren,
keines von ihnen ist unglücklich über diese Welt.

Walt Whitman, einer der ersten Selfpublisher. Sein bekanntestes Werk „Grashalme“ überarbeitete er sein ganzes Leben. Nun wurde ein bisher unveröffentlichter Roman von ihm entdeckt. Wir dürfen gespannt sein.


titel, Cover von Feier AbendFeier Abend – Grünschnabel und alte Hasen
19 Gedichte über Sinn und Unsinn des Lebens,
ewige Liebe, frühen Tod und wilde Tiere.
Blick in die Zukunft. Futter für die Seele.
Als E-Book oder Taschenbuch erhältlich …

Glück, Glaube, Gold! Was kostet die Welt Herr Bob Dylan?

Bod Dylan Zitat

Was kostet die Welt, ein Leben, ein glückliches?

Kaffee gibts reichlich, Weltfrieden ist gerade aus, mach das Beste draus, auf der nicht endenwollenden Suche nach was überhaupt, überreichte er den Auftrag.
Kennst Du seinen Namen, betest ihn an, damit er deine Sünden vergibt?
Gestern regnete es, heute scheint die Sonne, niemand weiß, was der Morgen bringt, so oder so steh ich auf, zieh mich an und trink Kaffee.

Glück, Glaube, Gold! Was kostet die Welt Herr Bob Dylan? weiterlesen

Joan Baez, Amerikanische Folk-Sängerin

Joan Baez und Bob Dylan, Civil Rights March on Washington, D.C., 28. August 1963
Joan Baez und Bob Dylan, Civil Rights March on Washington, D.C., 28. August 1963

Mein Gartennachbar, eine Koryphäe auf dem Gebiet der Gartengestaltung, war in den 60ern als deutscher Offizier in Kanada stationiert. Der Mann sieht tatsächlich aus wie ein Waldmensch, kam aber in seinem Leben überhaupt viel rum. So war er jahrelang in Japan, um bei Bonsaimeistern zu lernen, in England, China, USA … überall, wo Menschen Wert auf eine gestaltete Umgebung legen. Mittlerweile über 80 hat er dutzende Bücher geschrieben und weiß mehr als jeder andere Mensch über Grünzeug, Bäume und Gemüse (Was mitunter auch anstrengend sein kann 😉

Joan Baez, Amerikanische Folk-Sängerin weiterlesen

A Clear Midnight – Gedicht von Walt Whitman

 

Grashalme von Walt Whitman
Grashalme von Walt Whitman
 

Eine klare Mitternacht,
übersetzt von Stephan Rossmann

Dies ist deine Stunde, meine Seele,
ins Wortlose,
Weg von Büchern, weg von Künsten, gelöschter Tag,
nach getaner Lektion,
erhebe dich ganz und gar, schweige, staune, nachgedacht über das, was du am höchsten liebst.
Nacht, Schlaf und Sterne.

A Clear Midnight von Walt Whitman
THIS is thy hour O Soul, thy free flight into the wordless,

Away from books, away from art, the day erased, the lesson done,
Thee fully forth emerging, silent, gazing, pondering the themes
thou lovest best,
Night, sleep, death and the stars.

 

Walt Whitman veröffentlichte Leaves of Grass (Grashalme), sein wohl bekanntestes Werk 1855 im Selbstverlag. Der amerikanische Dichter wirkte während der vielleicht schwierigsten Zeit der amerikanischen Geschichte, um den Sezessionskrieg. Whitman verehrte die Natur, war ein Freund der Demokratie.

Whitman schrieb in Grashalme:

„Wir, die Unsterblichen, auf dem Lande und am Strande, die gerechte Räuberbande. Null Respekt vor dem Gesetz, lachen, lieben, hauen, hetzen, Widerstände, Regeln brechen, sammeln wir des Lebens Beute, wie zwei freie Jägersleute – bellt und kläfft auch rings die Meute.“

Whitman begann als 12-jähriger eine Lehre zum Schriftsetzer, arbeitete einige Jahre in Druckereien, arbeitete als Lehrer in East Norwich. Während des Krieges meldete er sich als Sanitäter, gründete eine Zeitung und beschäftigte sich mit seinen Gedichten. Whitman schaffte es leider nicht zeitlebens von seiner Arbeit zu leben.


titel, Cover von Feier AbendFeier Abend – Grünschnabel und alte Hasen
19 Gedichte über Sinn und Unsinn des Lebens,
ewige Liebe, frühen Tod und wilde Tiere.
Blick in die Zukunft. Futter für die Seele.
Als E-Book oder Taschenbuch erhältlich …

 

 

 

So wahr – ein Zitat von Joe Louis

Der Himmel und die Götter

„Alle wollen in den Himmel,
aber keiner will sterben.“

Joe Louis (Joseph Louis Barrow)

wurde am 13. Mai 1914 in La Fayette, USA geboren und starb am 12. April 1981 in Las Vegas. Der braune Bomber, wie er genannt wurde, war unumstrittener Schwergewichts-Boxweltmeister und einer der besten Boxer der Geschichte. Beachtenswert ist sein Verhältnis zu Max Schmeling gegen den er 1936 überraschend verlor, obwohl er zu dieser Zeit als unbesiegbar galt. Im Rückkampf 1938 jedoch knockte er Schmeling in der ersten Runde aus, nach zwei Minuten und vier Sekunden. Zeitungen schrieben von „2 Minuten Mord und Totschlag“. Nach seiner aktiven Zeit kämpfe Joe Louis mit Geld- und Drogenproblemen. Wurde aber u.a. von Max Schmeling finanziell unterstützt, der später auch die Finanzierung seines Heldengrabes teilweise übernahm.

Zitat vom Boxer Joe Louis


titel, Cover von Feier AbendFeier Abend – Grünschnabel und alte Hasen
19 Gedichte über Sinn und Unsinn des Lebens,
ewige Liebe, frühen Tod und wilde Tiere.
Blick in die Zukunft. Futter für die Seele.
Als E-Book oder Taschenbuch erhältlich …