Wer ist Terence Horn? Biographie

Terence Horn

Träumer, Freibeuter und Schriftsteller.

Nur weil
mein Leben
unlogisch
ist,
heißt das
nicht, dass es
nicht funktioniert.

Im Herbst geboren, als ein Blitz den Kreissaal erhellte, dauerte es einige Zeit, so bis dreißig, bis ich auf die Idee kam, eigene Gedanken zu Papier zu bringen. Meine Faulheit war mächtig, kopieren so effektiv. Überhaupt, was hätte ich schreiben sollen? Es gab keinen Grund. Ich hatte zu tun, verbrachte meine Freizeit mit Freunden, jeden Tag und jeder Tag war ein Erlebnis, bis mich Eisdielen, Kneipen, Diskotheken, Beatabende… schlicht langweilten. Ich saß zuhause rum, hatte Zeit, einiges erlebt, da kam eins zum anderen.

Mit Betty Blue fing alles an. Der Schinken war endlich mal was neues, lesbar und einfach abgefahren. Eine tragisch schöne Geschichte, die ich glauben konnte, die eben nicht abgehoben daherkam und deren Sprache leicht zu verstehen war. Als ich den bekannten und verfilmten Roman des französischen Schriftstellers Philippe Djian las war ich Anfang 30 und hatte seit zehn Jahren kein Buch mehr in der Hand gehalten. Wir waren Träumer, hatten immer was zu tun, da blieb fürs Lesen keine Zeit. Von Freitagabend bis Sonntagmittag tanzten wir durch die Discotheken Deutschlands. Bis in die Morgenstunden feierten wir im Würzburger Airport, fuhren anschließend nach Frankfurt ins Omen und ließen das Wochenende im Schweinfurter Nil ausklingen.

Über Djian kam ich zu Charles Bukowski, von dem ich mittlerweile 24 Bücher verschlang. Ich las unglaublich gerne Hermann Hesse (Demian, Narziß und Goldmund), aber auch Ernest Hemingway. Helden der Literatur, die ebenfalls zumeist autobiografische Romane verfassten oder erlebtes literarisch verarbeiteten. Anfangs machte ich mir kleine Notizen und entwickelte diese zu Kurzgeschichten weiter. So kamen Geschichten zusammen, die ich chronologisch sortierte, um den Überblick zu behalten. Mein erster Buchentwurf war über 600 Seiten stark. Ich packte meine komplette Jugend rein, ob gut oder schlecht, völlig egal. Freunde lasen drüber und ja, die Ansätze waren gut, aber… Es half nichts, ich musste den Text umschreiben, kürzen und letztendlich alles nochmal neu schreiben und nochmal und so weiter.

Mich interessiert ein schneller, flüssiger Schreibstil, ohne Raum und Zeit, der dem wahren Leben nah kommt, der sich mit dem Menschen beschäftigt, mit seiner Umgebung, wie er wurde, was er ist. Umgangssprache, Stil und Sprache stelle ich über alles, die Aussage ist mir weniger wichtig. Der Leser denkt sich seinen Teil, die Interpretation bleibt offen. Von den aktuellen Schriftstellern gefallen mir Heinz Strunk und Michel Houellebecq.

April 2017 kam er dann, der große Augenblick. Mein Roman „Engelhorn -Die wunderbare Sinnlosigkeit der Jugend“ ist auf amazon erhältlich. Schon ein cooler Moment. Ein Roman über eine wahnsinnige Jugendliebe Anfang der 90ziger Jahre. Die Jahre des Umbruchs in Europa, als die Berliner Mauer fiel, der Ostblock auseinanderbrach und die Alliierten im Irak einmarschierten. Die Zeit zwischen 17 und 25 ist eben die aufregendste Zeit und daran erinnere ich mich immer wieder gerne. Diese Geschichte musste ich erzählen. gleich hinterher schob ich den Lyrikband Feier Abend –Grünschnabel und alte Hasen hinterher.

Neben Kind und Frau konnte ich Ende April 2019 aktuellen Lesestoff unter die Leute bringen „Joshua – Die Arroganz Gottes“ Gegenwartsliteratur, die ausgetretene Pfade verlässt, in der Seele einschlägt, deinen Verstand erweitert. Im Juni 2020 erschien ein Beitrag von mir zur Broschüre „BUK 100 My old man – A Birthday Greeting

OK, genug der Angebereien, der dritte Roman will geschrieben werden …

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Lesestoff von Terence Horn

Irgendeiner sagte mal:

„Sex, Drogen und böse Mädchen, eine gefährliche Mischung, die Terence Horn meistert wie kein Zweiter“

Halleluja, ein Heiliger muss das gewesen sein, ein Prophet, aber schauen wir doch mal näher hin, wie steht es um sein Seelenheil. Wie hat er gelebt? Welche Filme hat er gesehen, welchen Lesestoff gelesen und welche Musik gehört? Welche gottverdammten Drogen nahm er?

Terence Horn bittet um Absolution und will Beichte ablegen. Der grösste Sünder aller Zeiten beantwortet die fünf Fragen des Lebens:

1. Zeig uns deinen gottverdammten Lieblingsfilm!
Karussell des lebens

Zunächst muss ich gestehen, dass ich mich nur schwer auf einen Film festlegen will, da ich den Film als solches schon für die größte Errungenschaft des Menschen halte. Die Illusion, der Traum von dem was sein könnte und wenn auch nur für 90 gottverdammte Minuten.

Es war einmal in Amerika war für mich als Jugendlicher der beste Film und das will was heißen, weil ich zu der Zeit zwei oder drei Spielfilme am Tag schaute und die Blubber noch direkt neben dem Bett stand und ich sicher nicht vor zwei Uhr Mittags aufstand. Ich bin also, wenn ich das behaupten darf, ein Experte auf dem Gebiet bewegter Bilder. Wenn ich mich überhaupt mit irgendetwas auskenne, dann mit Filmen. Ich verbrachte sehr viel Zeit damit und bereue keine Sekunde, außer vielleicht die 120 Minuten, die ich mit dem größten Dreck verschwendete, der jemals auf die Erde geschleudert wurde. Deep Impact war mein persönlicher Weltuntergang, da ich bis zu diesem Zeitpunkt fest daran glaubte, fünf Züge von der Blubber lassen dich alles ertragen.

OK, ich bin ein wenig abgeschweift. Nach Es war einmal in Amerika kam Pulp Fiction und damit veränderte sich alles. Das war was neues, noch nie dagewesenes und ich hab den Film bestimmt 30 mal gesehen und vielleicht kann ich ihn sogar auswendig. Danach ging ich ein bisschen arbeiten und schaffte nur noch einen Film am Abend, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass ich von den 1000 besten Filmen aller Zeiten 999 mindestens einmal gesehen habe und natürlich alle Gangsterfilme. In den 90ern waren Gangsterfilme das Nonplusultra, zumindest in den Kreisen in denen ich verkehrte.

Tony Montana zum Beispiel, der Protagonist aus Scarface, war das bestimmende Problem eines guten Kumpels, der zu der Zeit bei mir wohnte. Mit aller Macht wollte er sein wie Tony und gab sich auch außerordentlich viel Mühe seinem Vorbild gerecht zu werden und es kam wie es kommen musste. Gier, Größenwahn, Verrat und Gewalt gingen ein und aus und auf den ersten Absturz folgte der nächste und so weiter. Nun kann man behaupten, das hätte er sich ja denken können, denn wie jeder weiß, stirbt Tony letztendlich im Kugelhagel und so geht es doch allen Gangstern, in allen Gangsterfilmen und lang kann so ein Leben nicht gut gehen und das mag einleuchten, wenn man raten muss wie wundervoll so ein Gangsterleben sein kann und wie verlockend die Bilder, wenn Tony Montana mit seinem Kopf in einen Berg Kokain eintaucht.

Nun gut, für meinen Kumpel kam nichts anderes in Frage und wenn der Trip nur zwei Tage dauern sollte, Scheiß drauf, dann ist es halt so, immer noch besser als Arbeiten gehen. Eines Tages jedoch buchteten sie ihn dann doch ein und er musste für ein paar Jahre auf Goodfellas, Casino, Blood in Blood out, True Romance und Der Pate verzichten und als er wieder raus kam, dauerte es nicht lange und er ging wieder rein und wahrscheinlich macht er das heute immer noch so.

Irgendwann waren auch die Gangsterfilme alle durchgekaut und es kamen friedlichere Zeiten und vielleicht wäre Full Metal Jacket mein Lieblingsfilm, wenn er mit dem Tod von Private Paula enden würde. Tut er aber nicht und trotzdem bleibt Gunnery Sergeant Hartman der härteste Mann, der je aus Stahl geschmiedet wurde:

Das hier ist mein Gewehr!
Es gibt viele andere, aber dies ist meins!
Mein Gewehr ist mein bester Freund!
Es ist mein Leben!
Ich muss es meistern, wie ich mein Leben meistern muss!
Ohne mich ist mein Gewehr nutzlos!
Ohne mein Gewehr bin auch ich nutzlos!
Mein Gewehr verfehlt sein Ziel nie!
Ich muss schneller schießen als mein Feind, denn sonst tötet er mich!
Ich muss ihn erschießen, bevor er mich erschießt!
Das werde ich!
Vor Gott glaube ich und schwöre: Mein Gewehr und ich werden mein Vaterland verteidigen!
Wir sind die Bezwinger unserer Feinde!
Wir sind die Bewahrer meines Lebens!
Das schwöre ich!
Bis kein Feind mehr ist!
Nur Frieden!
Amen!

Naja, und dann gibt es noch Der Wolf der Wall Street und Django und Zwei glorreiche Halunken

(übrigens einer der wenigen Filme, wo der deutsche Titel wesentlich mehr her macht als das Original (The good, the bad and the ugly) aber den Film liebe ich und vielleicht habe ich ihn noch öfter gesehen als Pulp Fiction) Ja, und dann gibt es die drei Filme aus der Reihe Der rosarote Panther, die ich als Kind so toll fand und wo ich auf allen Vieren aus dem Wohnzimmer gekrabbelt bin, weil ich es vor lauter Lachkrämpfen nicht mehr aushielt. Es gibt Bud Spencer und Terence Hill, Ted und Hangover und es gibt den unvergleichlichen Showdown in Erbarmungslos, es gibt Forrest Gump, der im selben Jahr wie Pulp Fiction antrat und natürlich die Oscars abräumte, einfach weil er Familien kompatibler war. Es gibt Leon der Profi, There will be Blood, Gangs of New York und Ziemlich beste Freunde, den gottverdammten Indiana Jones, es gibt Platoon, den Computer animierten Trickfilm Open, den Boxer Rocky, den scheiß Braveheart, City of God, Marlon Brando, Jean Paul Belmondo und die süße Amelié. Ein Fressen für die Geier mit dem alles überragenden Clint Eastwood, der sowohl als Schauspieler, als auch hinter der Kamera meinen Tag machte. Es gibt Die üblichen Verdächtigen, American Beauty und es gibt die verfickten Coan-Brüder, die ich für jeden einzelnen ihrer Film verehre, allen voran No Country für old men (Mit dem absolut Bösen, dem miesesten Knochen, der je auf einer Leinwand auftauchte – Der Killer Chigur) der einige Jahre mein Lieblingsfilm war und dann gibt es The Big Lebowski, Fargo, O Brother, where Art Thou, Burn after reading, True Grit und die unvergleichliche Scarlett Johansson und Der letzte Mohikaner (mit der zu Tränen rührenden Szene, bei der Uncas von Magua getötet wird, worauf sich Alice das Leben nimmt und Chingachgook seinen Sohn rächt und den fiesen Magua ohne viel Aufsehens in die ewigen Jagdgründe befördert). Es gibt so gottverdammt viele gute Filme, auch deutschsprachige, wie Schlafes Bruder, Lammbock, Die Brücke, Bang Boom Bang, Der Baader Meinhof Komplex, Das Parfum und all die anderen, die mir gerade nicht einfallen.

Zurück zu Es war einmal in Amerika, der letzte Film von Sergio Leone, der einen Zeitraum vom 50 Jahren überspannt und in drei Zeitabschnitten (1922, 1932/33 und 1968) eindrucksvoll darstellt, das es nichts Bedeutungsvolleres auf dieser Welt gibt, als die Träume und Hoffnungen von Kindern und wie unbarmherzig sie diese als Erwachsene verraten, und dann ist da die Liebe von Noodles zu Deborah (Bei Gott, was hab ich sie geliebt) und wie hasste ich Noodles, als er diese Liebe mit einer Vergewaltigung beendete.

Nur eine Liebesgeschichte hat mich noch mehr bewegt, in einem Film dessen Namen ich nicht kenne und den ich nur einmal sah und den ich nun schon seit 25 Jahren vergeblich suche aber weiter mit Es war einmal in Amerika, das Lebenswerk von Sergio Leone, der Film, an dem er fast 10 Jahre arbeitete und der an den Kinokassen keinen Erfolg fand, was ihn nur noch wertvoller macht. Dieses Meisterwerk mit seinen kleinen versteckten Feinheiten, wie der Szene, wo der kleine Dominic vor einer Tür wartet, in der Hand eine Sahnetorte, als Bezahlung für ein leichtes Mädchen namens Peggy, bei der er seine Jungfräulichkeit verlieren will und dazu die Musik von Ennio Morricone, die so melancholisch ist und so wunderbar und um Lichtjahre besser als in The Revenant, wofür er schließlich den längst überfälligen Oskar bekam (Wahrscheinlich der sicherste Beweis, wie lächerlich diese Veranstaltung tatsächlich ist).

Dominic wartet also, bis er an der Reihe ist, mit dem Törtchen in der Hand und ist hin und her gerissen, weil er so gerne das Sahnetörtchen selbst essen will und dann probiert er ein klein wenig, obwohl er es unbedingt mit Peggy machen will aber ohne Sahnetörtchen macht es Peggy halt nicht und er kann nicht widerstehen und probiert nochmal, bis ihn die Gier vollends übernimmt und er das Sahnetörtchen verschlingt und der schnelle Kick siegt. Dominic verliert den Kampf gegen die Gier und trotzdem muss man ihn mögen, weil er in einer harten Gegend aufwuchs, in der man nehmen muss, was man kriegen kann und diese Szene ist beispielhaft für ein Epos, in dem Gier und Hochmut über die Freundschaft siegt und über alles und am Ende treffen sich die alten Freunde Noodles (Robert DeNiro) und Max (James Woods), der Mann, der Noodles Leben lebte, seine Frau (Deborah) heiratete und es bis zum Senator schaffte, bis seine Geschäfte auffliegen und auch er am Ende ist. Nur deshalb sucht er die Aussprache mit seinem alten Freund, der ihm die letzte Beichte abnehmen soll und dann wirft er sich in die Ladelucke eines Müllwagens, der zufällig vorbeifährt und der Häcksler setzt seinem Leben ein Ende. Ein Stück Müll, das sich selbst entsorgt.

Filme offenbaren nichts anders, als die Tatsache, dass die Liebe das Leben ist und das Leben wertlos, wenn man nicht bereit ist dafür zu sterben.

2. Welches gottverdammte Buch kannst du nicht vergessen?
charles-bukowski

Bukowski war der gottverdammte Drecksack, der mich zum Schreiben verführte, einfach weil er schrieb wie er sprach und genauso wollte ich es machen. Klar, ich spreche anders als Bukowski und es dauerte eine Weile einen Stil zu finden, aber Bukowski, der scheißt auf alles und das kam mir gerade recht. Auf jeden Fall hatte ich eines Tages dieses Buch in der Hand. Keine Ahnung, wie ich dazu kam, es war einfach in meiner Hand oder besser gesagt, ich erinnere mich nicht mehr. Dieser Lesestoff heißt Kaputt in Hollywood aber woran ich mich erinnere, es hat mir gottverdammt nochmal gefallen. Da sind Geschichten drin, direkt aus dem Leben, diesem Zeug konnte ich Glauben schenken, fand den Scheiß spannend, obszön, witzig und einfach gut. OK, manche Geschichten gefielen mir weniger, zumeist die, bei denen er nicht von sich selbst erzählte, aber selbst die sind Lichtjahre besser als der Rest. Hollywood, die Weiber und der Alkohol, mehr braucht es nicht oder wie es der Wolkenbrecher formuliert:

„Bukowski hat ja auch zwischen den Zeilen immer etwas beschrieben und kritisiert, was die meisten nicht rauslesen, hat dieses ganze Dasein der kleinen Menschen beschrieben, die keine Hoffnung mehr haben, als das Leben zwischen dem einen und dem anderen Sex, hat ein Herz gezeigt für die Underdogs und hat sich selbst zum Objekt der Darstellung gemacht, das er eigentlich karikiert und überzeichnet und die andere Münze des amerikanischen Traums gezeigt.

Bukowski ist eigentlich ein Aufschrei, eine Satire, eine Gesellschaftssatire, eine Lobby für die Kleinen und Ausgegrenzten am Rande der Gesellschaft, Bukowski ist mehr als ein Trinker und Sexist, Bukowski zeigt uns das, was wir normal nicht sehen, weil wir wegsehen und er hatte ein großes Herz und manches ist erfunden, weil er ja selbst einmal sagte:

„Das einzige, was in diesem Raum noch steht, ist die Lampe ..“

Damit könnte die Frage beantwortet sein, wäre da nicht Buks Grabstein und stünde da nicht „Don’t Try“ Was so viel heißt wie, es gibt kein Versuchen. Entweder du bringst es oder du lässt es bleiben.

Und falls ihr es tatsächlich wissen wollt, schaut doch mal bei Stephan Rossmann vorbei. Der Typ bringt euch zum lachen, und wenn nicht, kann ich euch auch nicht helfen.

3. Spiel uns dein gottverdammtes Lieblingslied?

Anfang der 90er kam keiner an Nirvana vorbei. Ihr Album Nevermind war für die Musik was Pulp Fiction für den Film war.

Und dann gab es noch Guns N’ Roses 1992 in Würzburg, die gerade ihre Alben „Use your Illusion I & II“ veröffentlichten und sich auf Welttournee befanden und auf dem Höhepunkt von allem. Der 20. Juni 1992, am Schenkenturm, weit außerhalb von Würzburg, hoch auf einem Berg, den zehntausende von Rockfans bei 30 Grad bezwingen mussten. Der Aufsteig war ein Abenteuer für sich. Vorbei an hunderten Alkoholleichen, die bereits vor dem Konzert in den Straßengräben oder Vorgärten vegetieren, vorbei an sauber zerlegten Kartenverkaufshäuschen, barbusigen Girls und Rockfans, die aussahen wie der Untertaker.

Endlich angekommen, gings los mit der bis dato unbekannten Band Soundgarden, die überhaupt nicht ankam und von Publikum schier von der Bühne getreten wurde, genauso wie Faith no More, die im Pfeifkonzert untergingen.

Guns N‘ Roses betraten die Bühne, es wurde lauter und Axl Rose wollte gerade loslegen, er marschierte mit 40 Stundenkilometern über die Bühne, als in Sekundenbruchteilen der Himmel ungelogen Schwarz wurde und das heftigste Unwetter über Würzburg niederging, das ich jemals erleben dürfte. Der wahrhaftige Teufel war zu Gast in der Bischofsstadt und die Sintflut brach über 45.000 Zuschauer herein. Es blitze und donnerte, die Temperatur sank auf unter 10 Grad und Guns N‘ Roses spielten das Konzert ihres Lebens, die Motherfucker spielten tatsächlich, zogen das komplette Programm durch, über zwei Stunden, während der wir im Schlamm versanken.

Wir versanken darin und erlebten den Höhepunkt der größten Band unserer Zeit und als der Regen aufhörte, hörte Guns N‘ Roses auf zu spielen, kehrte nie wieder zurück. Es war vorbei. Für uns und für Guns N‘ Roses, die danach aufhörten zu existieren.

Danach kam der Techno und Sven Väth und die anderen und manch einer hörte nichts anderes mehr und manch einer zog sich so gottverdammten abgefuckten Hardcore rein, dass ich mir Sodom und Slayer zurückwünschte.

The Doors blieben mir stets treu und ich empfehle die Doku When You’re Strange

Imagine von John Lennon
Ich erinnere mich, als ich als kleiner Junge, vielleicht 11 oder 12 zum ersten Mal dieses Lied hörte und meine Mutter fragte „Wer singt dieses Lied?“ und meine Mutter antwortete „John Lennon“ und ich weiter fragte „Wer ist das?“ und sie antwortete „Er ist tot. Sie haben ihn erschossen.“ und wie verwirrt ich war, weil ich nicht verstehen konnte, also wirklich nicht. Zum ersten Mal in meinem Leben konnte ich etwas nicht verstehen. Ich konnte nicht verstehen, wie sie so einen Menschen töten konnten, der solch eine Musik erschuf.

Auch geil! Buenas Tardes Amigo von Ween

Weitere Lieblingsmusik hab ich ja schon mal zusammengestellt: Eine zufällige Auswahl an Lieblingssongs

Und und und …

4. Was für gottverdammte Drogen nimmst du?
Ein Blitz in der nacht

Während eines Zeitraums, an den ich mich nur dürftig oder gar nicht erinnere, lernte ich sämtliche der westlichen Welt bekannte Drogen lieben und fürchten, sowie einige hierzulande gänzlich unbekannte Substanzen, was meinen Bedarf für die nächsten fünf oder sechs Leben locker abdeckt. Ansonsten zitiere ich auch hier gerne Charles Bukowski:

„Das Leben ist eine Illusion, hervorgerufen durch Alkoholmangel.“

5. Zeig uns dein gottverdammtes Leben!

In jeder Sekunde, an jedem Tag, seit Anbeginn der Zeit sind wir an Schnüren hängende Marionetten unserer Nerven. Unfähig auch nur einen selbstständigen Gedanken zu fassen, spielen wir das Spiel der Mächte. Schicksal, wenn sie so möchten.

Meine größten Feinde waren eine grenzenlose Naivität und dieser absurd hartnäckige Glaube an das Gute im Menschen. Töricht, ich weiß, dafür will ich mich entschuldigen.

Die ganze Nacht hindurch predigten wir Freundschaft, ewige Treue und teilten die letzte Zigarette. Am nächsten Morgen hatte ich einen Kater und meine Freunde den ersehnten Studienplatz. Sie wollten sich engagieren, nach Berlin ziehen, womöglich sogar Kinder in die Welt setzen, um eine hoffnungsvolle Zukunft aufbauen.

„Wacht halt bitte auf und kommt zu mir zurück!“ schrie ich ihnen hinterher. Ich wollte nicht weg! Mein Leben sollte so bleiben, wie es schön war. Erwartungsgemäß hörten sie nicht auf mich, obwohl ich als Einziger wusste, sie rennen in ihr Verderben.

Putzige Ratten, die vor keiner Klippe halt machen und im Rudel ins Verderben springen – fröhlich grinsend. Die Menschen, von denen ich glaubte sie zu kennen, konnten es nicht erwarten in der Bedeutungslosigkeit zu ersaufen. Als ob der Verlust jeglicher Träume selbstverständlich wäre.